Stand-up-Paddling
Hungrig auf mehr

Super SUP Raceteam gewinnt Medaillen bei den Deutschen Meisterschaften und sammelt international wichtige Erfahrungen

19.10.2022 | Stand 22.09.2023, 4:23 Uhr |

Nahm bereits an Welt- und Europameisterschaften teil: Die 15-jährige Josephina Karst von Super SUP Racing Team. Foto: privat

Von Julian Meier

Ingolstadt – Das Super SUP Raceteam Ingolstadt mischt weiterhin munter die Paddelszene auf: Nach den Erfolgen bei der deutschen Meisterschaft auf Fehmarn gelangen nun auch auf internationaler Bühne vielversprechende Platzierungen. Zum Ende einer langen und fordernden Saison zog Trainer Michael Karst ein positives Fazit: „Es hat viel Bestätigung für unseren Weg gegeben, aber natürlich wurde uns auch aufgezeigt, woran wir noch arbeiten können.“

Das Ingolstädter Team, bestehend aus drei 15-Jährigen und einem 13-Jährigen, versteht sich als Ausbildungsprojekt für ambitioniertes Stand-up-Paddling. Zweimal in der Woche wird trainiert – das zeigt Wirkung. Auf Fehmarn gab es bereits zwei deutsche Meistertitel in der Jugendklasse. Bei Welt- und Europameisterschaft durften nun zwar keine Medaillen bejubelt werden, das war im Vorhinein aber auch nicht unbedingt erwartet worden.

Aus dem Team nahm Josephina Karst Ende August an der Europameisterschaft in Dänemark teil. Die 15-Jährige aus Gaimersheim war vom Deutschen Wellenreiterverband (DWV) als einzige Jugendfahrerin für die Wettkämpfe in Hvide Sande nominiert worden. „Am Anfang war ich ziemlich aufgeregt, aber im Laufe der Woche legte sich das dann und ich hatte wirklich großen Spaß. Der Zusammenhalt im Team Germany war super“, erzählt Karst. In zwei verschiedenen Disziplinen ging sie an den Start und erreichte jeweils den vierten Platz. „Als eine der jüngsten Fahrerinnen im Feld bin ich mit meinen beiden vierten Plätzen super happy. Natürlich hoffe ich trotzdem, mich in den nächsten Jahren noch weiter steigern zu können“, sagt sie.

Auch ihr Trainer und Vater Michael Karst ist stolz auf ihre Leistung bei der EM: „Das ist für ihren ersten Auftritt auf internationaler Bühne ein super Erfolg. Dafür hat sich ihr Trainingseinsatz dieses Jahr gelohnt.“ Weniger erfolgreich lief es für Josephina Karst bei der Weltmeisterschaft im polnischen Gdynia, die von 7. bis 11. September stattfand. In beiden Disziplinen schied sie bereits in den Vorläufen aus. Dafür zeigte ihr Teamkollege Raphael Habiger aus Eichstätt eine beachtliche Leistung und erreichte sowohl im Technical Race als auch im Sprint das Halbfinale. Gerade im 200 Meter-Sprintrennen hatte er allerdings Pech: Der 15-Jährige lag gerade auf dem dritten Platz und war damit auf Finalkurs, als der Paddler neben ihm auf seine Bahn fuhr und ihn ausbremste. Am Ende reichte es daher nur zu Platz sieben.

Leon Fichtner schaffte es im Sprint immerhin ins Viertelfinale. Obwohl es nicht für den ganz großen Wurf reichte, zeigte sich Trainer Karst dennoch zufrieden: „Bei der WM hat vor allem Raphael gezeigt, was in ihm steckt. Auch Leon hat hier tolle Leistungen gebracht.“ Die Startbedingungen für deutsche Teilnehmer sind nicht gerade die besten, weshalb Medaillenziele eher unrealistisch sind. „Bei den Burschen ist die Konkurrenz ziemlich groß und es ist schwer, ganz nach vorne zu kommen. Die Sportler aus den Ländern mit Küstenlinie haben da große Vorteile, auch weil der Sport in diesen Ländern gefördert wird“, sagt Karst.

Medaillen gab es immerhin bei der Deutschen Meisterschaft im Flatwater in Radolfszell am Bodensee: Max Indulag aus Gaimersheim, mit 13 Jahren der Jüngste im Team, erreichte im Long Distance den dritten Platz. Habiger, der wegen des Altersgefüges eine Altersklasse weiter oben starten musste, holte ebenfalls Bronze im Sprint. „Ich bin damit sehr zufrieden, jedoch will ich kommende Saison auch bei den Junioren noch weiter vorne mitfahren“, sagt er.

Jetzt stehen erstmal ein paar Wochen Pause an, bevor es dann mit der Vorbereitung auf die nächste Saison weitergeht. Den Jugendlichen dürfte das ganz recht sein – sie sind hungrig auf weitere Erfolge.

DK