Ein Regensburger in Wolnzach

22-jähriger Retter in der Not: Liederkranz hat endlich neuen Chorleiter

Zwei Jahre wurde gesucht, die Hoffnung schwand, dann kam Benedikt Högl aus Regensburg

24.09.2022 | Stand 24.09.2022, 20:17 Uhr

Das ist er, der neue Chorleiter – und die Sängerinnen und Sänger im Liederkranz freuen sich sichtlich, ihn präsentieren zu können. Sie haben den 22-jährigen Benedikt Högl bereits sprichwörtlich in ihre Mitte genommen. Foto: Maximilian Spies

Von Katrin Rebl

Die Durststrecke war lang, dafür haben sich für den Liederkranz Wolnzach nun gleich zwei Probleme auf einmal gelöst: Er darf nach der langen Coronapause endlich wieder singen – und das unter einem neuen Chorleiter.



Den der Verein bekanntlich sehr lange suchen musste – und nun endlich gefunden hat: Musikalisch gesehen gibt beim Liederkranz ab sofort der erst 22-jährige Benedikt Högl aus Regensburg den Ton an.

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„Es war eine schwierige Zeit“, denkt Tina Spies – sie gehört neben Regina Gudera und Evi Lang-Halter zu dem dreiköpfigen Liederkranz-Führungsteam – an die vergangenen zwei Jahre zurück. Schon 2020 hatte die damalige Chorleiterin Andrea Baron angekündigt, dass sie aufhören möchte – nach gut 20 Jahren, die sie den Wolnzacher Chor geführt hatte. „Und dann kam auch noch Corona“, so Spies. Singen war nicht mehr, und die Suche nach einer neuen Chorleitung machte es auch nicht leichter. Diese gestaltete sich jedenfalls ausgesprochen schwierig und blieb lange erfolglos. „Es wusste ja keiner, wann und wie es weitergehen würde.“

Neuer Leiter Högl hat in Regensburg studiert

Nach den Corona-Lockerungen, die auch das gemeinsame Singen wieder möglich machten, nahm der Liederkranz die Suche heuer wieder verstärkt auf. Sämtliche Inserate und Aufrufe in verschiedensten Medien verhallten zunächst ohne Resonanz – bis sich im Sommer Benedikt Högl auf eine Kleinanzeige hin meldete. „Wir sind uns gleich grün gewesen“, so Tina Spies über das erste Telefonat mit dem jungen Niederbayern, der in Regensburg wohnt. Noch vor den Sommerferien kam Högl zu einer Probe nach Wolnzach. Ergebnis: „Es war mit uns zufrieden“, meint Tina Spies. Jedenfalls sei man sich schnell einig geworden. Nach verkürzter Sommerpause ist der Chor dann frühzeitig in die Probenarbeit eingestiegen. „Und wir sind überglücklich.“ Immerhin sei es um die Zukunft und das Weiterbestehen des Vereins gegangen, der mit seinen bald 175 Jahren zu den ältesten Wolnzacher Vereinen gehört.

Unter sehr junger, aber trotzdem kompetenter Führung ist der Chor nun: Der 22-jährige Benedikt Högl studiert in Regensburg, ist dort als Kirchenmusiker in der Pfarrei Herz Jesu tätig und betreut zudem mehrere Chöre. Künftig wird er einmal pro Woche – immer mittwochs − nach Wolnzach pendeln.

Traditionell, Gospel, Schlager, Pop und „gerne was Flottes“ – in erster Linie weltliches Liedgut singt der Liederkranz. Aktuell geht es in den Proben bereits auf die Weihnachtszeit hin: Geprobt wird für das vom Liederkranz organisierte Adventssingen am dritten Adventssonntag und das Friedhofssingen an Heilig Abend – beides soll heuer nämlich wieder stattfinden. Daneben wirft das 175-jährige Bestehen, das der Liederkranz 2023 feiert, bereits seine Schatten voraus. Dafür plant der Verein voraussichtlich zwei Veranstaltungen, mehr verrät er noch nicht. „Wir sind gerade in der Planung“, so Tina Spies.

WZLust auf gemeinsames Singen?Mit der Verpflichtung des neuen Chorleiters Benedikt Högl hofft der Liederkranz auch auf neuen Schwung, was die Gewinnung neuer Sänger und Sängerinnen betrifft. „Wir suchen und hoffen auf Neuzugänge“, so Tina Spies vom Führungsteam. Egal, ob Sopran, Alt, Tenor oder Bass – wer Spaß am gemeinsamen Singen hat, ist beim Projektchor willkommen. Geprobt wird jeden Mittwoch um 19.30 Uhr im Trauungszimmer im Wolnzacher Rathaus. Interessierte dürfen gerne einfach zum Schnuppern vorbeikommen. Der vierstimmige Projektchor singt vor allem weltliches Liedgut – von Abba über die Beatles bis hin zu folkloristischen, englischen und deutschen Werken. Vom neuen Chorleiter verspreche man sich auch einige neue Impulse, so Spies. Neben dem Singen pflegt der Liederkranz auch die Geselligkeit. Nach den Proben, die gut eineinhalb Stunden dauern, treffen sich die Chorsänger in der Regel zum gemütlichen Beisammensein im Vereinslokal Gasthof Zur Post in Wolnzach.reb