90 Jahre SV Karlshuld

Von den Klosterbrüdern zum lebendigen Verein

13.07.2022 | Stand 13.07.2022, 5:00 Uhr

Mannschaft der ersten Stunde: Im Jahr 1932 gründeten einstige „Klosterbrüder“ den SV Karlshuld, der heute zu einem der größten Sportvereine im Landkreis herangewachsen ist und in dem in acht Abteilungen der Sport im Mittelpunkt steht. Fotos: Preckel

Von Günter Preckel

Karlshuld – Vor 90 Jahren ist der SV Karlshuld gegründet worden, über Jahrzehnte hat sich einiges getan. Zum Jubiläum hat Hartmut Schier, Vize-Vorsitzender, eine Chronik ausgearbeitet, in der die Geschichte des Vereins mit allen Höhen und Tiefen und zahlreichen Bildern aufgezeigt wird.

Die Idee entstand in der Klosterwirtschaft

Anfang der dreißiger Jahre, so ist darin zu lesen, hätten einige junge Burschen in ihrer Freizeit sich beim Bolzen auf einer Wiese ausgetobt, bis es dem Besitzer des Grundstückes zu viel wurde. „Die hauen mir hier alles zusammen“, habe er gegenüber seinen „Klosterbrüdern“, einem Stammtisch in der Karlshulder Klosterwirtschaft, geklagt, und regte erstmals die Gründung eines Vereins an. Schon kurz darauf sei das Vorhaben in die Tat umgesetzt worden, als sich in der Klosterwirtschaft 35 Gleichgesinnte einfanden, um aus der Bolzerei einen richtigen Verein zu bilden.

Auch die Farben für die Sportkleidung seien bei der Gründungsversammlung schon gewählt worden, Grün für das Trikot und Schwarz für die Hose. Sofort hätten dann die Fußballbegeisterten auch begonnen, ein Spielfeld zu errichten, um einige „Lehrspiele“ bestreiten zu können, die oftmals allerdings in die Hose gegangen seien. Ab 1940 habe dann aufgrund der Kriegswirren jeglicher Spiel- und Vereinsbetrieb ruhen müssen, wurde aber schon im Jahr 1945 wieder zu neuem Leben erweckt. Noch drei Jahre habe es aber gedauert, bis der reguläre Spielbetrieb wieder aufgenommen werden konnte. 1948 erhielt der Verein mit dem Sportplatzbau auf dem heutigen Volksfestplatz eine neue Bleibe. Größtes Ereignis der noch jungen Vereinsgeschichte war ein Pokalturnier 1952, an dem sogar neben dem MTV Ingolstadt der FC Bayern München auflief. Inzwischen sorgte auch eine Leichtathletikabteilung für Furore und 1965 war eine große Fußballmenge vom 1. FC Nürnberg begeistert, der zu einem Testspiel nach Karlshuld anreiste. Das sei dann zwar mit 1:10 Toren erwartungsgemäß verloren worden, doch der Spaß habe überwogen, hieß es.

Vom reinen Fußball zum Breitensport

Weiterer Meilenstein beim SV Karlshuld war die Errichtung eines eigenen Sportplatzes hinter dem Jägerheim im Jahr 1967. Auch die sportlichen Angebote wuchsen schnell und konnten mit einer Skiabteilung und einer Tennisabteilung vergrößert werden, gefolgt von Anhängern des fernöstlichen Kampfsportes Teakwondo und 1986 mit den Stockschützen. Die Fußballer sorgten für Freude mit Aufstiegen in die Bezirksliga und zu Beginn der 80er-Jahre sogar in die Landesliga. Ein schlimmes Ereignis hatte sich 1987 zugetragen, als ein Spieler während des Trainings durch einen Stromschlag beim Wassertrinken auf tragische Weise tödlich verunglückte. Zugunsten der hinterbliebenen Familie konnte ein Benefizspiel organisiert werden, zu dem der FC Bayern München kam, mit seinem Starensemble und Manager Uli Hoeneß, um Hilfe zu leisten.

Höhen und Tiefen erlebte der Verein auch in den 90er-Jahren. Für die Fußballer verlief das Jahrzehnt nicht so erfolgreich. Die Misere gipfelte in den Abstieg bis in die A-Klasse. Für ein neues Sportangebot sorgten auf der anderen Seite die Volleyballer mit einer eigenen Abteilung, die Tennisabteilung vergrößerte sich mit weiteren Tennisplätzen und dem Bau eines Vereinsheims an einem neuen Standort.

Auch der Hauptverein begann mit den Planungen für ein neues Stadion, das nach vielen Diskussionen mit der Gemeinde in Betracht gezogen wurde. Bis die Finanzierung dieses Großprojektes auf gesunde Beine gestellt werden konnte, vergingen Jahre. Doch dann war es doch soweit, anfängliche Misstöne wurden ausgeräumt und alle Unklarheiten bereinigt. Nach dem Verkauf des Sportgeländes hinter dem Jägerheim an die Gemeinde stellte diese im Gegenzug ein Grundstück hinter der Schule zur Verfügung und die Planung konnte umgesetzt werden. 2009 erfolgte der Spatenstich und sogleich auch der Bau eines Vereinsheimes.

Heute stehen dort Hauptspielfeld, Kleinspielfeld, ein sogenanntes D-9-Spielfeld, weitere Trainingsplätze, ein Kinderspielplatz sowie weitere Nebengebäude zur Verfügung. Dazu gesellen sich dann noch sechs Stockschützenbahnen sowie Weitsprung- und Kugelstoßanlage.

Karlshuld feiert den Sport

Karlshuld – Mit mehr als 1000 Mitgliedern ist der Sportverein Karlshuld nicht nur der größte Verein in der rund 6000 Einwohner zählenden Donaumoosgemeinde, sondern gehört auch zu einem der bedeutendsten Sportvereine im ganzen Landkreis Neuburg-Schrobenhausen. Zwar hatte alles im Jahr 1932 mit der Fußball-Abteilung begonnen, die zunächst von den „Klosterbrüdern an einem Stammtisch-Abend ins Leben gerufen wurde (siehe eigener Bericht). Heute allerdings ist das Sportangebot noch bedeutend vielfältiger geworden, mit Gymnastik, Leichtathletik, Ski, Stockschützen, Tennis, Taekwondo und Volleyball.

Der Sport steht, damals wie heute, im Mittelpunkt allen Geschehens. Und was die Verantwortlichen um Vorsitzenden Oliver Hausmann besonders stolz macht, ist der hohe Anteil an Kindern und Jugendlichen, der momentan fast die Hälfte aller Vereinsmitglieder ausmacht. 90 Jahre ist es nun her, dass der Verein aus der Taufe gehoben wurde – ein Anlass, diesen Geburtstag gebührend mit der Gemeinde zu feiern. Dazu startete bereits am vergangenen Wochenende ein großes sportliches Programm mit Spiel und Spaß auf dem weitläufigen Sportgelände hinter der Maurus-Gerle-Schule in Karlshuld und soll mit weiteren Höhepunkten am kommenden Wochenende weiter gehen. Umrahmt werden die Festtage mit einem bunten Angebot mit viel Musik und lustigen Einlagen.

Das 90-jährige Gründungsfest soll am Freitag, 15. Juli, weitergehen. Der Verein will sich zunächst mit einem Helferfest bei den Mitgliedern bedanken. Am Samstag, 16. Juli, geht das sportliche Angebot weiter und am Abend wird mit Musik im Festzelt gefeiert. Zum Frühschoppen ertönt am Sonntag, 17. Juli, ab 9 Uhr Blasmusik von der Karlshulder Kapelle und um 10.30 Uhr beginnt ein ökumenischer Gottesdienst. Nach dem Mittagessen folgen ab 13 Uhr Fußballspiele der ersten und zweiten Mannschaft. Ausklingen werden die Jubeltage ab 17 Uhr mit Musik im Festzelt und Ehrungen verdienter und ehrenamtlich tätiger Vereinsmitglieder.

DK