2. Tischtennis-Bundesliga
Rückschlag für den TV Hilpoltstein: Tischtennis-Quartett verliert gegen Hohenstein mit 2:6

22.10.2023 | Stand 22.10.2023, 20:40 Uhr |

In den Doppeln hapert es in dieser Saison noch etwas. Insgesamt stehen die Hilpoltsteiner bei einer Bilanz von 4:10. Petr Fedotov (links) und Juan Perez konnten auch am Sonntag ihr Doppel nicht gewinnen. Foto: Tschapka

In einer rasanten Partie mussten sich die Tischtennisspieler des TV Hilpoltstein den TTC Sachsenring Hohenstein-Erstthal mit 2:6 beugen und kommen mit nunmehr 5:9 Punkten in der 2. Bundesliga nicht so recht voran. Sie stehen nach sieben Spielen auf dem siebten Rang, können aber noch von Passau und Berlin, die noch mehr Partien zu absolvieren haben, verdrängt werden.

„Das tut weh. Das muss ich erst einmal verdauen“, rang Hilpoltsteins Abteilungsleiter Ulrich Eckert nach drei Stunden Spielzeit um Fassung. Das Vorhaben, nach dem 6:2-Erfolg gegen Passau nachzulegen und so viel Boden zwischen sich und die Abstiegszone zu legen, wurde verfehlt. Der Liga-Neuling aus Sachsen, der vor allem in Bestbesetzung über eine ausgesprochen starke Mannschaft verfügt, machte den Hausherren einen Strich durch die Rechnung. Die Hilpoltsteiner Doppel spannten die rund 165 Besucher in der Stadthalle mal wieder auf die Folter. Beide Doppel agierten zu passiv, nicht zuletzt, weil – abgesehen von Matthias Danzer – kein Spieler über einen wirklich zwingenden Aufschlag mit viel Rotation verfügt. Dafür haben Alexander Flemming, Petr Fedotov und Juan Perez ihre Stärken im offenen Schlagabtausch. Normalerweise jedenfalls. Doch dazu kam es zu selten. Am Ende mussten sich beide Doppel trotz vorhandener Chancen mit 1:3 geschlagen geben. Nach dem ernüchternden 0:2 zum Auftakt waren die Hilpoltsteiner um die Erkenntnis reicher, dass sie in dieser Disziplin mit einer aktuellen Bilanz von 4:10 noch einigen Nachholbedarf haben.

Wirklich rund lief es auch in den Einzeln nicht. Dem vorderen Paarkreuz, dem bisherigen Hilpoltsteiner Aushängeschild, gelang nur ein Punkt. Flemming kam zu einem 3:1-Arbeitssieg gegen den ehemaligen polnischen Nationalspieler Jakub Kosowski, der von der Berliner Hertha nach Sachsen gewechselt ist. Dem 23-jährigen Taiwanesen, Li Hsin-Yang lieferte Flemming zwar einen beherzten Kampf, doch in den entscheidenden Momenten behielt der quirlige Mann aus Asien die Oberhand und schraubte seine Erfolgsbilanz auf eindrucksvolle 8:0-Siege. Gänzlich leer ging Fedotov aus, dessen Höhenflug ein abruptes Ende nahm. Er kam mit seinen überwiegend diagonal gespielten Bällen einfach nicht durch.

Im hinteren Paarkreuz bekam es Perez mit dem Antitop-Spieler Carlos Andres Mühlbach, dessen Schwager Hermann vor zwar Jahren selbst noch in Hilpoltstein aufgeschlagen hatte, zu tun. Mühlbach gab dem Spielgerät immer wieder eine unangenehme Flugkurve und verlangsamte mit Hilfe seines Materials das Spiel. Ein Spielsystem, mit dem Perez nicht gut zurechtkam. Immer wieder landete der Ball im Netz. Im zweiten Satz kam der Spanier besser zurecht, konnte aber eine komfortable 9:3-Führung nicht ins Ziel bringen. Danach lief nicht mehr viel zusammen.

„Für den einzigen Lichtblick des Nachmittags“ (Eckert) sorgte Danzer. Gegen den erfahrenen Tschechen Miroslav Horejsi, der im Doppel noch so geglänzt hatte, knüpfte der 19-jährige Hilpoltsteiner nahtlos an seine vorzügliche Leistung gegen Passau an. Danzer ließ sich von einem Rückstand im ersten Durchgang nicht beeindrucken und drehte den Satz. Danach spielte er sich in einen Rausch. Der zweite Satz gehörte mit zum Besten, was der Schwabacher je geboten hatte. Im dritten Abschnitt gab es eine umstrittene Entscheidung, als der Unparteiische Jürgen Goblirsch (BSG Herzogenaurach) Horejsi einen „verdeckten“ Aufschlag abzählte. Der Tscheche protestierte lautstark, doch Danzer blieb ruhig und zog sein Spiel durch. Es hat ganz den Anschein, als ob das Hilpoltsteiner Eigengewächs endgültig in der Liga angekommen ist.

HK


TV Hilpoltstein - TTC SR Hohenstein-Ernstthal 2:6: Flemming/Danzer - Li/Horejsi 1:3, Fedotov/Perez - Kosowski/Mühlbach 1:3, Flemming - Kosowski 3:1, Fedotov - Li 1:3, Perez - Mühlbach 0:3, Danzer - Horejsi 3:0, Flemming - Li 1:3, Fedotov - Kosowski 1:3.