Kreisliga 1 Donau/Isar

Hitziger Beginn

SV Menning zahlt Lehrgeld gegen Hitzhofen – Aufstiegsfavorit TSV Gaimersheim muss sich mit Punkt begnügen

08.08.2022 | Stand 08.08.2022, 18:10 Uhr

Ein packendes Duell auf Augenhöhe lieferten sich der TSV Gaimersheim (links Torschütze Ömer Sali Moustafa) und der FC Gerolfing (rechts Daniel Jester). Foto: Traub

Von Julian Meier

Pfaffenhofen – Die Kreisliga 1 Donau/Isar ist zurück aus der Sommerpause – und sie hält sogleich, was sie verspricht. Spannende und umkämpfte Partien gab es am Wochenende zuhauf. Wie ausgeglichen die Liga ist, zeigt schon allein der Blick auf die Ergebnisse des ersten Spieltags: Nur der FC Hitzhofen-Oberzell konnte mit mehr als einem Tor Unterschied gewinnen. Dreimal gab es ein Unentschieden, unter anderem auch im Duell der beiden Vorjahres-Aufstiegskonkurrenten TSV Gaimersheim und FC Gerolfing.

FC Mindelstetten - Türkisch SV Ingolstadt 2:1 (1:0): Der FC Mindelstetten ist auf dem besten Weg um zu bestätigen, dass Platz vier in der Vorsaison kein Zufall war. Beim Vergleich mit der ersten Spielzeit nach der Kreisliga-Rückkehr blieb Spielertrainer Marcel Kappelmaier aber zurückhaltend: „Ein Sieg zum Auftakt ist immer wichtig. Wo wir momentan qualitativ stehen, wird sich in den nächsten Wochen zeigen.“ Auch der Ausfall von sechs Spielern, die urlaubs- oder verletzungsbedingt fehlten, konnte Mindelstetten am Samstag nicht stoppen. Lukas Gaul (41.) und Paul Götz (65.) trafen für die Gastgeber. Der Anschlusstreffer durch Zabihullah Rahimi (90.+1) kam letztlich zu spät. Türkisch SV-Abteilungsleiter Ertugrul Topcu sah dennoch eine Leistung seiner Mannschaft: „Es war definitiv mehr drin. Wir haben unsere Chancen nicht genutzt. Ich bin mir sicher, dass sich unsere Leistung in den nächsten Spielen im Ergebnis widerspiegeln wird.“ Dann sollten nach und nach auch wieder die Urlauber zurückkehren.

SV Kasing - FC Sandersdorf 2:3 (0:1): Der Negativlauf des SV Kasing setzt sich auch eine Liga tiefer fort: Zum Auftakt in der Kreisliga gab es eine unglückliche 2:3-Niederlage gegen den FC Sandersdorf. Der letzte Sieg datiert mittlerweile aus dem Oktober 2021. „Es ist extrem bitter. Wir waren die spielbestimmende Mannschaft, haben über außen oft den Durchbruch geschafft – aber der Ball wollte nicht rein“, sagte Neu-Coach Tobias Giebl. Individuelle Fehler sorgten letztlich dafür, dass die schlechte Chancenverwertung des SVK bestraft wurde. Etwa als Matthias Neumayer der Ball zu weit wegsprang und Christian Eichhammer zum 1:0 für die Gäste traf (31.). In Unterzahl nach einer Zehn-Minuten-Strafe für Fabian Wölkhammer kassierten die Heimelf zwei weitere Treffer durch Philipp Schneeberger (70.) und Sandro Rott (80.). Die Aufholjagd mit den beiden Toren durch Martin Oblinger (83.) und Stefan Schauer (90.) wurde nicht mehr belohnt. „Die Chancen waren da. Es war ein Spiel, das eigentlich Unentschieden ausgehen müsste, aber Sandersdorf war effektiv“, haderte Giebl. Sein Gegenüber Patrick Mack war erleichtert, dass seine Elf den Vorsprung über die Zeit gebracht hat: „Kasing hat es uns nicht leicht gemacht. Sie sind bis zum Ende drangeblieben und haben nicht aufgegeben.“ Der FCS ist mittlerweile saisonübergreifend seit neun Spielen ungeschlagen. „Wir wollten da weitermachen, wo wir in der Rückrunde aufgehört haben. Dass uns das gelungen ist, ist sehr gut – gerade auch für das Selbstvertrauen“, lobte Mack.

TSV Oberhaunstadt – TSV Baar-Ebenhausen 0:1 (0:0): Im Fußball ist vieles Auslegungssache. Etwa wenn es darum geht, wie verdient oder unverdient ein Ergebnis ist. In den Worten von Oberhaunstadts Sportlichem Leiter Stefan Schaller kann dies etwa so klingen: „Für Baar-Ebenhausen waren es bestimmt drei Punkte, mit denen sie vor dem Spiel nicht gerechnet hätten. Und wenn man unseren Ballbesitz sieht, war es dann auch eher ein glücklicher Sieg.“ Ein wenig anders sah das Baar-Ebenhausens neuer Trainer Herbert Riedl: „Der Erfolg ist nicht unverdient, da wir wenig zugelassen haben und nach vorne unsere Chancen hatten.“ Wie dem auch sei, am Ende zählt das Ergebnis. Und das sprach für die Gäste. Riedl aber relativierte die Bedeutung des Erfolgs bei seinem Debüt: „Für die junge, teils unerfahrene Truppe war das ein toller Start, mehr aber auch nicht.“ Mitte der zweiten Halbzeit traf Christoph Geyer mit einem Lupfer die Latte, den Abpraller drückte Fabian Arbogas zum entscheidenden 1:0 über die Linie (58.). „Der Gegentreffer wäre durch ein besseres Stellungsspiel und gegenseitige Absprachen leicht zu verhindern gewesen. Jetzt heißt es, das Spiel abzuhaken und den Fokus auf Sandersdorf zu legen“, sagte Schaller.

DJK Ingolstadt - TSV Großmehring 1:1 (0:0): Es war diese eine Szene, die für den Ausgang des Spiels letztlich entscheidend war. Und die am Schluss für Diskussionen sorgte. 69 Minuten waren gespielt, als DJK-Spieler Flaur Bashota nach einem Zweikampf im Mittelfeld verletzt liegenblieb. Für seinen Coach Michael Dittenhauser „ein klares Foul“. Der Schiedsrichter sah das nicht so und ließ weiterlaufen. Die Gäste spielten daraufhin weiter, bis Ahmed Metinov Kyasimov zum 1:1-Endstand traf. Was am Ende die Gemüter erhitzte war die Frage: Hätte Großmehring den Ball ins Aus spielen sollen oder nicht? „Es war definitiv nicht fair, was Großmehring da gemacht hat. Auf der anderen Seite war es auch dumm von uns, nur zu reklamieren, dass sie den Ball rausspielen sollen in der Hoffnung, dass der Gegner das auch tut. Wir hätten da cleverer agieren und die Situationen unterbinden müssen“, meinte der DJK-Coach. Gäste-Trainer Marco Spreng verteidigte dagegen das Verhalten seiner Spieler: „Unfair sind wir mit Sicherheit nicht. Der Spieler war in der Situation gar nicht mehr mit drin und weit vom Ball weg. Deshalb haben wir den Angriff zu Ende gespielt und verdientermaßen das 1:1 erzielt.“ Am Ende konnte er auch deutlich besser mit dem Remis leben: „Auswärts bei der DJK einen Punkt mitzunehmen, damit sind wir zufrieden. Wenn man die 90 Minuten betrachtet, war es ein gerechtes Remis.“ Für die DJK war das Eigentor von Großmehrings Leopold Hoch (58.) zu wenig. Dittenhauser:„Unterm Strich fühlt es sich ein wenig wie eine Niederlage an. Über das ganze Spiel gesehen war es ein glücklicher Punkt für Großmehring.“

SV Hundszell - SV Manching U23 2:2 (0:2): Gegen eine etablierte Kreisliga-Mannschaft zur Halbzeit 0:2 zurückzuliegen und am Ende trotzdem noch einen Punkt zu holen – es gibt definitiv schlechtere Erlebnisse für so ein Premieren-Spiel in der achthöchsten Liga. Der SV Hundszell hat die Aufstiegseuphorie mitgenommen und gezeigt, dass der Neuling nicht auf die leichte Schulter genommen werden darf. „Wir sind glücklich über den Punkt, aber noch viel mehr über unsere Leistung. Wir wissen jetzt, dass wir in der Kreisliga mithalten können“, sagte Trainer Florian Kunz. Dabei hatte es schon früh in der Partie nicht gut ausgesehen für sein Team: Ousseynou Tamba (8.) und Daniel Rosner (16.) hatten Manching mit 2:0 in Führung geschossen. Kurz vor der Halbzeitpause sah Hundszells Noah Schatzmann dann auch noch wegen Meckerns die Gelb-Rote Karte (45.). Eigentlich die perfekte Ausgangslage für einen Debüt-Sieg von Manchings neuem Coach Daniel Bösl. „In der Liga eine Überzahl auszuspielen ist sehr schwierig. Die Teams in Unterzahl werden oftmals eher stärker als schwächer“, analysierte dieser. Und tatsächlich: Mit einem späten Doppelschlag verhalf Leon Drees seinem Team zum ersten Punkt in der Kreisliga (88., 90.). „Wenn du 80 Minuten mit 2:0 führst, möchtest du es natürlich auch nach Hause fahren. Wir wollen aber mit gutem Gefühl nach vorne schauen und nehmen den Punkt positiv mit“, meinte Bösl. SVH-Coach Kunz blickt ebenfalls positiv auf die nächsten Aufgaben: „Wir haben das Spiel meiner Meinung nach 90 Minuten bestimmt, das Ergebnis ist dementsprechend nur Resultat unserer Leistung.“

TSV Gaimersheim - FC Gerolfing 1:1 (1:0): Das Kopf-an-Kopf-Rennen um den Aufstiegsrelegationsplatz im Vorjahr dürfte den meisten noch gut in Erinnerung sein. Nur dank des gewonnen Direktvergleichs hatte der TSV die Nase gegenüber dem FCG vorne. An den Kräfteverhältnissen hat sich scheinbar nicht viel geändert – am Sonntag gab es im direkten Vergleich ein Remis. „Es war ein offener Schlagabtausch. Das Spiel hätte genauso gut 3:3 ausgehen können. Von dem her bin ich mit dem Unentschieden zufrieden“, meinte FCG-Coach Marcus Stadler. Auch sein Gegenüber Manfred Kroll wusste das Ergebnis einzuordnen: „In Summe ein gerechtes Unentschieden. Es war eine sehr intensive Partie. Es gilt, den Punkt mitzunehmen, da Gerolfing kurz vor Ende auch das 2:1 machen kann.“ Einmal hatten die Gerolfinger seiner Mannschaft zu viel Platz gelassen, und das nutzte der TSV sofort aus – Ömer Sali Moustafa traf zum 1:0 (42.). „Wenn sie kombinieren können und wenn man sie spielen lässt, dann wird es gefährlich. Aber nach dem Gegentor haben wir ordentlich dagegengehalten, haben gekämpft und verdient den Punkt mitgenommen“, meinte Stadler. Philipp Haunschild erzielte den Treffer zum 1:1 (48.). Im Anschluss hätte die Heimelf durchaus zurückschlagen können, ließ Kroll zufolge aber „allerbeste Torchancen liegen“.

SV Menning - FC Hitzhofen-Oberzell 1:3 (1:1): Dass Dauer-Aufsteiger SV Menning keine Laufkundschaft ist, dürfte sich herumgesprochen haben. Zu spüren bekam das am Sonntag auch der FC Hitzhofen-Oberzell. „Wir wussten, dass es heute ein hartes Stück Arbeit wird. Der Gegner hat uns 60 Minuten das Leben sehr schwer gemacht“, sagte dessen Coach Michael Olah. Nach diesen 60 Minuten und der 2:1-Führung für Hitzhofen war dann allerdings der Bann gebrochen. „Letztendlich war der entscheidende Punkt die Erfahrung in der Kreisliga, die uns zum Sieg verholfen hat. Trotzdem Respekt an Menning für den aufopferungsvollen Kampf“, resümierte Olah. Sein Team war durch Alexander Thielmanns Kopfballtor nach Flanke von Tomislav Marinovic in Führung gegangen (18.). Zehn Minuten später blieb Philip Wolfsfellner allein vor dem Torwart eiskalt und traf zum 1:1. Nach dem Seitenwechsel und einer Phase, in der Menning die Spielkontrolle übernommen hatte, traf Hitzhofens Marinovic und zog dem Aufsteiger damit den Stecker (58.). Kurz vor Schluss besorgte er noch den 3:1-Endstand (89.). Heimcoach Dejan Micic zeigte sich dennoch zufrieden: „Es war ein ordentliches Spiel von uns. Wir waren spielerisch auf Augenhöhe mit Hitzhofen. Die Niederlage geht in Ordnung, weil Hitzhofen das abgebrühtere Team war.“

PK