Landesliga - TSV Jetzendorf

„Die schlechteste Leistung im wichtigsten Spiel“

Jetzendorfs Spielertrainer Alexander Schäffler nach 0:4-Heimpleite gegen Abstiegskonkurrent Memmingen sauer

18.09.2022 | Stand 18.09.2022, 20:17 Uhr

Gut abgeschirmt: Memmingens David Remiger (links) lässt Jetzendorfs Wlad Beiz nicht an den Ball kommen. Foto: Kramer

Von Horst Kramer

Jetzendorf – „Es war die schlechteste Leistung im bisher wichtigsten Spiel“, urteilte Jetzendorfs Spielertrainer Alexander Schäffler nach dem 0:4 (0:1) in der Landesliga Südwest gegen den FC Memmingen II. Die Allgäuer hatten vor der Partie vier Punkte weniger als der TSV. Die Jetzendorfer indes erwischten einen rabenschwarzen Tag: „Von der Nummer eins bis zur Nummer 23“, stellte Schäffler klar.

Die Memminger erzielten vor der Pause durch ihren starken Kapitän Musa Youssef die längst überfällige Führung (0:1, 31.). Nach einer Stunde legte Jonas Kaufmann nach (0:2, 61.). Mit dem 0:3 von Tiziano Mulas war die Partie gelaufen (66.). Spätestens beim 0:4 von David Remiger wünschten sich die Jetzendorfer Fans das Ende der Partie herbei (84.).

Die Memminger wirkten schon ab der ersten Minute schneller, engagierter und entschlossener. Das mag an Akteuren wie den erfahrenen Remiger (52 Regionalliga-, neun Bayernligaspiele) gelegen haben oder auch an Spielern wie Qazim Prushi und Kuta Yel, die ebenfalls schon höherklassig Erfahrungen sammeln durften.

Schäffler und seine Trainerkollegen hatten ihr Team umgebaut, mit der neuen Viererkette Sebastian Pohlmann, Wojciech Swierkosz, Markus Pöllner und Florian Radlmeier (der sonst rechts verteidigt). Vor Pohlmann agierte der junge David Raabe, neben Wlad Beiz und Leon Grauvogl. Vom nominell starken Sturm mit Maximilian Kreitmair, Dominic Reisner und Benedict Geuenich war wenig zu sehen. Der Grund: eine bedrückende Quote an Fehlpässen und verlorenen Zweikämpfen.

Die Gäste erarbeiteten sich ihre erste Chance in der 13. Minute durch ihren starken Kapitän Youssef. Auf der Gegenseite hatte Jetzendorf seine erste und einzige klare Chance nach einer halben Stunde, als sich Reisner auf der linken Seite durchtankte und für Kreitmair auflegte, der allerdings bei seinem Schussversuch aus dem Gleichgewicht geriet (30.). Ansonsten fand der TSV offensiv nicht statt. Kurz zuvor hatte der Memminger Jonas Kaufmann einen Treffer erzielt, den Schiedsrichter Manuel Müller wegen einer Abseitsposition nicht anerkannte. (28.). Das 0:1 wurde durch einen Fehlpass von Pohlmann an der Mittellinie eingeleitet, Swierkosz konnte am Strafraum gegen Yel nicht klären, Youssef nahm den Querschläger dankbar auf (0:1, 38.). Gleich darauf rettete Jetzendorfs Keeper Ulrich Unterburger, der den unpässlichen Jeremy Manhard vertrat, vor Yel (39.).

Der knappe Rückstand zur Halbzeit ließ noch alles offen. Tatsächlich brachten die eingewechselten Luis Sarisakal und Seppi Keimel etwas Schwung auf die linke Seite. Reisner und Grauvogl versuchte es bei einer Doppelchance mit Gewaltschüssen – die allerdings nicht den Weg zum Tor fanden (47.). Ein kurzes Strohfeuer, dann hatten die Gäste ihre Gastgeber wieder im Griff. Nach einem wirkungslosen Jetzendorfer Freistoß aus 25 Metern fuhren die Allgäuer einen blitzschnellen Konter, den Prushi mit einem präzisen Schuss ins lange Eck krönte (0:2, 61.). Die weiteren Treffer fielen ähnlich simpel: Prushi flankte von links, Mulas versuchte es mit einem Chip-Ball und hatte Glück (0:3, 66.). Der Schütze bereitete anschließend das 0:4 durch einen 50-Meter-Sprint vor, Remiger musste nur noch einschieben (0:4. 84.). Den Jetzendorfern war nicht einmal ein Ehrentreffer vergönnt: Bei Kreitmairs scharfem Schuss aus zwölf Metern packte Memmingens Schlussmann Tobias Werdich einen Handball-Torwart-Reflex aus und parierte (87.).

Schäffler wirkte ziemlich deprimiert, er kündigte eine Fehleranalyse an. Die Jetzendorfer sind auf Rang zwölf abgerutscht. Am kommenden Samstag besuchen sie den FC Kempten (15 Uhr).

PK


TSV Jetzendorf: Unterburger – Pohlmann (46. Sarisakal), Swierkosz, Pöllner, Radlmeier – Raabe (46. Keimel), Beiz (74. Liebl), Grauvogl (74. Els) – Kreitmair, Geuenich, Reisner (81. Peuker). – Tore: 0:1 Youssef (31.), 0:2 Kaufmann (61.), 0:3 Mulas (66.), 0:4 Remiger (84.). –
Schiedsrichter: Müller (SV Blau-Weiß 90 Neustadt. – Zuschauer: 80.