Setzt nicht nur auf die Karte Profifußball: FC-Youngster Stefan Müller. - Foto: oh
Müller ist das Küken im 29-köpfigen Kader von Thorsten Fink. Der FC-Trainer hat den 1,76 großen, wendigen Stürmer aus der U23-Mannschaft mit ins Trainingslager in die Türkei genommen. "Michael Wiesinger hat da einen guten Job gemacht und ein Juwel für uns entdeckt. Und Stefan hat sich das mit seinen Leistungen bei seinen kurzen Einsätzen bei uns verdient", lobt Fink den Nachwuchstrainer und dessen Schützling gleichermaßen. Fünf Treffer hat der junge Mann aus Donauwörth für die U23-Mannschaft erzielt, dazu schon drei Tests im Profikader bestritten.

"Ich will mich natürlich zeigen und mich dafür bedanken, dass ich diese Chance bekommen habe. Für mich ist es das erste Trainingslager bei den Profis", sagt Müller artig, aber auch überzeugend. Sein Wechsel zum FC 04 kam nämlich erst Ende August, aber da blitzschnell zustande, und nur deshalb, weil sich Wiesinger so um das Talent bemüht hat. "Er hat mich bei der A-Jugend des FC Augsburg gesehen und mich bestimmt fünf Mal angerufen, dass ich kommen soll. Das hat mir gefallen", erzählt Müller und sieht sich nach dem bisherigen Saisonverlauf bestätigt. "Ich bin ohne richtige Vorbereitung erst nach acht Spieltagen in Ingolstadt angekommen und glaube, dass mich die Bayernliga trotzdem schon weitergebracht hat."

Dass Müller jetzt von einer Profikarriere träumt, ist selbst für ihn gar nicht so selbstverständlich. Denn der lernwillige Schwabe belegt an der Fachhochschule in Ingolstadt nebenbei auch noch den Studiengang Wirtschaftsingenieur. Gleich nach der Rückkehr aus Belek steht am kommenden Dienstag im Fach Mathematik die erste Prüfung an. "Mir ist ein zweites Standbein wichtig. Aber wenn es wirklich ernst wird mit der Profilaufbahn, kann ich dieses Studium nicht mehr fortsetzen, dann steige ich vielleicht auf BWL um, das ist leichter", meint Müller. Aber noch fährt der 18-jährige Fachabiturient zweigleisig und büffelt auf dem Hotelzimmer für die Prüfungen.

Cristiano Ronaldo imponiert dem Nachwuchsmann, der mit Johannes (17) und Nicole (22) noch zwei Geschwister hat. "Der spielt toll Fußball und sieht auch noch gut aus", findet Müller und hat sich als Vorbild gleich den Weltfußballer des Jahres auserkoren hat. Ein Ronaldo trainiert in Belek zwar nicht, aber vielleicht kann sich Müller auch von seinen Teamkameraden und den Stürmern der anderen Profiklubs etwas abschauen. "Der Trainer erklärt viel, es macht unheimlich Spaß", erzählt Müller und freut sich aufs Abendessen. Der morgendliche Strandlauf, danach Kraft- und Sprinttraining und am Nachmittag taktische und spielerische Übungen mit dem Ball sind anstrengend. Da freut sich Stefan Müller auf sein Bett – und die Träume von der Profikarriere.