Neuburg

Landkreisbetriebe mit Überschuss

01.07.2022 | Stand 01.07.2022, 18:45 Uhr

Mathilde Hagl, Leiterin der Landkreisbetriebe Neuburg-Schrobenhausen. Seit Freitag läuft im Landkreis ein neues Sammelverfahren für Bauschutt. Foto: DK-Archiv

Von Christian Tamm

Neuburg – Mathilde Hagl wirkte durchaus zufrieden, als sie vor den Mitgliedern des Werkausschusses stand – kann sie im Grunde auch sein. Denn die Leiterin der Landkreisbetriebe verkündete in der Sitzung des Gremiums am Donnerstagabend „gute Zahlen“ und den Start eines bayernweit nahezu einmaligen Recyclingprojekts. Nicht so sicher scheint aber, ob sie solch positive Nachrichten auch in den kommenden Jahren vermelden wird.

Jahresabschluss der Landkreisbetriebe

Die Zeiten sind nicht einfach – und doch können die Landkreisbetriebe mit ihren drei Geschäftsbereichen ordentliche Zahlen vorweisen. Laut Werkleiterin Hagl verzeichnet man in allen Segmenten eine positive Bilanz. Unter dem Strich steht für 2021 ein Plus von gut 117400 Euro.

Bei der hoheitlichen Abfallwirtschaft – also etwa Biomüll, Hausmüll und ein Großteil der Aktivitäten auf den Wertstoffhöfen im Landkreis – steht ein Jahresergebnis von 434000 Euro. Da hier jedoch das Prinzip der Kostendeckung gilt, werden diese Mittel der Gebührenrückstellung zugeführt, die eine wichtige Rolle bei der Gebührenkalkulation spielt. Der nächste Kalkulationszeitraum beginnt im Januar 2024.

Bei der gewerblichen Abfallwirtschaft, unter anderem bestehend aus den Tätigkeiten im Dualen System und dem Betrieb einer PV-Anlage, verbuchte man das genannte Plus von 117400 Euro. Es ist der einzige Bereich, in dem die Betriebe eigene Mittel erwirtschaften können. Denn das dritte Segment ist das Kreishallenbad Schrobenhausen – mit einem obligatorischen Defizit. 2021 belief es sich auf mehr als 561000 Euro. Hagl betonte, dass dies ein gutes Ergebnis sei, denn man liege 100000 Euro unter dem kalkulierten Minus. Auf die Bilanz der Landkreisbetriebe hat das keinen Einfluss, der Landkreis gleicht den Verlust aus.

Landrat Peter von der Grün (FW) freute sich über das Ergebnis. Mit Blick auf die steigenden Kosten betonte Hagl jedoch auch, dass man solch gute Zahlen bald noch schwerer erreichen werde. Und: „Es war absolut richtig, eine Gebühren-Erhöhung vorzunehmen. Ohne stünde nämlich unter dem Strich heute schon ein Minus von 700000 Euro. Wir wären jenseits von Gut und Böse.“ Der Kreistag muss den Jahresabschluss noch absegnen.

Getrennte Erfassung von Bauschutt

Seit Freitag gibt es eine Neuerung bei der Sammlung von Bauschutt im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen. Ziegel- und Beton-Material wird separiert und wieder in einen neuen Baustoff aufbereitet. Dieser wiederum kann dann etwa als Zusatz für neuen Beton genutzt werden. So können dann Kiesel oder Sand eingespart werden – in Zukunft knappe Rohstoffe. „Da gehören wir in Bayern zu den Vorreitern und es ist absolut nachhaltig“, meinte Hagl.

Bei der Ausschreibung lag am Ende die Firma Gigler vorn. Dort ist Albert Abstreiter beschäftig. Er unterrichtete den Ausschuss. Nach seinen Worten könnte es möglich sein, bis zu 50 Prozent des Bauschutts im Landkreis auf diesem Wege zu recyceln. Diese Aufbereitung übernimmt die Augsburger Firma Thaler. Verwendet werden können alte Pflastersteine, Dachziegel oder Betonteile – also auch Schirmständer und ähnliches. Sogar Natursteine stellten kein Problem da. „Störstoffe“ werden entfernt, bevor das Material zerkleinert wird. Daher darf beispielsweise nicht zu viel Mörtel daran haften. Sonst muss der Bauschutt doch in die Grube wandern.

Hagl betonte, es gebe keine Änderung bei der Annahme- und Kostenstruktur. Die Mitarbeiter an den Wertstoffhöfen seien geschult. Umsonst ist das alles nicht: „Entsorgung kostet immer Geld. Zu Beginn bekommen wir für das Material nichts. In Zukunft aber, wenn Kies und Sand knapp werden, kann das ganz anders aussehen“, sagte sie unserer Zeitung.

DK