Gerolsbach

Positive Zahlen in schwierigen Zeiten

Raiffeisenbank Aresing-Gerolsbach hat 2021 ihr Kreditvolumen, ihr Einlagenwachstum und ihre Mitgliederzahl überdurchschnittlich gesteigert

08.06.2022 | Stand 08.06.2022, 6:00 Uhr

Die Raiffeisenbank - hier die Filiale in Gerolsbach - hat die Zahlen zum Geschäftsjahr 2021 vorgestellt. Foto: Haßfurter

Von Bernd Hofmann

Gerolsbach/Aresing – Ganz einfach sind die Zeiten aktuell auch für kleine Kreditinstitute nicht. Die Raiffeisenbank Aresing-Gerolsbach konnte im Rahmen ihrer Generalversammlung dennoch durchaus erfreuliche Zahlen präsentieren. 2021 sei, wie es Aufsichtsratsvorsitzender Hans-Friedrich Geiger formulierte, „nicht nur ein wichtiges, sondern auch ein sehr erfolgreiches Jahr“ gewesen.

Wichtig war 2021 für die kleine Raiffeisenbank auch deswegen, weil rund um dieses Jahr ein kompletter Vorstandswechsel vollzogen wurde. Zum Jahresbeginn und zum Jahresende schieden mit Rudi Lutz und Sebastian Aigner die beiden langjährigen Vorstände aus; Roland Grünwald und Fabian Strohmayr übernahmen. Diese beiden präsentierten nun auch die Berichte zum Jahresabschluss, in einer Generalversammlung, die erneut online stattfand.

Strohmayr wies darauf hin, dass trotz der Rahmenbedingungen im Geschäftsjahr 2021 zwei imposante Marken überschritten wurden: Die Kundeneinlagen liegen erstmals über 300 Millionen Euro – genau sind es 301 Millionen Euro –, die Bilanzsumme (412 Millionen Euro) hat sogar die 400-Millionen-Euro-Grenze überschritten und lag um 11,65 Prozent über dem Wert von 2020.

Boom im Baubereich sorgt für hohes Kreditwachstum

Strohmayr verwies auch auf die hohe Nachfrage und die steigenden Kosten im Baubereich. Diese Entwicklung habe die Raiffeisenbank genutzt und das Kreditgeschäft um 50 Millionen Euro gesteigert. Beim Kreditwachstum lag die Raiffeisenbank Aresing-Gerolsbach mit einem Plus von 19,1 Prozent mehr als doppelt so hoch wie der Durchschnittswert aller Genossenschaftsbanken in Bayern (9,1 Prozent). Auch bei anderen Kennzahlen liegt die kleine Bank über dem Bayern-Durchschnitt, sei es beim Einlagenwachstum (9,8 Prozent gegenüber 8,6 Prozent) oder bei der Entwicklung des betreuten Kundenvolumens (13,8 Prozent gegenüber 8,8 Prozent). Letzteres – die Summe aus Krediten und Einlagen – stieg von 753 Millionen auf 857 Millionen Euro. „Vielen Dank für dieses Vertrauen“, sagte Strohmayr.

Entgegen dem bundesweiten Trend sei auch die Mitgliederzahl angestiegen – um 23 auf 5262. Ab 1. Juli können die Mitglieder übrigens bis zu zehn Geschäftsanteile zeichnen. Das Eigenkapital konnte um 2,1 Millionen Euro auf nunmehr 41 Millionen Euro erhöht werden. Vom Jahresergebnis fließen jeweils 75000 Euro in die gesetzliche Rücklage und in andere Ergebnisrücklagen. Knapp 70000 Euro werden als Bruttodividende ausgezahlt; die beträgt damit 2,5 Prozent. Diese Verwendung des Jahresüberschusses wurde bei der Generalversammlung dann in einer Online-Abstimmung auch ohne Gegenstimme abgesegnet. Die Gemeinden, in denen die Raiffeisenbank Aresing-Gerolsbach tätig ist, können sich über 389000 Euro Gewerbesteuer freuen.

Roland Grünwald stellte kurz die Bauprojekte der Bank vor. Zwei Doppelhäuser in Junkenhofen sollen bereits Ende dieses Jahres bezugsfertig sein, in Aresing entsteht bis Mitte 2023 ein Sechsfamilienhaus. Für das umfangreiche, mehrstufige Bauprojekt in Gerolsbach (wir berichteten) läuft derzeit noch die Planungsphase; 2023 soll mit dem Bau eines Supermarkts begonnen werden. Auch die weitere Bebauung in Aresing befindet sich noch in der Planung. Wie Grünwald ausführte, bekennt sich die Raiffeisenbank zu ihren Heimatgemeinden. So wurden 2021 fast 30000 Euro an örtliche Einrichtungen und Vereine gespendet. Außerdem wurden die Vereine aus dem Geschäftsgebiet mit 27000 Euro aus dem Zweckertrag des Gewinnsparens bedacht.

Keine Änderungen im Aufsichtsrat

Die Raiffeisenbank Aresing-Gerolsbach habe den Corona-Stresstest bestanden, sagte Aufsichtsratsvorsitzender Hans-Friedrich Geiger, der auch den Ausbau der örtlichen Präsenz herausstellte. Sowohl Geiger als auch Astrid Kastl, die beide turnusgemäß ausschieden, wurden einstimmig erneut in den Aufsichtsrat bestellt.

Verbandsprüfer Eric Storz stellte die durchwegs positiven Prüfungsergebnisse vor. Die Vermögenslage der Bank ist demnach gut, das Immobilienvermittlungsgeschäft „deutlich ausgeprägt“ und das Wachstum im Kreditbereich sogar „bemerkenswert“. Die Entlastung des Vorstands und des Aufsichtsrats erfolgte jeweils einstimmig.

SZ