Regionalliga Bayern

Nächster herber Auswärts-Dämpfer für den VfB

Erst ein Punkt nach vier Spielen in der Fremde: Eichstätt unterliegt in Aschaffenburg klar mit 1:5

18.09.2022 | Stand 18.09.2022, 16:50 Uhr

Knackpunkt bei der Niederlage des VfB Eichstätt war vermutlich der Pfostenschuss von Philipp Federl (rechts, hier gegen Rain am Lech), als Aschaffenburg fast im direkten Gegenangriff mit 2:1 in Führung ging. Foto: Traub (Archiv)

Aschaffenburg – Die vergangenen beiden Begegnungen in der abgelaufenen Saison der Regionalliga Bayern zwischen dem SV Viktoria Aschaffenburg und dem VfB Eichstätt haben noch torlos geendet. Am Freitagabend konnten allerdings nur die Unterfranken ihren Aufwärtstrend fortsetzen und schickten die Elf von Trainer Markus Mattes mit einer deftigen 1:5 (1:3)-Niederlage auf die 275 Kilometer lange Heimreise.

Allzu heftig fiel die Kritik von Mattes allerdings nicht aus. „Es klingt zwar komisch, aber in der ersten Halbzeit haben wir es in vielen Situationen richtig gut gemacht. Knackpunkt war sicherlich der Pfostenschuss von Philipp Federl kurz nach dem 1:1-Ausgleich, als wir fast im direkten Gegenangriff mit 1:2 in Rückstand geraten sind“, sagt der VfB-Coach und ergänzt: „Nach der Pause hat Aschaffenburg seine Qualität ausgespielt und auch in dieser Höhe verdient gewonnen.“ Aschaffenburgs Trainer, der ehemalige Bundesligaprofi Jochen Seitz, pflichtete Mattes bei: „Gegen einen sehr tief stehenden Gegner mussten wir Geduld beweisen. Schlüsselszene war sicherlich der Pfostenschuss, als das Glück auf unserer Seite war. Danach waren wir dominant, auch wenn Eichstätt nie aufgesteckt hat.“

Wie beim 0:0 in der vergangenen Saison trat der VfB mit einer Fünferkette in der Defensive auf, Markus Waffler ersetzte dabei den privat verhinderten Sebastian Graßl. Einen ersten Warnschuss gab Aschaffenburgs Silas Tom Zehnder nach 15 Minuten Spielzeit ab und die Direktabnahme des aufgerückten Hamza Boutakhrit flog über das Gehäuse von VfB-Keeper Felix Junghan. In der 23. Minute gelang dem SV mit Hilfe der gesamten VfB-Abwehr dann doch die 1:0-Führung. Nach einem weiten Einwurf von Boutakhrit konnte gleich dreimal nur unzureichend von den Eichstättern geklärt werden, Clay Verkaj bediente seinen Kapitän Benjamin Baier und dessen traumhafte Volleyabnahme aus halbrechter Position schlug unhaltbar im langen Eck ein. Der VfB wurde zusehends mutiger, nach Flanke von Johannes Golla versäumte Tobias Stoßberger noch den Ausgleich, als er freistehend am Fünfmetereck hoch über das Tor köpfte.

Drei Minuten später traf Stoßberger dann doch zum 1:1. Sturmpartner Julian Kügel erkämpfte sich an der Mittellinie den Ball, sein Zuspiel passte Johannes Fiedler in den Lauf von Stoßberger und dessen Schuss aus 18 Metern landete noch leicht abgefälscht für den ehemaligen Profi Max Grün im Tor der Gastgeber (31.). Aschaffenburg wirkte danach leicht verunsichert. Nach toller Vorarbeit von Florian Lamprecht setzte Federl dessen Querpass allerdings nur an den rechten Pfosten. Prompt kassierten die Domstädter fast im direkten Gegenzug das 1:2. Mittelfeldstratege Verkaj spielte mit einem Lochpass auf den ehemaligen Schweinfurter Benedict Laverty, der frei vor Junghan die Nerven behielt und vollstreckte (38.). Noch vor dem Pausenpfiff netzte Laverty erneut zum 3:1 für die Gastgeber ein. Dem Treffer ging eine nur unzureichend geklärte Standardsituation voraus. Ein Eckball kam über Umwege zu Laverty, der aus fünf Metern keine Mühe hatte, einzuschießen.

Etwas überraschend startete die Mattes-Elf unverändert in die zweite Halbzeit. Eine viel zu passiv agierende VfB-Abwehr störte Florian Pieper nicht ernsthaft bei seinem Dribbling und dessen eher harmloser Schuss aus 16 Metern landete zum 4:1 im Tor der Gäste (52.). Das fair geführte Spiel war somit frühzeitig entschieden und Aschaffenburg tat nur noch das Nötigste. In der 70. Minute schnürte Laverty sogar den Dreierpack, als er von Pieper angespielt, mit einem Heber über Junghan zum 5:1 traf. Eine Direktabnahme von Stoßberger und ein gefährlicher Kopfball von Federl brachten keine Ergebniskosmetik für den VfB. Pünktlich nach 90 Minuten beendete Schiedsrichter Felix Grund das Spiel. Für den VfB heißt es nun Mund abputzen und volle Konzentration auf das kommende Heimspiel am Samstag um 14 Uhr gegen die SpVgg Unterhaching.

sfj


VfB Eichstätt: Junghan – Golla, Moratz, Waffler, Trslic (87. Gstettner), Lamprecht – Fiedler, Federl, Wolfsteiner (71. Eberle) – Stoßberger (79. Erten), Kügel (79. Meixner).
SV Viktoria Aschaffenburg: Grün, Zehnder, Desch (68. Stein), Boutakhrit, Borger, Baier, Verkaj (73. Klement), Niesigk (28. Paraschiv), Meyer, Pieper (77. Hebisch), Laverty (73. Philipp).
Tore: 1:0 Baier (23.), 1:1 Stoßberger (31.), 2:1; 3:1 Laverty (38., 43.), 4:1 Pieper (52.), 5:1 Laverty (70.).
Gelbe Karten: Wolfsteiner (44./VfB Eichstätt), Desch (56./SV Aschaffenburg), Klement (78./SV Aschaffenburg).
Schiedsrichter: Felix Grund.
Zuschauer: 901.