Ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen
UN-Kampagne „Orange the world“: Erleuchtetes Rathaus und Mahnwache auch in Neuburg

26.11.2023 | Stand 27.11.2023, 13:53 Uhr |
Anni Scheuermeyer

Dem nasskalten Wetter trotzten am Samstagabend die Teilnehmer der Mahnwache vor dem orange erleuchteten Rathaus in der Oberen Altstadt. Fotos: Scheuermeyer

Am Samstag begann die 16-tägige UN-Kampagne „Orange the world“. Während dieser Zeit soll auf Gewalt vor allem gegen Frauen und junge Mädchen aufmerksam gemacht werden. Auch die Neuburger Stadträtinnen nahmen sich das Thema zu Herzen und organisierten eine Mahnwache am Karlsplatz in der Oberen Altstadt, denn „auch wir wollen ein Zeichen setzten“, wie Sissy Schafferhans (FW) gleich zu Beginn verkündet.

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Ob orange Jacke und Mütze, Regenschirm oder Schal: Die Mitwirkenden zeigten vollen Einsatz. Zahlreiche Kerzen in gleicher Farbe brannten in jeder Hand, um auf die betroffenen Frauen aufmerksam zu machen. Um 18 Uhr trafen sich die Interessierten am Rathaus, was bereits in orangenen Farben leuchtete und noch bis tief in die Nacht um 22 Uhr weiter strahlte. 

 

Stadträtinnen setzen gemeinsam ein Zeichen



Schafferhans, die das Ganze auf die Beine gestellt hatte, wurde von ihren Kolleginnen aus dem Stadtrat Nina Vogel (Grüne), Sabine Schneider (SPD), Franziska Hildebrandt (WIND), Bettina Häring (FDP), Doris Stöckl (CSU) und als männlichen Vertreter Norbert Mages (Grüne) sowie SPD-Urgestein Horst Winter aus dem Seniorenbeirat unterstützt. Neben Neuburger Bürgerinnen und Bürgern fanden sich auch Vertreter der Caritas und die Zuständige der Zufluchtsstätte für Frauen in Not ein.

Bei starkem Wind, Schneefall und Minustemperaturen sprach Schafferhans über erschreckende Zahlen zum Thema. „Jede dritte Frau erfährt in ihrem Leben psychische, physische oder sexuelle Gewalt.“ Und die Dunkelziffer sei hoch, mahnte sie. „Bedrohung, Stalking, Nötigung und Vergewaltigung“ – sie appellierte an alle Frauen, auf die „ersten kleinen Anzeichen“ zu achten und sich Hilfe zu holen. „Wir müssen alle hinschauen und dürfen nicht wegsehen.“ Großer Dank gelte allen Anwesenden für ihre Solidarität „im Hier und Jetzt“.

 

„Bitte nicht aushalten!“



Die Neuburger Heilpraktikerin Sabine Hasslbauer ergriff daraufhin das Wort. In ihrem eigenen Buch „Endlich frei vom Säbelzahntiger und wie die Maus zum Elefanten wird“ beschreibt sie Verhaltensweisen von narzisstischen Charakteren und deren Opfern und gibt Hinweise zum Ausweg aus dieser Teufelsspirale. Egal ob im privaten, beruflichen oder öffentlichen Bereich. Sie ermutigte Frauen, „Nein“ zu sagen und sich nicht weiter kleinhalten zu lassen. „Bitte nicht aushalten!“, ist ihre Bitte an alle Betroffenen. 

Auch Heike Stemmer, Zuständige für die Zufluchtsstätte für Frauen in Not des Diakonischen Werks Neuburg, äußerte sich. Sie machte auf die bestehende Hilfe aufmerksam, zwei Plätze stehen demnach in Neuburg zur Verfügung. Im Anschluss meldete sich eine Bürgerin zu Wort, es sei „eine Schande“, dass nur zwei Plätze bestünden und kritisierte die mangelnde Teilnehmerzahl des Stadtrats. Daraufhin kam Zustimmung und Applaus aller Anwesenden. Stemmer erklärte, dass andere Landkreise weniger Plätze anbieten würden und die Belegung der verfügbaren Plätze starken Schwankungen unterlegen sei. 

Ehrenamtliche werden trotzdem jederzeit für den Telefondienst gesucht, wo sich Betroffene unter der Telefonnummer (08431) 60288 Hilfe suchen können.

DK