Tausende Besucher
40. Faschingsumzug in der Marktgemeinde Rennertshofen

12.02.2024 | Stand 12.02.2024, 18:14 Uhr

Das Hedderle und die rote Lokomotive des ORF führten den 40. Gaudiwurm durch die Marktgemeinde Rennertshofen an. Foto: Schmitt

Wie verhext scheint es mit dem Wetter zu sein, wenn in der Marktgemeinde Rennertshofen der Faschingsumzug auf dem Programm steht. Schon am Sonntagmorgen hatte es angefangen zu regnen und der Wetterbericht versprach erst für den späten Nachmittag eine Besserung. Zum Glück stimmte der nicht ganz, und fast pünktlich zum Startschuss um 14 Uhr war es dann „trocken“. So konnten das „Hedderle“ und die rote Lokomotive des „Organisationsteams Ranzhofer Faschingsumzug“, kurz ORF, unter vollem Dampf den mittlerweile 40. Faschingsumzug anführen. Den Weg vom Schwedentor, an Kirche und Rathaus vorbei bis hin zum Osttor, säumten mehrere tausend Besucher, die sich ihre Augen und Ohren verwöhnen lassen konnten.



Die Fantasie der teilnehmenden „Maschkerer“ scheint unerschöpflich zu sein und steigert sich gefühlt in jedem Jahr noch etwas mehr. Ein Damen-Stammtisch als Mohnblumen in kräftigem Rot, Asterix und Obelix in Begleitung römischer Legionäre, Häschen im Zauberhut und viele fantasievolle Ideen mehr zogen in einem bunten Gaudiwurm die Hauptstraße entlang. Eine Gruppe junger Damen hatte sich als Hubba-Bubba-Kaugummis verkleidet.

Selbst der amerikanische Super Bowl hatte seinen Weg nach Rennertshofen gefunden. Die Gruppe nannte sich Touchdown Bernza. Sehr aufwendig kostümiert zeigten sich die Faschingsfreunde 2002, ebenfalls aus dem benachbarten Bertoldsheim, zu dem Thema Día de los Muertos. „Alleine die Schminkarbeiten für die Gruppe dauern gut drei Stunden“, informierte Daniela Weigl, eine der Teilnehmerinnen.

Nicht viel weniger Arbeit hatten „Rohrbach’s lustige Faschingsfrauen“ zu dem Thema „Wischen impossible, weg mit dem Dreck“. Mit den Goaßlschnoizern aus Egweil, der Arbeiterwohlfahrt Rennertshofen, den Riedensheimer Vereinen und dem Stammtisch Rammelmeier waren auch „alte Bekannte“ gekommen, die im Rennertshofener Fasching schon fast zum Inventar gehören. „Diese Gruppen sind von Anfang an mit dabei“, weiß Ramon Burkhard, der Vorsitzende des ORF.

Politische Motive waren gefragt



Viele der Themenwagen behandelten ein politisches Motto. Die meisten „Schüsse“ gingen in Richtung Berlin. „Zieht der Ampel den Stecker“ oder „Kommt die Ampel nicht bald weg, fressen wir in Zukunft nur noch Dreck“, war an den Aufbauten zu lesen. Aber auch die regionale Politik blieb nicht ungeschoren. Da wurde unter anderem der seit Langem versprochene Radweg zwischen Neuburg und Rennertshofen thematisiert. Für den gäbe es bis jetzt nur viele Nachfragen, aber keine Planung, bemängelten die an der Strecke liegenden Riedensheimer mit ihrem Wagen.

Für einen musikalischen Rahmen sorgten unermüdlich sechs Musikkapellen, ebenfalls in sehenswerter Kostümierung und mit schmissigen Ohrwürmern. Zur Moderation des Umzuges war neben dem seit langen Jahren tätigen Duo Hildegard Altenbuchner und Juliane Gebert vor dem Schwedentor auch David Wilhelm an der Kirche eingesetzt. Vor dem Rathaus hatte Stefanie Czerny dieses Amt übernommen. Ihren unterhaltsamen Ausführungen lauschte nicht nur Landrat Peter von der Grün, sondern auch Neuburgs Oberbürgermeister Bernhard Gmehling mit Gattin Hermine.

Nachdem sich der Gaudiwurm am Osttor aufgelöst hatte, ging die Faschingsparty in der Turnhalle weiter. Hier traten alle am Umzug beteiligten Garden und Showtanzgruppen auf und zeigten ihr aktuelles Programm. Den bunten Reigen auf der Tanzfläche eröffneten die Tänzer der Fafrohsia Dagomeria aus Tagmersheim. Es folgten die Formationen aus Egweil, Bertoldsheim, Konstein und Wellheim. Die letzten Vorführungen zeigte der Kinderhofstaat und der große Hofstaat des Hausherren, der Fidelitas.

Viele Besucher hatten sich auch zu dieser Veranstaltung eingefunden, um einen gelungenen Faschingssonntag ausklingen zu lassen. Mit dem Jubiläumsumzug und der anschließenden Party ist es dem ORF und der Fidelitas ein weiteres Mal gelungen, den Ruf Rennertshofens als „Faschingshochburg“ eindrucksvoll zu untermauern.

DK