Schanzer seit drei Spielen ungeschlagen
FC Ingolstadt will mit Sieg bei Waldhof Mannheim näher an Platz drei heranrücken

01.12.2023 | Stand 01.12.2023, 11:18 Uhr |

Mögliche Alternative: Herbert Paul könnte als Rechtsverteidiger aushelfen, damit Yannick Deichmann den gesperrten Kapitän Lukas Fröde im zentralen Mittelfeld ersetzen kann. Foto: Imago Images

Nach dem 2:1-Sieg im Sechs-Punkte-Spiel gegen Rot-Weiss Essen hat sich der FC Ingolstadt in der 3. Liga wieder an den Aufstiegsrelegationsrang herangepirscht. Damit die Schanzer aber weiter im Rennen bleiben, sollten sie im Auswärtsspiel bei Waldhof Mannheim (Samstag, 14.03 Uhr/Magenta Sport und BR) ihre kleine Erfolgsserie weiter ausbauen.

Die Ausgangssituation ist FCI-Trainer Michael Köllner nicht unbekannt. Schon einmal schnupperte sein Team nach drei Siegen in Folge an den Aufstiegsrängen, doch dann folgte am neunten Spieltag die 0:1-Niederlage bei Viktoria Köln – seither kämpften die Schanzer um den Anschluss an die Top-Plätze. Jetzt ist es wieder so weit – mit einem allerdings gravierenden Unterschied: Damals lagen auch die direkten Aufstiegsränge noch in Reichweite, jetzt ist Platz drei das Optimum. Denn während sich am achten Spieltag nur Dynamo Dresden (18 Punkte) etwas abgesetzt hatte und Borussia Dortmund II (15) sowie Erzgebirge Aue (14) nur knapp vor den Ingolstädtern lagen (13), sind jetzt die beiden Erstplatzierten Jahn Regensburg (37) und Dresden (34) dem FCI (24) schon deutlich enteilt.

Köllner gibt sich verhalten optimistisch, dass die Serie dieses Mal hält. „Es wäre der dritte Sieg in Folge und das vierte ungeschlagene Spiel hintereinander“, rechnet der 53-Jährige vor, verweist aber auf die erneuten Personalsorgen aufgrund des gesperrten Trios Lukas Fröde und David Kopacz (je fünfte Gelbe Karte) sowie Julian Kügel (Rote Karte). „Die Sperren tun uns nicht gut, wir hätten ähnlich gespielt wie zu Hause gegen Essen. Aber ich bin mir relativ sicher, dass wir ein gut abgestimmtes Spiel hinbekommen, egal in welcher Konstellation. Wenn wir alles abrufen, haben wir gute Chancen, im vierten Spiel in Folge ungeschlagen zu bleiben“, sagt Köllner. In welcher Formation er sein Team im Carl-Benz-Stadion präsentieren wird, lässt der FCI-Coach noch offen. „Das ist noch relativ unklar, aber im Kopf zeichnet sich bei mir langsam ein konkretes Bild ab“, beschreibt Köllner sein Personalpuzzle.

Neue Teile kommen nämlich voraussichtlich nicht dazu. Tobias Schröcks Nebenhöhleninfektion ist immer noch nicht abgeklungen, Marcel Costly (Achillessehnenreizung) und David Udogu (Bänderverletzung) stiegen erst am Dienstag wieder ins Mannschaftstraining ein. „Die Chance, dass Marcel Costly einsetzbar ist, will ich nicht ausschließen, aber er war längere Zeit nicht dabei. Wir schauen, wie er sich die nächsten Tage im Training fühlt, es kann sein, dass er im Kader ist“, sagt Köllner.

Es gibt aber möglicherweise eine alte, neue Alternative: Herbert Paul. Der 29-jährige Rechtsverteidiger, der seit dieser Saison beim FCI II aktiv und Stammspieler ist, kam bereits beim 2:1-Sieg beim MSV Duisburg zu einem Kurzeinsatz und trainiert seither bei den Profis mit. Schließlich kennt Köllner den gebürtigen Ingolstädter noch aus seiner Zeit bei den Münchner Löwen, die Paul 2020 allerdings verließ, als er zu Austria Klagenfurt wechselte. Nun könnte Paul erneut aushelfen, damit beispielsweise Yannick Deichmann den Platz von Lukas Fröde in der defensiven Mittelfeldzentrale einnehmen könnte. Denkbar wäre aber auch, dass Vizekapitän Simon Lorenz aus der Innenverteidigung nach vorne rückt und Köllner den jungen Donald Nduka an die Seite von Ryan Malone stellt. „Wir haben im Training das eine oder andere probiert und schauen, was uns das beste Gefühl gibt. Wir wissen, was uns in Mannheim erwartet, das ist relativ gut kalkulierbar“, meint Köllner.

Nach acht Liga-Spielen ohne Sieg sind die Mannheimer auf Rang 18 abgerutscht, mit nunmehr bereits vier Punkten Rückstand auf einen Nicht-Abstiegsplatz. Aufgebrachte Fans, eine turbulente Mitgliederversammlung und ein Verlust von knapp 800000 Euro im vergangenen Geschäftsjahr erhöhen den Druck. „Die Situation hat sich in Mannheim verschärft. Wir erwarten einen aggressiven Gegner“, meint Köllner, der weiß, dass es auch für seinen Kollegen Rüdiger Rehm ums berufliche Überleben geht. Vor zehn Monaten war der 45-Jährige noch beim FCI entlassen worden. Aber es geht nicht nur um Rehm, sondern auch um den heftig in der Kritik stehenden Geschäftsführer Markus Kompp – nun liegt es an den Ingolstädtern, die Verunsicherung und schlechte Stimmung in Mannheim zu ihren Gunsten zu nutzen.

DK