Torfestival in Gerolfing
Kreisliga-Nachholspiele: Schlusslicht DJK Ingolstadt unterliegt Aufstiegsanwärter Hitzhofen unglücklich mit 0:1

20.03.2023 | Stand 17.09.2023, 0:44 Uhr

Großchance vereitelt: Hundszells Matthias Weinzierl (Mitte) scheitert in dieser Szene an einer starken Parade von Baar-Ebenhausens Torwart Markus Lindauer. Dennoch gewinnt der SVH am Ende mit 2:0. Auch Weinzierl steuert ein Tor zum Sieg bei. Foto: Meyer

Eigentlich befindet sich die Kreisliga 1 Donau/Isar ja noch in der Winterpause. Weil aber der letzte Spieltag im vergangenen Jahr nahezu komplett dem Wetter zum Opfer fiel, fanden am Wochenende bereits sechs Nachholspiele statt. Überraschungen gab es kaum – dafür aber mitunter ziemlich torreiche Spiele.

FC Hitzhofen/Oberzell - DJK Ingolstadt 1:0 (1:0): Wenn der Tabellenzweite auf das abgeschlagene Schlusslicht trifft, klingt das nach einer klaren Angelegenheit. Aber obwohl Hitzhofen standesgemäß mit 1:0 gewann, war es keinesfalls eine solch klare Angelegenheit. FCHO-Trainer Michael Olah ging mit seiner Mannschaft dementsprechend hart ins Gericht: „Der Sieg war sehr wichtig, aber aufgrund unserer Leistung keinesfalls verdient. Vom Spielerischen her war das unsere schlechteste Saisonleistung.“ Sein Gegenüber Michael Dittenhauser ging sogar noch einen Schritt weiter: „Ich glaube, ein neutraler Zuschauer hätte nicht gleich erkannt, welche Mannschaft nächstes Jahr vermeintlich in der Bezirksliga spielt und welche vermeintlich in der Kreisklasse antreten muss.“ Die DJK hätte bereits nach einer Minute in Führung gehen müssen, aber Arton Tahiri scheiterte allein vor dem Torwart. Nach einem Pfostenkopfball von Hitzhofens Philipp Stipic kam es dann doch, wie es kommen musste: Emin Ismaili wurde im Strafraum gefoult und verwandelte den fälligen Strafstoß selbst (25.). Das sollte den Gastgebern reichen – sehr zum Ärger von Dittenhauser: „Das Spiel war bis zum Schluss offen und wir hätten gut und gerne auch gewinnen können. Aber meine Offensivkräfte hatten genauso einen schlechten Tag wie das Schiedsrichtergespann.“ Seiner Meinung nach hätte etwa Hitzhofens Patrick Schwarz für ein Foulspiel Rot sehen müssen – und nicht nur sein Schützling Petar Kozul, der sich durch das Foul zu einer Tätlichkeit hinreißen ließ (80.).

FC Gerolfing - SV Menning 6:3 (4:1): Was für ein Spektakel: Neun Tore fielen in der Begegnung zwischen dem FC Gerolfing und dem SV Menning. Das machte vor allem einen froh. „Am Ende des Tages ist es auf jeden Fall ein verdienter Sieg. Es hat glaube ich allen Spaß gemacht, Zuschauern wie Spielern“, frohlockte Gerolfings Coach Marcus Stadler. Seine Offensivreihe war am Sonntag so treffsicher wie noch nie in dieser Spielzeit. Da konnte Stadler auch die drei Gegentreffer verkraften: „Die Offensive von Menning ist brutal stark. Dass da mal einer oder zwei durchrutschen, das passiert halt einfach. Ich freue mich mehr über die sechs Tore, vor allem weil wir in der Hinrunde nicht allzu viele geschossen haben.“ Raymond Kreizer steuerte seine Saisontore zehn bis zwölf zum 4:1-Pausenstand bei (6., 31., 41.), den weiteren Treffer erzielte Christian Träsch (33.). Philip Wolfsfellner hatte zum zwischenzeitlichen 1:3 getroffen (38.). „Wir haben eigentlich ganz ordentlich mitgespielt, aber letztendlich waren wir aufgrund der Menge an individuellen Fehlern chancenlos“, haderte Mennings Coach Dejan Micic. Im zweiten Durchgang kam sein Team nach dem 1:5 durch Träsch (50.) sogar nochmal zurück ins Spiel: Fabian Neumayer (56. Elfmeter) und Wolfsfellner (70.) ließen den Aufsteiger an der Sensation schnuppern. Aber dann machte Leo Zängler mit dem 6:3 den Deckel drauf (80.). „Das einzig Positive ist, dass wir trotzdem ganz gut gespielt haben und eigentlich nicht so schlecht waren, wie es das Ergebnis zeigt“, meinte Micic.

SV Manching U23 - FC Mindelstetten 1:3 (0:0): Viel hatte sich die U23 des SV Manching für die Restrunde vorgenommen. Mit neuen Spielern sollte der Turnaround doch noch klappen. Beim ersten Spiel nach der Winterpause erhielt die Mannschaft von Trainer Flakron Azemi aber gleich wieder einen Dämpfer. „Die Auftaktniederlage ist natürlich bitter für das Team. Wir haben beim ersten Tor nicht gut ausgesehen, ansonsten war beim 2:1 und 3:1 das Spielglück nicht auf unserer Seite“, haderte Azemi. Mindelstettens Spielertrainer Marcel Kappelmaier traf kurz nach der Halbzeit zum 1:0 (51.), wenig später erhöhte er vom Elfmeterpunkt auf 2:0 (65.). Nach dem zwischenzeitlichen Anschlusstreffer durch Alexander Zielinski (70.) sorgte Johannes Irl schließlich für die Entscheidung (75.). „Es war ein absolut verdienter Sieg. Er hätte bei besserer Chancenverwertung auch höher ausfallen können“, meinte Mindelstettens Abteilungsleiter Christian Wambach. In der Tabelle rückte sein Team durch den Sieg auf Platz fünf vor. Manching belegt dagegen unverändert den vorletzten Rang. Coach Azemi zeigte sich dennoch zuversichtlich: „Wir wollen in der Rückrunde einen besseren Eindruck hinterlassen als in der Hinrunde, und das war heute ein erster Schritt.“

TSV Baar-Ebenhausen - SV Hundszell 1:2 (0:1): Es geht so weiter, wie es im vergangenen Jahr aufgehört hat: Der SV Hundszell sammelt fleißig Punkte und bleibt oben dran, der TSV Baar-Ebenhausen steht dagegen weiter auf einem Abstiegsrelegationsplatz. Kurz vor der Halbzeitpause brachte Marcel Posselt die Gäste per Freistoß in Führung (42.) – sein 15. Saisontreffer mittlerweile. Nur drei Minuten nach dem Seitenwechsel erhöhte Matthias Weinzierl auf 2:0. Dem Gastgeber gelang nur noch der Anschlusstreffer durch Alexander Seidl (61.). Durch den Sieg des Türkisch SV Ingolstadt beträgt der Rückstand des TSV auf einen Nichtabstiegsplatz nun drei Punkte. „Wir haben ein gutes Spiel gemacht, aber Hundszell hat verdient gewonnen“, räumte Baar-Ebenhausens Trainer Herbert Riedl ein. Das sah sein Gegenüber Florian Kunz ziemlich ähnlich: „Es hätte durchaus etwas höher ausfallen können beziehungsweise müssen. Aber am Ende des Tages zählt nur das positive Endergebnis, weil es ein sehr schwieriges Spiel war mit nicht leichten Bedingungen.“

TSV Großmehring - FC Sandersdorf 1:2 (1:1): Die drei Punkte zum Start ins neue Jahr mussten sich die Sandersdorfer hart erkämpfen. Zum einen, weil sie gegen ein Team spielten, das mit Vehemenz gegen den Abstieg kämpft. Zum anderen aber auch, weil sie auf einem Platz spielten, der laut Trainer Patrick Mack „kaum bespielbar“ war. Von daher alles in Ordnung, obwohl es eine ziemlich enge Kiste war. „Es war uns bewusst, dass der Platz nicht gut ist. Von daher haben wir uns darauf eingestellt, dass wir viel mit hohen Bällen agieren müssen“, meinte Mack. Aus der noch recht gelungenen Anfangsphase entstammte die 1:0-Führung durch Sandro Rott (11.). „Dann haben wir das Fußballspielen eingestellt, bis wir schon fast darum gebettelt haben, dass sie uns ein Tor reinhauen“, kritisierte Mack. Großmehring tat ihnen den Gefallen; Sebastian Eisenberger traf kurz vor der Halbzeit zum 1:1 (41.). Im zweiten Durchgang brachte Andreas Winkler nach einer schnellen Kombination wieder die Gäste in Führung (56.). Dieses Mal blieb es dabei. Nicht gerade zur Freude von Großmehrings Coach Marco Spreng: „Es war kein hochklassiges Spiel, aber ein Unentschieden wäre gerecht gewesen.“ Besonders eine Szene ärgerte ihn: „Es war eine klare Fehlentscheidung durch den Schiri, der einen fälligen Elfmeter beim Stand von 2:1 nicht gegeben hat.“ Sandersdorfs Coach Mack widersprach da vehement: „Beide gehen zum Ball. Unser Spieler trifft zuerst den Ball und dann vielleicht ein bisschen den Gegner. So was kann man nicht als Elfmeter pfeifen.“

Türkisch SV Ingolstadt - SV Kasing 3:2 (1:1): Fabian Reichenberger hat ja eigentlich immer noch ein Herz für seinen Ex-Verein. Am Sonntag tat er dem SV Kasing aber weh: Mit einem Tor und einer Vorlage sorgte er dafür, dass der Bezirksliga-Absteiger einen missratenen Restrundenstart hinlegte. „Das war eine mega unnötige Niederlage, aber auch völlig verdient. Wir haben es nicht geschafft, in die Zweikämpfe zu kommen und unser Spiel aufzuziehen“, kritisierte SVK-Coach Tobias Giebl. Und das, obwohl sein Team durch einen Treffer von Patrick Rzepka sogar in Führung gegangen war (27.). Kurz vor dem Pausenpfiff fing sich Kasing aber den Ausgleich durch Reichenberger (45.+1); nach dem Seitenwechsel drehte Kresimir Puzic das Spiel (53.). Selbst in Überzahl nach der Gelb-Roten Karte für Türkisch-SV-Spielertrainer Hugo Lopes (74.) gelang es den Gästen nicht, den Spieß noch umzudrehen. Stattdessen erzielte Winter-Neuzugang Mathias Habricht das 3:1 für den Türkisch SV (79.), Kasing gelang nur noch der späte Anschlusstreffer durch Fabian Burchard (90.+5). „Auch ein Punkt wäre schmeichelhaft gewesen“, räumte Giebl ein. Türkisch SV-Abteilungsleiter Ertugrul Topcu konnte dagegen einen eminent wichtigen Sieg im Abstiegskampf bejubeln: „Obwohl wir einen höheren Sieg hätten einfahren können, darf sich niemand beschweren. Die drei Punkte waren das Wichtigste. Und weil unsere direkten Konkurrenten verloren haben, sind sie umso wertvoller“, sagte er.

DK