Sieben für Shedden
ERC Ingolstadt demütigt bei Rückkehr des Ex-Trainers desolate Iserlohn Roosters mit 7:1-Kantersieg

23.11.2023 | Stand 24.11.2023, 11:56 Uhr |

ERC-Stürmer Philipp Krauß (Zweiter von rechts) gelangen gegen die Roosters seine Saisontore sechs und sieben. Foto: Traub

So hatte sich Doug Shedden seine Rückkehr nicht vorgestellt: Mit dem desolaten Tabellenschlusslicht Iserlohn Roosters hat der ehemalige Trainer des ERC Ingolstadt am Donnerstagabend eine derbe 1:7 (0:3, 1:4, 0:0)-Klatsche bei den Panthern kassiert.



Die Ingolstädter setzten damit auch ohne die verletzten Casey Bailey, Patrik Virta, Enrico Henriquez sowie Luca Zitterbart und trotz des Champions-Hockey-League-Aus am Dienstag in Schweden ihren Aufwärtstrend in der Deutschen Eishockey-Liga fort. Philipp Krauß traf doppelt, Brandon Kozun sammelte seine ersten drei Vorlagen. Maury Edwards steuerte im sechsten Spiel in Folge mindestens einen Scorerpunkt bei.

„Das war kein schönes Zurückkommen, ich fühle gerade mein Alter“, klagte Shedden. „Bei einem frühen Rückstand klappen wir zusammen. Es ist mein Job, die Mannschaft wieder aufzurichten.“ ERC-Trainer Mark French war nach dem höchsten Saisonsieg zufrieden: „Wir wollten gut starten, das ist uns gelungen. Wenn dann auch noch das Powerplay funktioniert, ist das ein Erfolgsrezept.“

Von jedem Panther wurde vor der Saison eine eigene Torjubelsequenz aufgenommen, die bei einem Treffer über den Videowürfel der Saturn-Arena flimmert. Mittelstürmer Andrew Rowe hält sich die Hand hinters Ohr, nach dem Motto: „Liebe Fans, bitte lauter brüllen, ich höre nichts!“ Tatsächlich war in den ersten zehn Spielminuten gegen Iserlohn kaum ein Mucks von den Tribünen gekommen, der harte Kern der Fankurve protestierte schweigend gegen den verhassten Donnerstagstermin. Doch ausgerechnet Rowe sorgte dafür, dass es trotzdem laut wurde: Im Powerplay traf der US-Amerikaner per Drehschuss zum 1:0 (4.) – sein siebtes Saisontor. „Das war genau das, was wir wollten. Wir brauchen weiter Schüsse und müssen den Druck hochhalten“, sagte Rowe bei Magenta Sport.

Erster Assist für Neuzugang



Das taten die Panther, und nach acht Minuten durchbrach der zweite kollektive Jubel die Stille: Krauß fälschte mit seiner Hose einen Schuss Fabio Wagners zum 2:0 ins Netz ab (8.). Neuzugang Kozun verbuchte dabei seinen ersten Assist, dem zwei weitere folgen sollten.

Nach zehn Minuten war dann Schluss mit der Friedhofsruhe, doch die Ingolstädter wirbelten weiter und nutzten auch das zweite Powerplay zu einem Treffer: Daniel Piettas Querpass lenkte Hubert Labrie unglücklich zum 3:0 ins eigene Tor (13.). Roosters-Goalie Kevin Reich war ohne Abwehrchance und bei seiner Rückkehr nach Ingolstadt zum dritten Mal geschlagen.

Zu Beginn des zweiten Drittels wurde der Abend für den Schlussmann, der in der Vorsaison im Halbfinale gegen die Adler Mannheim noch im ERC-Trikot geglänzt hatte, endgültig zu einem völlig verkorksten: Mirko Höfflin hatte den Puck bei einem Alleingang eigentlich schon vertändelt, doch Reich ließ die langsam in Richtung seines Tores trudelnde Scheibe trotzdem passieren – 4:0 (23.). Shedden holte Reich vom Eis, der in dieser Saison auch bei seinem siebten Starteinsatz sieglos blieb.

Während die Statistik zur Spielhälfte einen einzigen (!) Torschuss der Roosters aufwies (plus einen frühen Pfostentreffer von Florian Elias), bekam auch Reichs Vertreter Andreas Jenike gut zu tun. Selbst gegen fünf Iserlohner Feldspieler agierten die Panther wie im Powerplay – Leon Hüttl traf per saftigem Fernschuss zum 5:0 (31.). Mit einem sehenswerten Solo durch die gesamte Gäste-Abwehr stellte Travis St. Denis auf 6:0 (33.), ehe Sven Ziegler immerhin der Ehrentreffer gelang (33.). Noch vor der zweiten Pause versenkte Krauß den Abpraller eines Rowe-Schusses zum 7:1 (40.) – auch der Youngster hat damit schon siebenmal getroffen.

Wer auf ein zweistelliges Ergebnis gehofft hatte, wurde enttäuscht. Im Schlussdrittel passierte kaum noch Erwähnenswertes – die einen wollten, die anderen konnten nicht mehr. Das letzte ERC-Spiel im November steigt am Sonntagabend (19 Uhr) beim Vorletzten Düsseldorfer EG.

ERC Ingolstadt: Garteig – Hüttl, Bodie; Edwards, Wagner; Jobke, Maginot; Schwaiger – Kozun, Rowe, Krauß; Nijenhuis, Stachowiak, Friedrich; Dunham, Bertrand, Höfflin; St. Denis, Simpson, Pietta.
Iserlohn Roosters: Reich (23. Jenike) – Eliot, Ugbekile; Labrie, Bender; Quaas, Rausch – Jentzsch, Cornel, Shinkaruk; Boland, LeBlanc, Dal Colle; Ziegler, Sebök, Schiemenz; Rutkowski, Jahnke, Elias.
Schiedsrichter: MacFarlane/Gofman. – Tore: 1:0 Rowe (4./PP1), 2:0 Krauß (8.), 3:0 Pietta (13./PP1), 4:0 Höfflin (23.), 5:0 Hüttl (31.), 6:0 St. Denis (33.), 6:1 Ziegler (33.), 7:1 Krauß (40.). – Strafminuten: 4/8. – Zuschauer: 3658.