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VfB Eichstätt beantragt Regionalligalizenz - die Spieler reagieren mit Beifall und Erleichterung

Aufbruch in eine neue Ära

Eichstätt
erstellt am 11.04.2017 um 19:10 Uhr
aktualisiert am 27.04.2017 um 03:33 Uhr | x gelesen
Eichstätt (HK) Es ist ein Meilenstein für den Eichstätter Fußball: Die Verantwortlichen des VfB Eichstätt beschlossen einstimmig, die Lizenz für die Regionalliga zu beantragen. Doch es war eine schwere Aufgabe, die dafür notwendigen gut 100 000 Euro zusammenzubekommen.
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Eichstätt: Aufbruch in eine neue Ära
Grund zum Jubeln haben die Spieler des VfB Eichstätt: Bleibt das Team weiter an der Spitze der Bayernliga Nord, steigt es in die Regionalliga auf. ‹ŒArch - foto: Traub
Eichstätt

Dementsprechend spät, nur vier Tage vor der Meldefrist, fiel die Entscheidung, die nicht nur vom VfB-Vorsitzenden Thomas Hein, sondern auch vom Verein und der Fußballabteilung mitgetragen wurde. "Es war nicht ganz so einfach, die Summe zusammenzubringen", bestätigt auch Hans Benz. Der Abteilungsleiter der Fußballer freute sich vor allem, dass sich Ernst Prost, der Eigentümer des Eichstätter Wellnesshotels Schönblick und der Firma Liqui Moly, die einst den TSV 1860 München gesponsort hatte, nun als Hauptsponsor engagiert. "Der Ernst Prost ist ein Fußballverrückter", weiß Benz: "Dass er mitmacht, ist auch eine schöne Botschaft nach außen."

Die Mannschaft selbst nahm die Entscheidung, die Hein in der Spielersitzung nach dem Training verkündete, laut Benz "mit Beifall und Erleichterung" auf: "Es hat eine richtig gute Atmosphäre geherrscht. Ich hoffe, das Team kann jetzt befreiter aufspielen."

Hoch erfreut war auch Markus Mattes. Der Trainer der ersten Mannschaft sagte: "Ich war schon immer der Meinung, dass eine Stadt wie Eichstätt durchaus das Potenzial hat, die Regionalliga zu finanzieren." Gleichzeitig war der Coach auch erleichtert: "Man kann sich vorstellen, wie das auf die Mannschaft gewirkt hätte, wenn wir nun wieder verzichtet hätten. Das war schon im vergangenen Jahr schwer." In der Vorsaison hatte sich das Team zwar auch in den Spitzenrängen festgesetzt, es war aber von vorne herein klar gewesen, dass der Aufstieg nicht finanzierbar sein würde. "Das war schon schwer, dann die Motivation aufrecht zu erhalten", blickt Mattes zurück.

Ab sofort hat der Coach das umgekehrte Problem. Er muss nun versuchen, die sicherlich vorhandene Motivation in die richtigen Bahnen zu lenken und vor allem Druck von der Mannschaft zu nehmen. Denn nach den baulichen und den finanziellen Voraussetzungen für die Regionalliga ist nun nur noch die sportliche Qualifikation offen. Sollte der VfB Meister werden, steigt das Team direkt auf. Als Vizemeister müsste es Qualifikationsspiele bestreiten. "Ich empfinde keinen Druck", behauptet Mattes: "Wir müssen uns immer daran erinnern, woher wir kommen. Es ist eine außergewöhnliche Leistung, dass wir überhaupt da stehen, wo wir sind. Vereine wie Aschaffenburg haben Druck, wir nicht."

Als Taktiker, der Mattes auch in der Öffentlichkeitsarbeit ist, erklärt er "alternative Fakten" - freilich ohne das geflügelte Wort in den Mund zu nehmen: "Druck ist, wenn ich fürchten muss, abzusteigen. Wir dagegen haben die Möglichkeit, Außergewöhnliches zu erreichen. Und das ist kein Druck, sondern ein Ansporn."

Insgesamt haben zwölf Mannschaften, darunter elf Bayernligisten sowie Drittligist Jahn Regensburg, beim BFV die Bewerbungen für die Regionalliga Bayern eingereicht. Aus der Bayernliga Nord gehören neben Eichstätt auch Aschaffenburg, Neumarkt, Großbardorf und Aubstadt dazu.

Von Gerhard von Kapff
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