Tennis

Erste Teilnahme, erster Triumph

Patrick Nystroem vom TC Schwaben Augsburg gewinnt die 36. Donaumoos Open in Karlshuld

08.08.2022 | Stand 08.08.2022, 17:16 Uhr

Begeisterte die Zuschauer in Karlshuld: Patrick Nystroem. Foto: M. Schalk

Von Wolfgang Prummer

Karlshuld – Die Tennisabteilung des SV Karlshuld hatte an diesem Wochenende wieder allen Grund zur Freude. Nicht nur, dass die einzelnen Konkurrenzen bei den mittlerweile 36. Donaumoos Open hervorragend besetzt waren – auch der Zuspruch des Publikums war überragend. Trotz der teilweise tropischen Temperaturen waren überraschend viele Tennisfans aus der gesamten Region gekommen, um die Teilnehmer anzufeuern.

Herren 40

Insgesamt 16 Aktive (das war auch die maximale Feldgröße im Seniorenbereich) kämpften hier um Punkte für die Leistungsklassen (LK) und die Deutsche Rangliste. Schon bei der Meldung war zu erkennen, dass diese Spielklasse mit gleich sechs Akteuren mit Spitzenplatzierungen in der Deutschen Rangliste (DR) der Herren 40 und 45 hervorragend besetzt war.
Der topgesetzte Matthias Lübbert (LK 2,9 / DR 49 bei den M40) vom TC Marxheim musste schon nach seiner ersten Partie gegen Thomas Berneisch (LK 5,5) vom TC Neuburg die Koffer packen und die Heimreise antreten. Für Berneisch war dann nach dem Viertelfinale gegen Florian Faulstich (LK 6,3) vom TTC Geltendorf das Turnier beendet. In der unteren Hälfte des Tableaus wurden dagegen die gesetzten Spieler ihrer Favoritenrolle vollauf gerecht und zogen beide ins Halbfinale am Sonntagvormittag ein.
Matthias Schebitz (LK 4,5; DR 138 bei den M40) vom SV Weichering hatte dort mit dem an Nummer zwei gesetzten Jochen Bauer (LK 4,6; DR 86 M40) aus Kümmersbruck den erwartet schweren Gegner und musste schon sein ganzes Können zeigen, um mit 6:2 sowie 6:2 zu gewinnen. Im anderen Vorschlussrundenmatch standen sich Alexander Fuchs (LK 5,1) von der SpVgg Langenbruck und Florian Faulstich gegenüber. Beide hatten sich als ungesetzte Spieler durchgekämpft und lieferten sich nun über fast 2,5 Stunden Ballwechsel auf höchstem Niveau. Fuchs setzte sich am Ende mit 5:7, 6:4 und 11:9 durch.
Auch sein Endspiel gegen Matthias Schebitz lieferte Spannung bis zum Schluss – wobei Alexander Fuchs erneut das glücklichere Ende auf seiner Seite hatte: Nach wieder über zwei Stunden Spielzeit gewann der Mann von der SpVgg Langenbruck den Titel bei den Herren 40 dank eines 2:6, 6:3 und 10:8 im Finale.

Herren B

Diese Kategorie wurde wie immer von Akteuren mit Leistungsklasse 7,0 bis 25,0 gespielt, 32 Tenniscracks aus der ganzen Region lieferten sich spannende Wettkämpfe. Die Setzliste wurde von Simon Kiefel (LK 7,0) aus Ingolstadt angeführt. Allerdings musste er schon nach dem Achtelfinale seine Koffer packen, da Niclas Hargasser (LK 10,6) vom TSV Feldkirchen an diesen Tag von ihm nicht zu packen war. Im Viertelfinale gegen Valentin Ott (LK 8,8) der für den TC Schrobenhausen in der Punktrunde spielte, war auch für Hargasser Schluss: Beide kämpften um jeden Ball, Punkt für Punkt ging es hin und her – wobei Valentin Ott am Ende mit einem 3:6, 7:6 und 10:7 knapp ins Halbfinale einzog.
Der an Nummer drei gesetzte Paul Brandl (LK 7,3) vom FC Langweid hinterließ in seinen Vorrundenpartien einen hervorragenden Eindruck und gab in drei Begegnungen nur drei Spiele ab. In der unteren Hälfte arbeitete sich Kevin Podeswa (LK 7,0) vom DRC Ingolstadt bis ins Halbfinale vor. Er musste bei seinen drei Partien zwar zweimal in den Match-Tiebreak, diese gewann er aber mit 11:9 und 10:7. Im Halbfinale am Sonntag kam dann doch das Aus für ihn, gegen Alexander Heberlein (LK 9,0) vom TC Pfronten blieb der Ingolstädter chancenlos (2:6, 2:6).
Auf Alexander Heberlein wartete schließlich Paul Brandl im Endspiel – und das bot erneut hochklassiges Tennis, wobei sich die beiden Kontrahenten alles abverlangten. Den ersten Satz dominierte der Mann aus Langweid mit 6:3, ehe er etwas die Kontrolle verlor und damit den zweiten Durchgang mit 4:6 abgeben musste. Im Match-Tiebreak konzentrierte sich Paul Brandl wieder auf sein Spiel, gewann diesen mit 10:5 und darf sich nun also Donaumoos-Open-Sieger 2022 bei den Herren B nennen.

Herren A

Hier waren 30 Tennisspieler angetreten, um sich den Siegerpokal, die Ranglistenpunkte und das Preisgeld zu sichern. „Für ein Turnier dieser Kategorie war das Niveau fantastisch“, freut sich Cheforganisator Wolfgang Prummer aus Schrobenhausen. Sage und schreibe zehn Teilnehmer hatten die Leistungsklasse 1,6 bis 2,2 beziehungsweise Positionen unter den ersten 600 der Deutschen Rangliste vorzuweisen.
Der topgesetzte Niklas Geßlein (DR 230) vom TTC Bad Wörishofen war in den ersten Runden nicht sonderlich gefordert und zog relativ locker ins Viertelfinale ein. Sein dortiger Kontrahent Alexander Fellinger (DR 521) von TC Rot-Blau Regensburg zeigte an diesem Wochenende sein bisher bestes Tennis und erarbeitete sich toll herausgespielte Punkte. Der Lohn hierfür war ein 7:5, 4:6 sowie 10:6 gegen die Nummer eins und somit der Einzug in das Halbfinale.
Der Sieger aus dem Jahr 2017, der diesmal an Nummer zwei gesetzte Philipp Regnat (DR 367) von den TF Dachau, musste zwar in seinen ersten Partien immer wieder kritische Phasen überstehen, konnte aber letztlich doch stets als Sieger vom Platz gehen. Auch das Halbfinalmatch gegen Maximilian Deml (DR 616) vom TC Rot-Blau Regensburg wurde zu einer klaren Angelegenheit für Regnat, der in der nächsten Saison in der Bundesliga der Herren 30 mitwirken wird.
Patrick Nystroem (DR 387) vom TC Schwaben Augsburg, der erstmals in seiner Karriere bei den Donaumoos Open aufschlug, hatte in der oberen Hälfte ebenfalls keine Mühe, seine Partien zu gewinnen. Im Halbfinale musste er schließlich gegen Alexander Fellinger ran, wo er ganz nach dem Motto „Ich kam, ich sah, ich siegte“ auf den Platz trat und mit seiner Hochgeschwindigkeitsvorhand jede Hoffnung seines Gegenspielers auf einen Turniersieg förmlich zertrümmerte. Spektakuläre Ballwechsel wurden vom sehr fachkundigen Publikum immer wieder mit Applaus bedacht.
Auch das Finale, vor einer Rekordzahl an Zuschauern, bot spektakuläres Tennis. Philipp Regnat und Patrick Nystroem machten zwar im ersten Satz immer wieder leichte Fehler, aber bis zum 4:4 konnten beide ihre Aufschlagspiele halten. Ein einziges Break genügte dann dem Augsburger, um den ersten Durchgang mit 6:4 für sich zu entscheiden. Im zweiten Satz drehte sich das Spiel: Philipp Regnat stellte sich immer besser auf die knallharten Schläge von Patrick Nystroem ein und setzte sich nun deutlich mit 6:2 durch.

Also ging es zur Entscheidung in den Match-Tiebreak. Philipp Regnat ging in diesem mit 4:2 in Führung, ehe die Seiten gewechselt wurden. Patrick Nystroem schien diese kurze Pause besser genutzt zu haben, denn danach lag plötzlich er mit 7:5 in Front. Beim Stand von 9:5 hatte der Augsburger sogar schon vier Matchbälle, die aber allesamt von Philipp Regnat gekontert wurden (9:9).
Anschließend missglückten dem Dachauer jedoch zwei kurze Stoppbälle, die an der Netzkante hängen blieben – also triumphierte Patrick Nystroem doch mit 11:9.
Mit lang anhaltenden Standing Ovations wurden die beiden Cracks nach der Partie vom begeisterten Publikum verabschiedet. „Zum Abschluss bleibt mir nur noch, einen herzlichen Dank an die Spieler, Sponsoren, Helfer, Tennisfans, Zuschauer und eben allen auszusprechen, die dazu beigetragen haben, dass diese Donaumoos Open 2022 etwas ganz Besonderes wurden“, so Cheforganisator Wolfgang Prummer: „Dieses Turnier war wieder beste Werbung für den wunderschönen Tennissport. Wir erlebten in Karlshuld erneut Tennisbegeisterung pur.“

Die Ergebnisse ab dem Halbfinale im Überblick: Herren 40: Fuchs - Faulstich 5:7, 6:4, 11:9; Schebitz - Bauer 6:2, 6:2; Finale: Fuchs - Schebitz 2:6, 6:3, 10:8. – Herren B: Ott - Brandl 5:7, 1:6; Heberlein - Podesva 6:2, 6:2; Finale: Brandl - Heberlein 6:3, 4:6, 10:5. – Herren A: Nystroem - Fellinger 7:6, 6:4; Regnat - Deml 6:3, 6:0; Finale: Nystroem - Regnat 6:4, 2:6, 11:9.

SZ