Fußball, Altlandkreis Schrobenhausen
Jene Menge Generalproben vor dem Punktrunden-Restart

21.03.2023 | Stand 17.09.2023, 0:41 Uhr |

Paartalderby in Waidhofen: Der heimische SVW mit Tim Dischner (2. v. l.) schlug am Sonntag den TSV Hohenwart II von Benedikt Strasser (l.) und Thomas Krammer (r., im Hintergrund). Foto: M. Schalk

Am nächsten Sonntag gibt es keine Ausreden mehr. Dann, bei ihrem Punktrundenstart 2023, müssen alle Fußballteams aus dem Altlandkreis Schrobenhausen die Karten auf den Tisch legen. Einen allerletzten Formcheck gab’s am Wochenende – aber dieser fiel nicht überall nach Wunsch aus.

TSG Untermaxfeld - TSV Hohenwart 1:1: „Ich bin heilfroh, dass wir nun zumindest einmal auf Naturrasen testen konnten“, sagt TSV-Spielertrainer. Markus Kurzhals. In den vorherigen Wochen hatte ja genau das nicht geklappt: Wenn die Paartaler da kicken durften, dann nur auf künstlichem Geläuf. Jetzt, in Untermaxfeld, wartete auf sie nicht nur ein anderer Untergrund – „sondern auch ein richtig guter Gegner“, wie Kurzhals gerne zugibt. Vor allem in den ersten 30 Minuten hätten die Seinen „massiv zu kämpfen“ gehabt, um nicht schon deutlich ins Hintertreffen zu geraten: „Ein 0:2 oder gar 0:3 wäre da aus unserer Sicht durchaus drin gewesen.“ Nach dem Seitenwechsel steigerten sich die Paartaler deutlich, erarbeiteten sich auch Chancen – und mussten trotzdem das Untermaxfelder 1:0 durch Dominik Westermayer hinnehmen (81.). Die Antwort folgte aber nur sieben Minuten später: 1:1 durch Nico Prause (87.). „Das Remis ging unterm Strich in Ordnung“, so Kurzhals: „Und jetzt freuen wir uns riesig darauf, dass es am nächsten Sonntag endlich um Punkte geht.“

FC Gerolsbach - SV Klingsmoos 0:0: FCG-Fußballchef Korbinian Reiner spricht von „einem sehr guten Test auf einem sehr guten Niveau“. Wirklich verwunderlich war das nicht, schließlich standen sich am Sonntag die souveränen Tabellenführer der Kreisklasse Aichach beziehungsweise der Kreisklasse Neuburg direkt gegenüber. „Und am Ergebnis war dann zu sehen, wo die beiden Teams vor allem ihre Stärken haben“, erklärt Reiner: „So lag es weniger an uns, dass wir diesmal kaum zu zwingenden Torchancen kamen. Die Klingsmooser Defensive stand beeindruckend sicher.“ Andererseits gelang es auch dem FCG, seinen Kasten sauber zu halten – und das gegen einen SVK, der zuvor gleich drei Testspielsiege in Folge gegen namhafte Kreisligisten eingefahren hatte (3:0 gegen den FC Rennertshofen, 1:0 in Langenmosen, 3:1 beim TSV Pöttmes). „Wir wollten zum Abschluss der Vorbereitung einen starken Kontrahenten, und den hatten wir jetzt“, so das Fazit von Reiner.

FC Tegernbach - BSV Berg im Gau 0:1: Ein Erfolgserlebnis knapp eine Woche vor dem prestigeträchtigen Punktrundenauftakt 2023 gegen den SV Steingriff – genau das hatte man sich im Berg im Gauer Lager erhofft. „Aber nicht nur das Ergebnis passte aus unserer Sicht, sondern auch die Leistung an sich“, freut sich BSV-Fußballboss Wolfgang Seel: „In der Defensive ließen wir kaum Tegernbacher Torchancen zu, und vorne erarbeiteten wir uns immer wieder gute Möglichkeiten. Daher war unser Sieg absolut verdient, er hätte eigentlich sogar höher ausfallen müssen.“ Womit wir schon beim einzigen Berg im Gauer Schönheitsfehler am vergangenen Sonntag wären – nämlich der mangelhaften Chancenverwertung. Letztlich gelang es nur Nico Schlingmann, zumindest einmal einzunetzen – und das auch erst in der 90. Minute.

TSV Wolnzach - SV Steingriff 1:2: Dass es auch im fünften Testspiel nach der Winterpause einen eigenen Sieg gab – für Florian Hergeth ist’s beileibe kein Grund, nun in Euphorie auszubrechen. „Dafür war unsere Leistung in Wolnzach vor allem in der ersten Halbzeit viel zu dürftig“, meint der SVS-Cheftrainer. Andererseits müsse aber auch erwähnt werden, dass auf extrem schlechten Platzverhältnissen ein gutes Fußballspiel gar nicht möglich gewesen sei. „Nach dem Seitenwechsel gelang es uns zumindest ein bisschen, griffiger zu agieren“, berichtet Hergeth: „Und als Folge davon haben wir auch unsere zwei Tore gemacht.“ Genauer ausgedrückt waren es Timo Kreitmayr (50.) und Benjamin Russo (83.), die die Kugel im heimischen Netz unterbrachten. Der Wolnzacher Anschlusstreffer fiel dann erst in der dritten Minute der Nachspielzeit durch David Schollmeier. „Normalerweise brauchen wir gar nicht viel über diese Partie reden“, so Hergeth: „Erst ab dem nächsten Wochenende zählt’s. Alles, was zuvor war, ist eigentlich komplett egal.“

FC Gundelsdorf - TSV Weilach 6:3: Testspiele mit Weilacher Beteiligung – das war Unterhaltung pur. Insgesamt sechs davon fanden nach der Winterpause statt, und in denen gab es stolze 33 Tore zu beobachten. Nur in einem einzigen fielen weniger als vier Treffer – und das war auch prompt das einzige Match, das von den Grünweißen gewonnen wurde (2:1 beim TSV Jetzendorf II). Ansonsten stehen für sie ein Unentschieden sowie vier Niederlagen zu Buche. Leo Solich möchte das nicht überbewerten. „Die vielen Gegentore gefallen uns natürlich nicht. Aber andererseits war in allen Partien erkennbar, dass wir nach 60 beziehungsweise 70 Minuten überlegen wirkten“, berichtet der TSV- Spielertrainer: „Das zeigt uns, dass wir zumindest in Sachen Fitness bereits dort sind, wo wir hinwollten. Und hinsichtlich aller anderen Bereiche habe ich vollstes Vertrauen in unsere Mannschaft, dass sie hier noch eine Schippe drauflegt.“ Ihre Generalprobe in Gundelsdorf verlief allerdings atypisch für die Grünweißen: Durch Jonas Breitsameter (28.), Neil Zorneke (37.) und Jeffrey Lang (53.) gingen sie dort nämlich gleich dreimal selbst in Führung – um dann erst in der Schlussphase komplett einzubrechen. Oder, ein bisschen anders ausgedrückt: Aus einem eigenen 3:2 wurde da in den letzten 23 Minuten noch ein bitteres 3:6.

SV Waidhofen - TSV Hohenwart II 3:1: „Vielleicht hatte ich unser Team in den Vorwochen hin und wieder zu sehr gelobt“, grübelt Jürgen Filp. Jetzt, nach dem „kleinen Paartalderby“ gegen die zweite Hohenwarter Vertretung, gibt es auf jeden Fall wieder den gewohnten Waidhofener Trainer: ausgesprochen selbstkritisch, als Mann der klaren Worte. So möchte er sich vom 3:1 der Seinen nicht im Geringsten blenden lassen. „Bei uns war noch immens viel Luft nach oben“, berichtet der 44-Jährigen: „Gerade unsere Leistung in der zweiten Halbzeit war eine Katastrophe – und unsere Chancenverwertung war sogar noch mehr eine Katastrophe.“ An was das konkret lag? Achselzucken bei Filp: „Vielleicht an den zahlreichen Spielerwechseln bei beiden Mannschaften nach dem Seitenwechsel? Ich weiß es nicht.“ Dank Lukas Preschl per Doppelpack (11./47.) und Daniel Altmann (61.) machten die Platzherren trotzdem frühzeitig alles klar. Der Hohenwarter Anschlusstreffer durch Florian Haslauer (85.) kam zu spät, um nochmals für etwas Spannung zu sorgen. „Zugegeben, auch die Gäste sind ein gestandener A-Klassist“, räumt Filp ein: „Aber bei unseren Ansprüchen, in der A-Klasse Aichach ganz oben zu bleiben, hätte von uns dennoch viel mehr kommen müssen.“

SV Hörzhausen - TSV Inchenhofen II 2:2: Zwischen den beiden Orten liegen keine zehn Kilometer. „Uns so kam tatsächlich ein leichtes Derbyfeeling auf“, berichtet SVH-Fußballboss Andreas Grepmair: „In den 90 Minuten war tatsächlich Feuer drin, es gab eine Vielzahl an intensiven Zweikämpfen – aber ohne dass es irgendwie unfair zuging.“ Folgerichtig spricht der 31-Jährige von einer „sehr guten Generalprobe“ der Seinen. Besonders erfreulich hierbei aus Hörzhausener Sicht: Alexander Böni ist wieder da. Der 32-jährige Schweizer feierte nach seinem Zehenbruch ein gelungenes Comeback – mit dem von ihm per Kopf erzielten 2:2-Ausgleich als schönen Höhepunkt (57.). Zuvor waren Janik Weyers und Marcel Schablas für die Inchenhofener erfolgreich gewesen, Jürgen Bergknapp hatte per Heber den ersten SVH-Treffer in diesem Match erzielt.

Außerdem spielten: FC Gerolsbach II - TSV Reichertshausen II 3:0; SV Ludwigsmoos - SV Waidhofen II 3:6.

SZ