Bezirksliga Süd

Ausnahmezustand beim TSV Meckenhausen

Bezirksliga Süd: Betz-Elf empfängt den TV Hilpoltstein zum Stadtderby – TSV Greding vor wichtiger Partie gegen Herrieden

11.11.2022 | Stand 11.11.2022, 17:44 Uhr

Das Hinspiel Anfang August in Hilpoltstein entschied der TV (links Christian Meixner) mit 1:0 für sich. Nun wollen Marco Meixner (rechts) und der TSV Meckenhausen ebenfalls vor heimischem Publikum jubeln. Foto: Tschapka

Hilpoltstein/Greding – Eine Stadt steht unter Strom: Am Kirchweihsonntag empfängt der TSV Meckenhausen den punktgleichen TV Hilpoltstein zum Stadtderby in der Bezirksliga Süd. Darüber hinaus steht das Kellerduell zwischen dem TSV Greding (12. Platz) und der SG TSV/DJK Herrieden (11.) auf dem Programm.

TSV Meckenhausen - TV Hilpoltstein (Sonntag, 14 Uhr): Wenn sich das ganze Gebiet rund um Hilpoltstein an einem Sportplatz versammelt, der Bayrische Fußball-Verband mit Anette Hanf eine Bundesliga-Schiedsrichterin schickt und sich alles nur um den Ball dreht, dann ist es wieder Zeit für ein Spiel, dem Fans, Verantwortliche und Spieler lange entgegengefiebert haben: Das Bezirksliga-Derby im Stadtgebiet. TSV-Abteilungsleiter Matthias Dotzer formuliert es mit seinen eigenen Worten: „Die Anspannung steigt. Das Duell gegen Hilpoltstein ist immer eine besondere Begegnung.“ Bei ihrem letzten Gastspiel in Meckenhausen im November 2018 gelang den Burgstädtern ein 2:0-Auswärtserfolg – und sie stiegen am Ende der Saison als Meister in die Bezirksliga auf. Ein Coup, der den Hausherren in der vergangenen Spielzeit ebenfalls gelang.

Der bisherige Saisonverlauf ist bei beiden Teams ähnlich, zuletzt verbuchten beide Seiten Erfolgserlebnisse. „Abgesehen von der Brisanz rund um das Spiel kommt da ein richtig starker Gegner nach Meckenhausen“, so Dotzer weiter. Der TV steht dank des 1:0-Hinspielerfolges beim Burgfestspiel durch den direkten Vergleich einen Platz vor dem TSV auf Rang fünf. Beide Teams haben 29 Zähler auf dem Konto, Meckenhausen stellt bislang aber den deutlich gefährlicheren Angriff. TSV-Kapitän Stefan Hamperl sieht die Gäste trotzdem in der Favoritenrolle: „Sie sind das Team, dass die letzten Jahre in der Liga bestanden hat. Ich sehe uns als Neuling immer noch als Underdog.“

Spielertrainer Dominik Betz sieht den TV als „ausgeglichenes Team, das spielerisch dominant zu überzeugen weiß“. TSV-Kapitän Hamperl spornt seine Mannschaft vor dem brisanten Derby noch einmal an: „Mit unseren Fans an unserer Kerwa im Rücken haben wir die Chance, die Punkte zu holen!“

Mit einem 3:0-Erfolg gegen den SV Wettelsheim im Rücken gehen die Gäste aus der Burgstadt ins Stadtderby: „Das Ergebnis gegen Wettelsheim war gut, insgesamt hatten aber wohl weder der Gegner noch wir einen besonders guten Tag. Wir haben unser Team im Vergleich zur Vorwoche etwas verändert und mussten zudem früh auf eine Verletzung reagieren. Wir haben das Spiel aber trotzdem für uns entschieden – auch das ist ein Nachweis für unsere Entwicklung. Es ist schon beeindruckend, wie die Mannschaft gemeinsam auftritt und auch in schwierigeren Situationen zusammensteht“, erklärt das Hilpoltsteiner Trainerduo Julian Schmidpeter und Martin Baeck-Gugel, um aber sogleich den mahnenden Zeigefinger zu heben: „Es gibt schon noch viele einfache technische sowie taktische Fehler, die wir vermeiden müssen.“

Gegen Meckenhausen folgt nun der nächste Härtetest. „Uns war bewusst, dass die Meckis mit ihrer Dynamik und Intensität eine gute Rolle spielen können; wie sie das mit der gesamten Mannschaft Woche für Woche abrufen können, ist dennoch beeindruckend – einige der Akteure sind ja auch nicht mehr die Jüngsten, dafür sehr erfahren. Zudem haben sie mit Stefan Hamperl, Jonas Hofbeck oder Felix Geitner schon sehr gute Fußballer in ihren Reihen“, erklärt das Trainergespann des TV und ergänzt: „Wir waren fast die ganze Hinrunde hinter ihnen im Tableau – die Favoritenrolle liegt also eindeutig bei der Heimmannschaft.“ Verstecken wollen sich die Gäste aber keinesfalls: „Wir haben das Hinspiel zurecht und verdient gewonnen. Wir werden mit einem klaren Plan antreten und gleichzeitig genügend Flexibilität haben, auch im Spiel unsere Herangehensweise zu ändern“, so die Coaches.

Fragezeichen stehen derzeit hinter den Einsätzen von Steffen Lieberwirth und Benedikt Herzog. Während Lieberwirth gegen Wettelsheim früh vom Platz musste, laboriert Herzog schon länger an einer Verletzung. Außerdem kränkelt noch der ein oder andere Spieler im TV-Kader. „Hoffentlich bekommen wir das bis zum Wochenende hin. Glücklicherweise ist unsere zweite Mannschaft spielfrei, dann können wir dementsprechend auffüllen“, sagen die Trainer.

tvh/HK


TSV Greding - SG TSV/DJK Herrieden (Sonntag, 14 Uhr): Der TSV Greding steht im Hinblick auf seinen Verbleib in der Bezirksliga Süd bis zur Winterpause noch vor drei sehr wichtigen Spielen. Das erste steigt an diesem Sonntag ab 14 Uhr auf eigenem Platz. Dabei trifft die Mannschaft von Trainer Patrick Grabmann auf die SG TSV/DJK Herrieden. Sollten die Grünhemden gewinnen, könnten sie einen Schritt in Richtung Mittelfeld der Tabelle machen. Sie sind derzeit Zwölfter und nehmen damit den ersten Relegationsplatz gegen den Abstieg ein. Mit drei Zählern mehr ist die SG aktuell Elfter.

Nach dem 3:1-Sieg des ESV Ansbach-Eyb im Nachholspiel beim FV Dittenheim hat sich die Lage des TSV Greding nicht verbessert. Zwar steht der FV, nächster Auswärtsgegner des TSV, weiterhin mit einem Punkt Rückstand auf dem 13. Rang, aber die Ansbacher haben ihren Vorsprung auf die Gredinger auf vier Zähler ausgebaut. Umso wichtiger ist es für die Mannschaft von der Schwarzach, am Sonntag zum zweiten Mal in Folge drei Punkte auf eigenem Platz einzufahren. Sollte dies gelingen und auch das Nachholspiel gegen den ESV Ansbach-Eyb gewonnen werden, hätte der TSV den Anschluss an das Mittelfeld der Tabelle wieder hergestellt. Falls nicht, bliebe der Rückstand zur SG entweder gleich oder er würde sich sogar auf sechs Zähler erhöhen.

Deshalb spricht Grabmann im Hinblick auf die Begegnung am Sonntag von einem klassischen Sechs-Punkte-Spiel. Seiner Auffassung nach sollte der TSV durchaus in der Lage sein, den siebten Saisonsieg einzufahren. Falls er mit 2:0 oder höher als 3:1 ausfallen würde, hätte seine Mannschaft trotz ihrer 1:3-Niederlage im Hinspiel auch den direkten Vergleich, der im Abstiegskampf durchaus eine Rolle spielen kann, gewonnen.

Wie der Übungsleiter erklärt, erwarte er mit Herrieden einen Gegner, der mit Lukas Wellhöfer (sieben Tore) und Kai Emmendörfer (sechs) über zwei herausragende Akteure verfüge. Sollte es gelingen, die beiden Torjäger aus dem Spiel zu nehmen, sei dies mehr als die halbe Miete. Dies gelte umso mehr, als die SG wohl über eine etwas behäbige Abwehrformation verfüge. Deshalb sollte es für seine schnellen Angreifer möglich sein, den einen oder anderen Treffer zu erzielen, hofft der Trainer.

Nachdem die Gredinger zuletzt wegen mehrerer erkrankter Akteure ihr Spiel beim ESV Ansbach-Eyb absagen mussten, sind gegen die SG Herrieden aller Voraussicht nach mit Ausnahme der Langzeitverletzten wieder alle Spieler an Bord. Jedoch sei es durchaus ungewiss, wer von ihnen schon wieder voll einsatzfähig ist, betont Grabmann.

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