Ingolstadt: Dreimal Heiß für Deutschland
Eishockey, Curling, Eishockey: Silvan (links) und Stella Heiß eifern ihrem Vater Peppi (rechts) nach, der 140-mal im Tor der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft stand. Während Silvan jüngst sein Debüt im U 19-Nationalteam feierte, hat Stella ihre erfolgreiche Curling-Laufbahn beendet. - Fotos: Imago/privat
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Treffen kann sich die Familie eigentlich nur im Sommer - im Winter "sind alle jedes Wochenende unterwegs. Vielleicht ist unser Zusammenhalt deswegen so groß", sagt Stella Heiß, die eine EM in Garmisch-Partenkirchen für den Curlingsport begeisterte. Die Erfolge kamen schnell: 2009 wurde sie Europa-, ein Jahr später sogar Weltmeisterin. Bei den Olympischen Spielen in Vancouver 2010 belegte sie als 17-Jährige mit dem Nationalteam den sechsten Platz. "Das war eine ganz tolle Erfahrung. Dieser Zusammenhalt unter den Sportlern ist mir am stärksten in Erinnerung geblieben", sagt sie über die Spiele im Curling-begeisterten Kanada. "Da schwappte sogar La Ola durch die Halle", erinnert sie sich.

Vater Peppi, inzwischen 52, durfte sogar dreimal Olympialuft schnuppern: 1992 in Albertville, 1994 in Lillehammer und 1998 in Nagano gehörte der Torhüter zur Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes. "Er hat mir gesagt, dass ich mich nicht nur auf den Sport konzentrieren, sondern auch die Atmosphäre genießen soll", erzählt Stella.

Inzwischen hat die 23-Jährige die sportliche Laufbahn zugunsten ihres Jura-Studiums in München beendet: "Ich hätte gerne weitergemacht, wollte aber nicht mein ganzes Leben nur auf Curling ausrichten."

Bruder Silvan dagegen steht erst am Anfang der Karriere. Den vorläufigen Höhepunkt erlebte er in der vergangenen Woche: Mit der deutschen U 19-Nationalmannschaft nahm der Verteidiger, der beim EV Landshut spielt, am internationalen Fünf-Nationen-Turnier in Deggendorf teil, das der schwedische Nachwuchs gewann. "Das war super, ein komplett anderes Niveau", schwärmt der 19-Jährige, der sonst in der Deutschen Nachwuchs-Liga für den EV Landshut aufläuft und beim Oberliga-Team mittrainiert. Besonders körperlich war das Turnier eine Herausforderung: "Die anderen waren alle doppelt so breit", sagt Silvan lachend. "Er hat hervorragend gespielt", lobt Peppi Heiß seinen Sohn, der vor zwei Jahren schon in der U 17-Nationalmannschaft debütierte und 2015 sein Abitur schaffte.

Torhüter wie sein Vater wollte Silvan Heiß nie werden: "Zu große Fußstapfen", sagt er. Das Ziel sei die DEL: "Da will ich schon spielen." Ob er dann irgendwann auch für die A-Nationalmannschaft infrage kommt, "weiß man nie".

Und was ist mit dem vierten Familienmitglied? Peppis Ehefrau Rena musste viel Geduld mit ihren Eissportlern aufbringen. "Ihr Kalender war schon nach der Schule und unserem Training ausgerichtet", gibt Stella zu. "Immerhin mussten wir alle in eine Richtung", scherzt ihr Vater, der sichtlich stolz auf seinen Nachwuchs ist: "Als Eltern lebt man seinen Kindern den Sport vor. Es ist toll, wenn sie einem nacheifern und so weit kommen."