Testspiel in München

VfB Eichstätt besiegt Bayern II im Schneegestöber

Langzeitverletzter Jonas Fries zurück auf dem Platz – Neuzugang Leo Eberle gelingt Siegtreffer

23.01.2023 | Stand 24.01.2023, 14:28 Uhr
Alexander Vormstein

Der VfB Eichstätt nutzt beim 2:1-Sieg gegen die Bundesliga-Reserve des FC Bayern München effizienter seine Chancen. Foto: Vormstein

München – Fußball-Regionalligist VfB Eichstätt hat in seinem ersten Testspiel nach der Winterpause einen Achtungserfolg erzielt: Die Elf von Trainer Markus Mattes gewann auf dem Kunstrasenplatz am FC Bayern Campus gegen Ligakonkurrent FC Bayern München II mit 2:1 (0:1).

Bevor das Spiel angepfiffen werden konnte, beseitigten die Platzwarte mit Hilfe eines Golfkarts und eines Abziehbesens, den man sonst nur aus dem Tennis kennt, den Kunstrasen vom Schnee. Bei trotzdem schwierigen Bedingungen merkte man besonders den Domstädtern an, dass sie seit fast zwei Monaten kein Spiel mehr bestritten und auch erst zweieinhalb Trainingseinheiten hinter sich hatten – zumal am Tag vor dem Testspiel nämlich die Hälfte der Trainingseinheit beim Schneeschippen draufgegangen war. Längere Ballbesitzphasen der Grün-Weißen waren Fehlanzeige. Der VfB kam aber durch schnelles Umschaltspiel und Freistoßsituationen zu Torchancen, die aber zunächst noch unbelohnt blieben. In der 25. Minute konterten allerdings die Gastgeber und Desire Segbe Azankpo schob zum 0:1 aus Sicht der Eichstätter ein. Zuvor hatte bereits Grant-Leon Ranos den VfB-Ersatztorwart Florian Rauh bezwungen – war dabei allerdings im Abseits gestanden.

Zur zweiten Halbzeit brachte Mattes gleich acht neue Spieler. Insgesamt setzte Mattes 21 Akteure ein, nur der mitgereiste Dominik Wolfsteiner musste wegen muskulären Problemen passen. Auch nach dem Seitenwechsel war der FCB die spielbestimmende Mannschaft. Der eingewechselte Stammkeeper Felix Junghan hielt den VfB aber im Spiel. Erst lenkte er einen Kopfball aus kurzer Distanz spektakulär über das Tor, wenig später bejubelte er lautstark seine Parade in einem Eins-gegen-eins-Duell. Erst dann stand der VfB in der Abwehr sicherer und erarbeitete sich Chancen zum Ausgleich.

Zusätzlichen Aufschwung brachte das Comeback von Jonas Fries (64. Minute), dessen letztes Pflichtspiel fast eineinhalb Jahre zurückliegt. „Er war schon im November soweit, dass wir ihn theoretisch einsetzen hätten können. Aber wir wollten kein Risiko eingehen“, sagt Mattes und freut sich, dass Fries die gesamte Vorbereitung auf die Restrunde mitmachen kann. „Er ist sehr wichtig für uns und wird uns im Mittelfeld noch viel weiterhelfen können.“

Nur zwei Minuten nach Fries‘ Einwechslung köpfte Julian Klügel, der zuvor noch am Pfosten gescheitert war, nach einer Flanke von Deniz Erten zum 1:1-Ausgleich ein. Wenig später setzte der gerade für seinen Bruder Fabian Eberle eingewechselte Leo den Bayern-Keeper so unter Druck, dass er auf dem mittlerweile wieder schneebedeckten Kunstrasen wegrutschte. Der 17-jährige Stürmer nutzte seine Chance und traf aus spitzem Winkel zum 2:1. „Es passieren im Fußball immer wieder Fehler und da muss man einfach bereit sein. Das hat er schon gut gemacht. Und außerdem gibt es Schlimmeres, als bei seinem ersten Herreneinsatz gegen Bayern II gleich zu treffen“, kommentiert Mattes das Siegtor des Neuzugangs, der im Laufe der Saison von der U19 des 1. FC Nürnberg in die Domstadt gewechselt war. Der VfB-Coach schildert dabei auch die zwei größten Aufgaben, vor denen Leo Eberle, steht. Zum einen sei das körperliche Spiel in der Regionalliga deutlich härter als noch im Nachwuchsleistungszentrum und zum anderen sei das Tempo ein schnelleres.

Für den VfB Eichstätt stehen in den kommenden zwei Wochen noch drei Testspiele an, bevor es vom 9. bis 13. Februar ins Trainingslager nach Brenzone (Norditalien) geht.

EK