Wintersport
Bob-Europacup: Heideckerin Carolin Kupsch gewinnt mit Diana Filipszki Gesamtwertung

12.02.2024 | Stand 12.02.2024, 19:00 Uhr

Bei strahlend blauem Himmel freut sich Carolin Kupsch (rechts) über den Sieg in der Gesamtwertung des Europacups an der Seite der erfolgreichen Nachwuchs-Hoffnung Diana Filipszki. Foto: privat

Carolin Kupsch strahlte mit der Sonne über Innsbruck um die Wette: Am Ende ihrer ersten Bob-Saison stand die Heideckerin am Eiskanal Igls ganz oben auf dem Podium: Ihre Pilotin Diana Filipszki hat die Gesamtwertung des Europacups gewonnen – und Kupsch hatte daran einen großen Anteil.

In den letzten Wochen ist die 20–jährige Sportlerin, die als Leichtathletin bei der LG Landkreis Roth vor allem im Diskuswurf große Erfolge gefeiert hat, noch einmal quer durch Europa gereist. Ende Januar tauchte sie das erste Mal im Konzert der Großen, im Bob-Weltcup auf. Im norwegischen Lillehammer unterstützte sie Monobob-Pilotin Maureen Zimmer. Die stammt aus Frankfurt, strebt empor – und hatte sich Kupsch als Mitstreiterin ausgesucht. In Lillehammer sammelte die Heidecker Erfahrungen, war Compagnon wie Gehilfin gleichermaßen. Sie kümmerte sich vor allem um Zimmers Bob, stellte sicher, dass die Kufen geschliffen waren und dass der Bob pünktlich am Start war.

Vom Weltcup wieder zurück zum Europacup

„Es ist recht ungewöhnlich, dass im Weltcup im Monobob eine andere Piloten-Konstellation am Start ist als im Zweierbob. Normalerweise übernimmt die mitgereiste Anschieberin diese Aufgabe. Maureen Zimmer hatte mich in den letzten Wochen an den Wettkampfstätten kennengelernt und mich gefragt, ob ich sie nicht unterstützen möchte. Das Vertrauen hat mich natürlich sehr gefreut“, schildert Kupsch die Hintergründe. Zimmer wurde in Norwegen Achte. Von dort aus ging es für sie im Weltcup-Tross, der „ersten Liga“ des internationalen Bobsports, weiter nach Sigulda. Kupsch hingegen flog direkt nach Innsbruck zum Finale des Europacups, der „zweiten Liga“, in der vor allem die Nachwuchsfahrer aktiv sind.

Kupsch: „Unglaubliches Erlebnis“ in Innsbruck-Igls

Dort wurden zunächst die Junioren-Europameisterschaften ausgetragen. Diese gewann Kupschs Pilotin Diana Filipszki mit der bereits erfahreneren Anschieberin Cynthia Kwofie. Beim Finale des Europacups schob Kwofie dann Pilotin Charlotte Candrix an und Kupsch durfte noch zweimal den Eiskanal mit Filipszki hinabsausen. Das junge Tandem fuhr auf Platz zwei. Und so durfte die strahlende Neu-Anschieberin am Ende in Innsbruck gleich zweimal auf dem Podest stehen: Zunächst wurde Kupsch hinter Candrix/Kwofie mit ihrer Pilotin für Platz zwei im Europacup-Finale gewürdigt. Dann erfolgte die Ehrung für die Gesamtwertung des Europacups, den Filipszki für sich entscheiden konnte.

„Diana hat die Saison über ja unterschiedliche Anschieberinnen an ihrer Seite gehabt und durfte bestimmen, wen sie mit aufs Podium nehmen würde. Sie hat sich für mich entschieden, weil ich in Summe die meistern Rennen mit ihr am Start war und sie meinen Anteil offensichtlich als wesentlich angesehen hat“, erklärt Kupsch.

„In Innsbruck-Igls bei strahlendem Sonnenschein ganz oben zu stehen und die Nationalhymne – ganz für Diana und mich – zu hören, war ein unglaubliches Erlebnis“. Und dieses genoss sie umso mehr, als auch ihre Eltern nach Innsbruck gekommen waren, um ihre Tochter im Eiskanal zu erleben.

Nun stehen für die Neu-Münchnerin erst einmal vier Klausuren an der Uni an. Parallel dazu hat das Aufbautraining für die kommende Saison begonnen. Neben der Kraft wird sie an der Sprintfähigkeit und an der Technik am Start arbeiten. Der nächste Winter ist also schon im Hinterkopf – doch zunächst steht die Sommersaison an. Dabei will Kupsch wieder im Wurfring stehen. „Ich hoffe, dass ich im Sommer endlich die 50-Meter-Schallmauer mit dem Diskus überwinden kann“, sagt sie.

cvh