Eishockey, Bayernliga

EC Pfaffenhofen holt Petr Fical als neuen Trainer

Ex-Nationalspieler und Olympia-Teilnehmer soll ECP zum Klassenerhalt führen – Anfänge im ECP-Nachwuchs

20.06.2022 | Stand 20.06.2022, 12:45 Uhr

Will künftig wieder mit dem EC Pfaffenhofen jubeln: Petr Fical (hier im Trikot des ERC Ingolstadt) freut sich auf die Herausforderung als Trainer der Eishogs. Ihm zur Seite stehen wird Rod Poindexter (2. von links) als Co-Trainer. Abteilungsleiter Robert Huber (links) und sein Stellvertreter Marco Löwenberger (rechts) freuen sich auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit. Fotos: Bösl (Archiv), Oexler

Pfaffenhofen – Nach dem kompletten Umbruch in der Führungsmannschaft des EC Pfaffenhofen hat die neue Abteilungsleitung um Robert Huber schnell gehandelt. Am Wochenende machte sie die Verpflichtung des früheren Nationalspielers und Olympia-Teilnehmers Petr Fical als Trainer des Bayernliga-Teams perfekt und konnte damit bei einer der wichtigsten Personalien durchaus mit einer Überraschung aufwarten.

Fical löst damit Steve Pepin ab, der sich künftig wieder auf seine Aufgabe als hauptamtlicher Nachwuchstrainer konzentrieren wird. Unterstützt werden wird der neue Coach von Co-Trainer Rod Poindexter, der 2010 die Eishogs als Chefcoach bis ins Halbfinale geführt hatte, wo sie dem späteren Meister Miesbach in einer denkwürdigen Serie erst im Penaltyschießen der letzten Partie unterlagen.

Mit der Übernahme des Traineramts in Pfaffenhofen schließt sich für den 44-jährigen, gebürtigen Tschechen Petr Fical zunächst der Kreis, startete er doch im Nachwuchs des ECP seine erfolgreiche Profikarriere in Deutschland. Zusammen mit Vereinslegende David Vokaty absolvierte er in Pfaffenhofen ab 1992 eine Ausbildung als Automechaniker, ehe er dann über die Oberligastationen Straubing, Deggendorf und Regensburg, wo er in 276 Spielen 165 Tore erzielte und weitere 127 vorbereitete, 2001 in Essen seinen ersten DEL-Vertrag bekam. Über die Zwischenstation Iserlohn landete er schließlich bei den Nürnberg IceTigers, denen er acht Jahre lang die Treue hielt. Bei den Franken war er nicht nur Vizekapitän, sondern schaffte dort, nachdem er geheiratet und die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen hatte, auch den Sprung in die DEB-Auswahl. Für Deutschland bestritt er 96 Länderspiele, nahm an vier Weltmeisterschaften und 2006 an den Olympischen Spielen teilnahm. Insgesamt gelangen ihm im Trikot der Nationalmannschaft zwölf Treffer, zu elf weiteren leistete er die Vorarbeit. 2010 wechselte er noch für zwei Jahre zum ERC Ingolstadt, ehe er seine DEL-Karriere beendete und noch drei weitere Jahre für Regensburg in der Oberliga auflief, nachdem er mit seiner Familie dort sesshaft geworden war. In Regensburg konnte er nochmals 169 Scorerpunkte in 156 Spielen verbuchen. Die vergangenen sieben Jahre verbrachte er in Luxemburg, wo er als Trainer neben der einheimischen Mannschaft von Tornado Luxemburg, die im französischen Ligenbetrieb integriert ist, auch das luxemburgische Nationalteam betreute, mit dem er an sechs Weltmeisterschaften teilnahm.

Die Nähe zu seiner Familie in Regensburg war einer der Gründe für sein Engagement in Pfaffenhofen. „Ich wollte weiterhin als Trainer tätig sein, aber nicht mehr so weit weg von meiner Familie. Da ich Pfaffenhofen ja aus meiner Jugendzeit schon kenne und hier auch noch viele Bekannte habe, war ich mir mit Abteilungsleiter Robert Huber relativ schnell einig,“ begründet Fical seine Entscheidung pro ECP. „Ich freue mich auf eine interessante Aufgabe. Die Bayernliga ist inzwischen eine sehr attraktive Liga,“ so der neue ECP-Coach weiter.

Huber und sein Vertreter Marco Löwenberger sind jedenfalls froh, dass die Verpflichtung geklappt hat, zumal sie damit auch bei den Trainern den beabsichtigten Weg einschlagen konnten, ein Team aus Leuten zu formen, die einen Bezug zu Pfaffenhofen haben oder aus der Region stammen. Vor allem aber betont Huber, das neue Trainerteam in Ruhe arbeiten zu lassen und keinen Druck aufzubauen: „Wir wissen natürlich, dass wir nach dem Umbruch und dem Verlust einiger Leistungsträger vor einer schwierigen Saison stehen. Wir hoffen deshalb, dass Petr und Rod der Mannschaft wieder den Spaß am Eishockey vermitteln können. Der scheint in letzter Zeit bei vielen Spielern nicht mehr vorhanden gewesen zu sein. Jedenfalls war dies der Eindruck, der sich mir in den Gesprächen mit den Spielern aufgedrängt hat. Sollte dies gelingen, müsste auch unser wichtigstes Ziel, nämlich der Klassenerhalt, zu schaffen sein.“ Den beiden neuen Verantwortlichen an der Bande kann man dazu nur viel Erfolg und das dafür auch notwendige Quäntchen Glück wünschen.

oex