Fußball – Kreisliga 1

Favoritenschreck Gerolfing schlägt wieder zu

Stadler-Elf stürzt mit 3:2-Sieg Tabellenführer Gaimersheim – Hitzhofen nach 7:1 wieder vorn – Lichtblick für Großmehring

07.11.2022 | Stand 07.11.2022, 15:10 Uhr

Klare Verhältnisse: Auch wenn Mennings Philip Wolfsfellner (rechts) in dieser Szene den Ball vor dem heranstürmenden Emin Ismaili (links) behaupten kann, am Ende gewann Hitzhofen das Kreisliga-Duell deutlich mit 7:1 und kehrte an die Tabellenspitze zurück. Foto: Traub

Von Julian Meier

Ingolstadt – Spektakulärer Erfolg für den FC Gerolfing: Mit 3:2 bezwang die Elf von Marcus Stadler den TSV Gaimersheim und bescherte der Kreisliga 1 Donau/Isar so einen neuen Tabellenführer. Zum Start der Rückrunde kehrte der FC Hitzhofen-Oberzell nach nur einer Woche auf die Spitzenposition zurück. Im Kellerduell behielt dagegen der TSV Großmehring mit 4:1 die Oberhand und verschlimmerte die Lage bei Schlusslicht DJK Ingolstadt weiter.

SV Manching II - SV Hundszell 1:5 (1:3): Der Trainerwechsel-Effekt bleibt bei der U23 des SV Manching bislang noch aus: Nach dem 1:1 unter der Woche folgte im zweiten Spiel unter der Leitung von Flakron Azemi (siehe Kasten) nun der nächste Dämpfer. Der neue Coach zeigte sich aber trotz der 1:5-Klatsche gegen den SV Hundszell zuversichtlich: „Klar ist jede Niederlage ein Rückschlag, aber wir haben insgesamt eine gute Mannschaftsleistung gezeigt. Mit der Einstellung können wir in die nächsten Partien gehen.“ In einer ausgeglichenen ersten Hälfte brachte Enis Kuqanaj die Gastgeber in Führung (22.). Nach zwei individuellen Fehlern war die allerdings schnell wieder weg; Linus Appel (24.) und Matthias Weinzierl (27.) drehten die Partie. Vor der Pause erhöhte Leon Drees auf 3:1 (44.), nach dem Seitenwechsel machten dann Appel (46.) und Weinzierl (48.) mit einem Doppelschlag den Kantersieg perfekt. „In der ersten Halbzeit waren wir unkonzentriert, haben viele Fehler gemacht und Manching eingeladen. In der zweiten Halbzeit hatten wir dann eine deutliche Leistungssteigerung. Somit geht das Ergebnis in Ordnung“, resümierte Hundszells Coach Florian Kunz. Azemi zeigte Respekt vor dem Liga-Neuling: „Die Offensive von Hundszell gehört in dieser Saison nicht umsonst zu den Besten.“ Mit 37 Treffern ist der Aufsteiger das drittgefährlichste Team der Liga. Und Manching stellt mit 46 Gegentoren die schlechteste Abwehr.

FC Gerolfing - TSV Gaimersheim 3:2 (1:0): Spiele gegen Tabellenführer liegen dem FC Gerolfing: Nach dem FC Hitzhofen-Oberzell musste am Samstag auch der TSV Gaimersheim dran glauben. „Zweimal einen Spitzenreiter zu schlagen, fühlt sich gut an und zeigt, dass wir mithalten können, wenn wir unsere beste Leistung zeigen“, meinte Trainer Marcus Stadler. Zu viel Bedeutung wollte er dem Sieg aber nicht beimessen, schließlich hätte sich sein Team jetzt die drei Punkte geholt, die es in der Vorwoche gegen Baar-Ebenhausen (1:2) liegengelassen hatte. Sein Trainerkollege Manfred Kroll war mit dem Ergebnis überhaupt nicht einverstanden: „Eine komplett unverdiente und ärgerliche Niederlage. Ich kann meiner Elf keinen Vorwurf machen, wir haben 90 Minuten eindrucksvoll gearbeitet.“ Nach dem Rückstand durch das Tor von Gerolfings Raymond Kreizer (43.) drehte Gaimersheim die Partie: Glerdis Ahmeti (53. Elfmeter) und Florian Ihring (60.) trafen für die Gäste. „Mit zehn Erfolgen im Gepäck waren alle auf Sieg gepolt – und darauf, dass der Gegner sich ergeben würde. Falsch gedacht“, sagte Kroll. Durch zwei Standardtore von Simon Gider (76.) und Kreizer (81.) kam Gerolfing nochmal zurück und bezwang das nächste Topteam. Symptomatisch: Gegen die Großen der Liga punktet der FCG, geht es gegen Teams aus dem Tabellenkeller, hat die Stadler-Elf ihre Probleme. Oder wie es Gerolfings Philipp Haunschild formulierte: „Wir sind der Robin Hood der Liga: Wir nehmen die Punkte von den Reichen und geben sie den Armen.“

Türkisch SV Ingolstadt - FC Mindelstetten 0:2 (0:1): Der Türkisch SV Ingolstadt taumelt der Winterpause entgegen: Nach der fünften Niederlage am Stück muss der Fast-Absteiger des Vorjahres aufpassen, nicht den Anschluss an das rettende Ufer zu verlieren. „Leider haben wir viele verletzte Spieler, weshalb wir nicht unsere beste Leistung zeigen können“, erklärte Abteilungsleiter Ertugrul Topcu. Der FC Mindelstetten hat sich durch den Sieg schon mal auf acht Punkte distanziert. „Im Abstiegskampf war das heute ein Sechs-Punkte-Spiel. Wir sind froh über das Ergebnis“, sagte Mindelstettens Abteilungsleiter Christian Wambach. Das Ergebnis hätte auch noch höher ausfallen können, doch nach dem Volleytreffer von Moritz Liedl (12.) verpassten es die Gäste, frühzeitig den Deckel draufzumachen. „Wir haben es uns selbst unnötig schwergemacht, weil wir unsere Angriffe nicht sauber ausgespielt haben. Türkisch blieb so im Spiel und war vor allem nach Standards gefährlich“, meinte Wambach. Erst in der 88. Minute gelang die Entscheidung, als Josef Wilhelm durch die gegnerische Hintermannschaft marschierte und querlegte auf Daniel Riedl, der nur noch einschieben musste. „Im Gegensatz zu uns hat Mindelstetten die Chancen genutzt“, räumte Topcu ein.

TSV Baar-Ebenhausen - TSV Oberhaunstadt 0:3 (0:2): Während das Spitzentrio derzeit immer wieder patzt, rückt der TSV Oberhaunstadt mit beeindruckender Konstanz oben heran. Das 3:0 gegen den TSV Baar-Ebenhausen war der fünfte Sieg aus den vergangenen sechs Partien. David Polster (10.) und Kapitän Simon Bellinghausen (28.) stellten früh auf 2:0, nach der Pause erhöhte Emre Erdogan zum 3:0-Endstand (55.). „Der Sieg war über die gesamte Spielzeit ungefährdet. Mit den ersten beiden Treffern haben wir relativ früh für klare Verhältnisse gesorgt“, sagte Torschütze Bellinghausen. Es ist wohl auch Ausdruck der neugewonnenen Stärke, dass man bei Oberhaunstadt trotz eines souveränen 3:0-Siegs nicht rundum zufrieden ist. „Defensiv hat alles funktioniert. Wir hätten aber noch mehr Tore erzielen können“, meinte Bellinghausen. Von diesen Problemen kann Baar-Ebenhausen nur träumen: Mit einem Sieg hätte sich der TSV von den Relegationsplätzen absetzen können – so bleibt es beim Drei-Punkte-Vorsprung auf den Türkisch SV Ingolstadt. „Wir waren bemüht, aber hatten heute allesamt keinen guten Tag. Gegen solche Mannschaften muss bei uns alles passen. Heute wurden zwei eklatante Fehler direkt bestraft“, sagte Trainer Herbert Riedl.

TSV Großmehring - DJK Ingolstadt 4:1 (1:1): Der TSV Großmehring hat das Kellerduell gegen Schlusslicht DJK Ingolstadt mit 4:1 gewonnen und damit erstmals seit dem dritten Spieltag die direkten Abstiegsplätze verlassen. „Es war ein Endspiel und das haben wir gewonnen. Wichtig war, dass wir nach dem 0:1-Rückstand konzentriert weitergespielt haben“, erklärte TSV-Coach Marco Spreng. Dabei half der Gegner allerdings auch erheblich mit, wie DJK-Trainer Michael Dittenhauser einräumte: „Wir haben nach dem 1:0 komplett aufgehört, Fußball zu spielen. Das war ganz, ganz schwach von uns.“ So konnte Großmehring nach dem Tor von Furkan Eroglu (15.) zunächst durch Benedikt Neubauer (28.) den Ausgleich erzielen. In der zweiten Halbzeit war es dann eine klare Angelegenheit und Sebastian Eisenberger (60.), Andreas Hammer (62.) und Michael Kaps (71.) besorgten den deutlichen Sieg. Für Spreng war der „Mann des Spiels“ aber nicht unter den Torschützen: „Johannes Brunnhuber hat nach seiner Verletzung gezeigt, dass er unverzichtbar ist“, lobte Spreng. Während also bei Großmehring Leistungsträger zurückkehren, ist bei der DJK das Gegenteil der Fall: Um überhaupt genügend Spieler zusammenzubringen, mussten die Gäste das Spiel ihrer zweiten Mannschaft absagen. Es kommt derzeit viel zusammen für den Tabellenletzten – Dittenhauser gab dennoch ein Versprechen ab: „Wir werden nicht aufgeben.“

FC Hitzhofen-Oberzell - SV Menning 7:1 (4:0): Der FC Hitzhofen-Oberzell hat durch einen 7:1-Kantersieg nach nur einer Woche Abstinenz Platz eins eindrucksvoll zurückerobert. Besonders die erste halbe Stunde war eine Machtdemonstration: Nach Treffern von Tomislav Marinovic (7.), Emin Ismaili (10.), Fardin Gholami (18.) und Manuel Furino (26.) war die Partie früh entschieden. „In den ersten 30 Minuten war es die beste Mannschaftsleistung der bisherigen Saison“, lobte Hitzhofens Trainer Michael Olah. Danach schaltete der FCHO einige Gänge zurück und die Gäste kämpften vor allem nach der Pause vehement gegen ihr Schicksal an. Spätestens mit dem 5:0 durch Marinovic (69.) war der Menninger Widerstand aber gebrochen. „Wir haben in der zweiten Halbzeit eine halbe Stunde lang wirklich sehr gut gespielt. Aber mit so einer Leistung gewinnst du halt nicht in Hitzhofen“, meinte SVM-Trainer Dejan Micic. Immerhin zum Ehrentreffer durch Liga-Toptorjäger Fabian Neumayer reichte es noch (73.). Danach setzte Hitzhofen nochmal zwei Treffer durch Gholami (78.) und Alexander Thielmann (83.) drauf. Für Micic war das zu viel des Guten: „Wir waren sicherlich keine sechs Tore schlechter, haben es aber versäumt, in der ersten Halbzeit richtig mitzuspielen.“

FC Sandersdorf - SV Kasing 2:2 (1:0): Der FC Sandersdorf hat den Sprung auf Platz zwei verpasst: Trotz einer 2:0-Führung reichte es gegen Bezirksliga-Absteiger SV Kasing nur zu einem Punkt. „Wenn du 2:0 führst und die klareren Chancen hast, musst du das Spiel natürlich gewinnen“, meinte FCS-Trainer Patrick Mack. Einen Vorwurf wollte er seiner Mannschaft trotzdem nicht machen, schließlich musste die Startelf aufgrund von Personalproblemen durchspielen – am Schluss ging ihnen dann die Luft aus. Bezeichnenderweise leitete bei Kasing der eingewechselte Martin Oblinger mit seinem Anschlusstreffer die Wende ein (73.); Stefan Schauer besorgte den Ausgleich (85.). Und es hätte sogar noch zum Sieg für die Gäste reichen können, doch der Unparteiische ließ das vermeintliche 3:2 wegen Abseits nicht zählen. „Leider hatte der Unparteiische nicht seinen besten Tag. Das war nie Abseits“, haderte Kasings Coach Tobias Giebl. In der Bewertung der Schiedsrichterleistung erhielt er ungewöhnliche Unterstützung von Trainerkollege Mack: „Es ist ärgerlich, dass der Schiedsrichter in so einem Spiel im Fokus stand. Es gab mehrere klare Fehlentscheidungen auf beiden Seiten, die sehr gravierend waren.“ Seine Mannschaft wiederum verpasste es, nach den beiden Toren von Sandro Rott (11., 69.) das 3:0 nachzulegen. Es sollte sich rächen.

DK



SV Manching II: Azemi folgt auf Bösl

Manching – Kreisligist SV Manching II und Cheftrainer Daniel Bösl haben sich in beiderseitigem Einvernehmen getrennt. Der 32-Jährige war erst im Sommer mit Co-Trainer Alex Libeg vom SV Hundszell gekommen. Nach einer missratenen Hinrunde und zuletzt sechs Niederlagen in Folge beendeten Bösl und Manching in der Vorwoche die Zusammenarbeit. „Wir wollten nochmal einen neuen Impuls setzen für die letzten Spiele vor der Winterpause, um noch den ein oder anderen Punkt zu holen“, erklärt Cenker Oguz, sportlicher Leiter des SVM.

Bösl selbst beklagte die Voraussetzungen, die er und Libeg in Manching vorgefunden hatten: „Es gab von Anfang an keinen stabilen, eigenständigen Kader. Dadurch mussten wir uns von Spiel zu Spiel hangeln. Wir konnten unser Trainerdasein nicht ausleben und hatten keine Möglichkeit, einem Team unseren Spirit mitzugeben.“ Die beiden wollen weiter als Trainerteam arbeiten.

Die U23 der SVM übernimmt derweil Flakron Azemi – ein „Ur-Manchinger“, wie ihn Oguz beschreibt, der bereits als U17- und U19-Trainer im Verein gearbeitet hat. Mit ihm soll die Mission Klassenerhalt gelingen – acht Punkte beträgt der Rückstand auf das rettende Ufer. Der neue Trainer zeigt sich optimistisch: „Ich sehe den Klassenerhalt als realistisches Ziel. Wir planen, den Kader so zu verstärken, dass wir konkurrenzfähig sind.“ Bis zur Winterpause muss er allerdings mit dem aktuellen Kader auskommen.

jme