Langenmosen

Wie 2018: Enghuber gegen Weigert

CSU-Delegierte haben den Amtsinhaber mit großer Mehrheit als Landtagskandidaten nominiert

24.09.2022 | Stand 27.09.2022, 11:03 Uhr

Nach der geheimen Abstimmung gab es (v. r.) von Kreistagsfraktionssprecher Klaus Angermeier und Vizelandrätin Rita Schmidt Blumen für Landtagsabgeordneten Matthias Enghuber und Bezirksrätin Martina Keßler. Fotos: Hofmann

Langenmosen – Reinhard Brandl (CSU) steht vor dem Reichstagsgebäude in Berlin und spricht zu den Delegierten, die sich in Langenmosen versammelt haben. Im Bundestag sei die Union ja in der Opposition, sagt der Ingolstädter Abgeordnete, da sei es für ein starkes Bayern im Bund umso wichtiger, beim Rennen um die Landtagsmandate im kommenden Jahr ein überzeugendes Ergebnis zu holen. „Der Lauf“, sagt Brandl in seiner Videobotschaft, „beginnt jetzt!“

Während der Bundestagsabgeordnete Brandl sich am Donnerstagabend schon längst wieder mit Themen wie der Gasumlage beschäftigt und generell mit der von ihm ganz offenbar nicht gerade geliebten Ampel-Regierung herumschlägt, kommen die 88 CSU-Delegierten aus dem Stimmkreis Neuburg-Schrobenhausen seinem Wunsch nach und nominieren für die Landtagswahl im Herbst 2023 den Mann, der vor vier Jahren immerhin dem damaligen Landrat und jetzigen Wirtschaftsstaatssekretär Roland Weigert (FW) das Direktmandat abgeluchst hat: Matthias Enghuber.

83 von 88 Stimmen für den Amtsinhaber

Der 38-jährige Neuburger ist der einzige Kandidat. Dennoch – damit alles seine Richtigkeit hat – muss er von der Versammlung vorgeschlagen werden. Das übernimmt der Aresinger Bürgermeister und Kreistagsfraktionssprecher Klaus Angermeier. Zur Begründung sagt er: „Der Matthias hat die letzten vier Jahre unter Beweis gestellt in München, dass er was bewegen kann.“ Das sieht die große Mehrheit der 88 Delegierten offenbar genauso: 85 Stimmzettel werden gültig abgegeben, auf 83 ist Enghuber gewählt. Damit kommt es 2023 erneut zum Duell von 2018: Weigert, der von seinen FW ja auch schon nominiert worden ist (wir berichteten), gegen Enghuber.

Nicht ganz so deutlich ist das Ergebnis von Martina Keßler. Die junge Mutter, Jahrgang 1983, sitzt seit 2018 im Bezirkstag, wo sie Mitglied im Sozial- und Gesundheitsausschuss ist. Für sie war es damals ein Sprung ins kalte Wasser, den sie nicht bereut hat. „Ich bin angekommen in den Tiefen der Sozialgesetzbücher und in den Weiten des Bezirks Oberbayern“, erzählt sie. Und darum möchte sie wieder für die CSU im Stimmkreis Neuburg-Schrobenhausen kandidieren. Die Delegierten kommen auch diesem Wunsch nach: Mit 78 Nennungen auf 85 gültig abgegebenen Stimmzetteln schicken sie die Ehekirchenerin, die jetzt in Neuburg wohnt, erneut ins Rennen um das Bezirkstags-Direktmandat.

Enghuber: Sozialpolitik wird künftig noch wichtiger

Keßler und Enghuber wissen, dass die politische Arbeit angesichts der globalen Herausforderungen auch auf der Bezirks- und Landesbühne sicherlich nicht leichter wird. „Ich glaube, dass die Sozialpolitik eines der wichtigsten Politikfelder sein wird in nächster Zeit“, sagt Enghuber. Man müsse schauen, dass keiner auf der Strecke bleibt.

Zusammenhalt in der Region beschworen

Wichtig ist für beide Abgeordnete der Zusammenhalt in der Region Ingolstadt. Keßler verweist auf den engen Austausch der Bezirksräte aus dem nördlichen Oberbayern. Und Enghuber, der als CSU-Kreisvorsitzender von Neuburg-Schrobenhausen die Versammlung eröffnet hat, erinnert daran, dass in der Region Wahl- und Stimmkreisgrenzen ja nicht unbedingt mit Landkreisgrenzen übereinstimmen. Was kein Nachteil sei, im Gegenteil. Der Landkreis Neuburg-Schrobenhausen habe mit Reinhard Brandl (Ingolstadt-Eichstätt-Neuburg) und Erich Irlstorfer (Freising-Pfaffenhofen-Schrobenhausen) sogar zwei direkt gewählte CSU-Vertreter in Berlin. Gleiches gelte beim Landtag für die Gemeinden Gerolsbach, Hohenwart und Scheyern – Landkreis Pfaffenhofen, aber Stimmkreis Neuburg-Schrobenhausen: Sie hätten in München in Karl Straub aus Wolnzach und ihm selbst zwei Fürsprecher, betont Enghuber, der dann auch die Delegierten aus diesen drei Gemeinden ganz besonders in Langenmosen begrüßt. Dieser neu zugeschnittene Landtagsstimmkreis sei seit 2013 „wirklich gut zusammengewachsen“, in den drei Pfaffenhofener Gemeinden fühle er sich längst „top integriert“, erzählte Enghuber.

Zentrales lokales Thema ist für den Landtagsabgeordneten – wie auch für Bezirksrätin Martina Keßler – das Donaumoos. „Donaumoosentwicklung geht nur gemeinsam“, betont Enghuber; von Kommunen bis Freistaat, von Landwirten bis Naturschützern müssten alle mit dabei sein. Scheitern sei nicht erlaubt, denn „wenn wir im Donaumoos scheitern, dann ist es vorbei“. Und dann steigt der Neuburger schon in seine erste Wahlkampfrede ein, in der es um Themen wie Kreiskrankenhaus, Paartalbahn oder B-16-Ausbau geht. Das Rennen ums Direktmandat, es hat längst begonnen. Mal sehen, wer noch mit einsteigt.

SZ