Stadttheater Neuburg
Gelungene Ballettaufführung und tränenreicher Abschied von Mary Anne Strobel

21.03.2024 | Stand 21.03.2024, 13:00 Uhr |

Das Ballett an der vhs präsentierte in „Divertimenti“ Tänze aus insgesamt vier Stücken, die Mary Anne Strobel als Tanzlehrerin mit ihren Schülerinnen und Schülern in den vergangenen sechzehn Jahren einstudiert hatte. Fotos: Scheuermeyer

Die verschiedenen Altersgruppen des Balletts der Neuburger vhs sind bei ihrer gemeinsamen Ballettgala „Divertimenti“ im Stadttheater aufgetreten. Nach anderthalb Stunden Formationen, Pirouetten und Sprüngen wurde es zum Ende hin sehr emotional – für die Ballettlehrerinnen und ihre Schülerinnen.

Die Gala „Divertimenti“ besteht aus zwölf einzelnen Tänzen aus vier vergangenen Stücken, die Mary Anne Strobel, Tanzlehrerin und bis jetzt leitende Position des Balletts an der vhs, die letzten 16 Jahre mit ihren Schülerinnen zusammen performt hatte. Vor allem langjährige Schülerinnen erlebten somit eine Art Déjà-vu und konnten in Erinnerungen an ihre allerersten Auftritte schwelgen. Und so begann die Reise zurück ins Jahr 2008.

Im Tanz „Die Geburtstagsfeier“ aus der damaligen Vorstellung „Das Geschenk“ bekommt ein kleines Mädchen von seiner kleinen Schwester einen Weltatlas zum Geburtstag. Dieser führt die Zuschauer in den Auftritten „Holländischer Tanz“ und „Chinesischer Tanz mit den Fächern“ einmal rund um den Globus. Teile von „Der geheime Garten“ von 2014 zeigen dem Publikum die Zaghaftigkeit im „Frühling“ und die wilden Stürme im „Herbst“, in denen Mara Athes und Eva Gipser jeweils ein Solo tanzten.

„Tanz der Mondblumen“



Heiß her geht es dann nicht, wie man meinen könnte, im Sommer, aber auf dem „Dorffest“ des im Jahre 2016 aufgeführten Stückes „Der Mohnwald“. „Der Tanzlehrer flirtet mit seinen Schülerinnen und tanzt mit ihnen um die Wette“, wie es auch im Programmheft steht. Die Waldbewohner, die in diesem Stück die Mission haben, ihr Zuhause zu retten, machen sich weiter auf ihren Weg und finden dann im „Tanz der Mondblumen“ die Zauberblume, die das Leben im Wald sicherstellt. Noch magischer wird es, wenn „Die Traumfee und ihre Elfen“ ein kleines Putzmädchen, dessen größter Traum es ist, selber Ballett zu tanzen, besuchen. Sie verzaubern ihre Spitzenschuhe und ihr größter Wunsch geht in Erfüllung. Weitere Passagen lassen die Zuschauer noch tiefer in die Welt der „Traumtänzerin“ aus 2012 eintauchen. Und schon begibt sich die Aufführung zum Höhepunkt, denn neben den zwölf schon bestehenden Tänzen choreografierte Strobel noch einmal ein neues atemberaubendes „Solo aus La Bayadere“.

Dies tanzt der einzig männliche Tänzer Alexander Scholz und fühlt sich so in die Rolle des Prinzen ein, der seine verlorene Liebe in einem Traum unter vielen anderen Frauen wiederfindet („La Bayadere Adagio“). Überwältigend wird es in den letzten Minuten, als im „Grand Pas de deux aus dem Nussknacker“ zwei Verliebte in einem Pärchentanz ihre Liebe zueinander ausdrücken. Blumig fröhlich wird diese Liebe mit allen anderen Akteuren beim „Blumenwalzer aus dem Nussknacker“ gefeiert und die Darbietung hat ihren Höhepunkt erreicht, zumindest was das Tänzerische angeht.

Tosenden Applaus erhalten die insgesamt 44 Tänzerinnen und Tänzer am Schluss. Doch bevor es für den Abend zu Ende geht, ergreift Alexander Scholz mit seiner Tänzerkollegin Marlene Golder noch einmal das Wort. Tiefster Dank gelte Marion Bergbauer und Julia Winter, die diesen Winter das erste Mal die ganze Veranstaltung als Organisatorinnen und Hauptverantwortliche meisterten. Bisher war das immer Strobels Aufgabe gewesen, die sich aber nun aus familiären Gründen zurückzieht.

Strobel sitzt an diesem Abend das erste Mal selbst in den Rängen und konnte ihren Schülerinnen und Schülern bei ihrem Auftritt zusehen. Ein emotionaler Moment, als alle drei Ballettlehrerinnen mit ihren Schülerinnen auf der Bühne stehen, Worte der Anerkennung und Zuneigung ausgetauscht und große Blumengestecke übergeben werden. Nicht nur bei den Betroffenen fließt die ein oder andere Träne, auch einige in den Zuschauerrängen mussten dann doch zum Taschentuch greifen. Alles in allem ein schöner Abend für Zuschauer, Tänzer und Lehrerinnen. Die sechs Ballettgruppen begeisterten mit der Zurschaustellung ihres Könnens.

DK