Motor aus dem Takt geraten
Gegen Jetzendorf will der FC Ehekirchen vor allem Selbstvertrauen für die bevorstehende Relegation sammeln

19.05.2023 | Stand 16.09.2023, 21:52 Uhr |

Einen Schlussspurt möchte der FC Ehekirchen (im weißen Trikot) hinlegen und die sieglose Serie endlich beenden. Foto: Bartenschlager

Beim FC Ehekirchen ist derzeit der Wurm drin. Aus den vergangenen drei Partien konnte die Truppe um das gleichberechtigte Spielertrainer-Duo Simon Schröttle und Michael Panknin nur einen Zähler holen. Damit ist die Meisterschaft in der Landesliga Südwest nur noch theoretischer Natur. Der Tabellenführer 1. FC Sonthofen kann im Heimspiel gegen den TV Erkheim den Aufstieg nämlich aus eigener Kraft bereits mit einem Unentschieden perfekt machen, wohingegen der FCE am vorletzten Spieltag auswärts beim TSV Jetzendorf (Samstag, 14 Uhr) vor allem Selbstvertrauen für die bevorstehende Aufstiegsrelegation sammeln will.

In dieser Hinsicht gilt es auch ein wenig zu taktieren. Wer braucht unbedingt Spielpraxis? Wem tut dagegen eine Pause gut? „Das haben wir aber auch schon in der Vorwoche gegen den TSV 1860 Weißenburg so praktiziert. Weil der eine oder andere überspielt wirkte und nicht in Bestform war, haben wir ihm eine schöpferische Ruhezeit gegönnt“, berichtet Panknin, der mit seiner Truppe gegen die Mittelfranken dank des späten Treffers zum 1:1-Unentschieden immerhin noch einen Teilerfolg feiern konnte.

Bereits drei sieglose Spiele in Serie

Das Remis war nach der 1:4-Pleite beim TV Erkheim („Da war die Leistung sehr enttäuschend“) und der 0:2-Niederlage gegen den FV Illertissen II („Im Großen und Ganzen haben wir gegen eine sehr gute Mannschaft gut gespielt“) bereits das dritte sieglose Spiel in Serie. Der Motor der mit 67 Toren zweitbesten Offensivreihe aller 17 Landesligisten scheint kurz vor dem Saisonende ins Stottern geraten zu sein. „Größtes Problem ist, dass wir uns momentan schwertun, klare Torchancen herauszuspielen. Außerdem mussten wir zuletzt immer einem Rückstand hinterherlaufen. Das hat natürlich dem Gegner in die Karten gespielt, die sich noch mehr auf ihre Defensivarbeit konzentrieren konnten“, analysiert der kickende FCE-Coach und meint: „Es fehlt irgendwie an der Leichtigkeit und Durchschlagkraft. Vielleicht ist das aber auch ein Kopfproblem.“

Befreit und ohne Druck aufspielen

Dabei können die Mannen um Spielführer Matthias Rutkowski befreit und ohne großen Druck aufspielen – immerhin hat man bei den Weiß-Schwarzen mit dem Erreichen des zweiten Tabellenplatzes das Saisonziel schon bei Weitem übertroffen. Alles Weitere ist nun Zugabe. Ähnlich dürfte die Situation beim TSV Jetzendorf zu werten sein, der als Aufsteiger den Klassenerhalt frühzeitig sicherte und mit 42 Zählern den neunten Tabellenplatz einnimmt. Die Truppe um Alexander Schäffler kann bei nur zwei Punkten Rückstand auf den Fünftplatzierten VfL Kaufering sogar noch diesen Rang ins Visier nehmen. „Mich wundert es nicht, dass die Jetzendorfer so gut dastehen“, sagt Panknin, „denn für mich ist der TSV nie ein typischer Aufsteiger gewesen. Die Mannschaft wirkt gefestigt, ist homogen und sowohl spielerisch als auch körperlich gut.“ Einer der Erfolgsgaranten ist Dominic Reisner. Der 27-jährige Angreifer traf bis dato 17-mal und bereitete sieben weitere Tore vor. Damit war Reisner an ziemlich genau der Hälfte aller 49 TSV-Treffer maßgeblich beteiligt. Auf Rang zwei der internen Torjägerliste folgt Maximilian Kreitmair mit jeweils zehn Treffern und Vorlagen. Im Hinspiel, das der FCE klar und deutlich mit 5:1 für sich entscheiden konnte, war aber auch das Duo torlos geblieben. Seinerzeit gelang Benedict Geuenich in der 88. Minute der Ehrentreffer.

DK