Jetzt gegen Türkspor Augsburg
Nach 7:2-Kantersieg in Rosenheim: Bayernligatraum des FC Ehekirchen geht in Runde zwei

04.06.2023 | Stand 15.09.2023, 0:49 Uhr |

Auch in Rosenheim mit einem Doppelpack: Pascal Schittler (l.) vom FC Ehekirchen. Foto: H. J. Ziegler

50 Prozent des Ehekirchener Bayernligatraums sind bereits Realität. Und das auf äußerst bemerkenswerte Art und Weise. Denn statt einer Rosenheimer Aufholjagd oder einer – vielleicht von ein paar Pessimisten befürchteten – Zitterpartie gab es nach dem 5:1-Hinspielsieg das nächste dicke Ausrufezeichen. so gewann der FCE auch das Rückspiel deutlich, nämlich mit 7:2 (3:1), und hat damit in den beiden Relegationsduellen insgesamt zwölf Treffer gegen einen bisherigen Bayernligisten erzielt.

Hinspiel am Mittwoch in der Fuggerstadt

Der traditionsreiche TSV 1860 Rosenheim, vor einem guten Jahr noch etablierter Regionalligist, ist nach den beiden Relegationsduellen zumindest vorerst nur mehr in der Landesliga zu Hause, während das Ehekirchener Fußballmärchen weitererzählt wird. Zunächst am kommenden Mittwoch, 7. Juni (Anstoß um 18.30 Uhr). Allerdings – anders als zunächst behauptet und als auch von den BFV-Statuten vorgesehen – auswärts, bei Türkspor Augsburg, das sich im Duell mit dem SB Chiemgau-Traunstein (2:0 und 0:0) durchgesetzt hat. Normalerweise hätte ja der klassenniedrigere Verein mit einem Heimspiel begonnen. Da am Samstag aber die Bezirkssportanlage in Haunstetten wegen einer anderen Veranstaltung gesperrt ist, wurde das Heimrecht vom Verband getauscht.

Ein Vorteil für den FCE? „Kommt auf das Hinspiel an“, schmunzelt Markus Bissinger. Das große Finale um den Bayernligaaufstieg am kommenden Samstag, 10. Juni (16 Uhr), in der Ehekirchener Elektro-Schmaus-Arena zu haben, sei aber definitiv „eine tolle Sache“, so der Abteilungsleiter. Und fest steht, dass der FCE mit riesigem Selbstbewusstsein in das Duell mit dem nächsten Bayernligisten geht, nachdem er den ersten bereits mit zwei Siegen, insgesamt zwölf Toren und nur drei Gegentreffern geschockt hat.

Spätestens beim 1:3 waren die Rosenheimer gebrochen

„Irgendwann haben die Rosenheimer selbst nicht mehr daran geglaubt“, beschreibt Bissinger den Verlauf des Rückspiels. Vor allem der Treffer zum 3:1, kurz vor der Halbzeitpause, habe dem angeschlagenen Gegner bildlich „das Genick gebrochen“. Dafür hatte das Ehekirchener Team schon zuvor einiges getan – sich nämlich nicht nur auf eine Abwehrschlacht eingerichtet und auf die Defensive konzentriert, um den Vier-Tore-Vorsprung zu verteidigen, sondern aktiv die Entscheidung gesucht. Spielertrainer Michael Panknin per Foulelfmeter (28.), Christoph Hollinger (39.) und Pascal Schittler (45.) sorgten mit ihren drei Treffern dann bald für Beruhigung, woran auch Bojan Tanevs kurzfristiger Ausgleich (31.) nichts änderte. Schittler – wie im Hinspiel mit einem Doppelpack – schob gleich nach dem Seitenwechsel das 4:1 hinerher (47.). Eugen Belousow (62.), Michael Belousow (74.) und Max Seitle (81.) machten den nächsten Ehekirchener Kantersieg perfekt, während Michele Cosentino den vorerst letzten Rosenheimer Treffer als Bayernligist erzielte (66.).

Bessere Spieler gegen bessere Mannschaft?

Ob der FC Ehekirchen bald ein solcher sein wird? Darüber werden nun zwei entscheidende Spiele gegen den Bayernliga-Sechzehnten der abgelaufenen Saison, also Türkspor Augsburg, entscheiden. „Ich sehe die Chancen 50:50. Es wird auf die jeweilige Tagesform ankommen“, sagt Bissinger, der ausführt: „Türkspor hat vielleicht die besseren Einzelspieler, dafür müssen wir mehr laufen.“ Oder anders gesagt: Der FCE, der natürlich auch individuell starke Akteure in seinen Reihen hat, möchte vor allem den Schwung als geschlossene, zusammengewachsene Mannschaft weiter nutzen. Eines kann der Abteilungsleiter nach den jüngsten Eindrücken wohl guten Gewissens behaupten: „Wir müssen uns auch in dieser Runde sicher nicht verstecken.“

SZ