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Autobahndirektion startet Arbeiten bei Denkendorf im August – Politiker wollen Tempo 120 belassen

A9-Abschnitt erhält neuen Belag

Denkendorf
erstellt am 05.07.2018 um 18:08 Uhr
aktualisiert am 21.07.2018 um 03:34 Uhr | x gelesen
Denkendorf (DK) Verkehrsteilnehmer müssen sich ab Mitte August auf größere Behinderungen entlang der A9 bei Denkendorf im Landkreis Eichstätt einstellen. Die Autobahndirektion Nordbayern lässt den Belag in Richtung Süden erneuern. Die Arbeiten sollen knapp zwei Monate dauern.
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Kurvenreich und wellig verläuft die A9 bei Denkendorf. Seit dort Tempo 120 beziehungsweise 80 bei Nässe gilt, gibt es kaum noch Unfälle. Die Autobahndirektion möchte nun den Belag erneuern und die Querneigung so anpassen, damit Regenwasser besser abläuft.
Richter
Denkendorf
Betroffen ist der Bereich zwischen den Autobahnkilometern 442 und 447, der südlich der Einfahrt Denkendorf beginnt und nördlich der Rastanlage Köschinger Forst auf Stammhamer Flur endet. Der Startschuss soll am 14. August fallen, voraussichtliches Ende ist am 12. Oktober. „Es sind keine Umleitungen nötig, und es liegen keine Anschlussstellen im Bereich der Baumaßnahme“, erklärte Edith Kolarik von der für diesen Abschnitt zuständigen Autobahndirektion Nordbayern  auf unsere Anfrage. „Geplant ist derzeit eine Verkehrsführung mit zwei Behelfsfahrstreifen in Richtung München und drei Behelfsfahrstreifen in Richtung Nürnberg.“
 
Die Sanierung umfasst zudem zwei Brücken an der Strecke, die laut der Behörde „ertüchtigt“ werden sollen.   Konkret geht es um eine Betoninstandsetzung an den Bauwerken sowie die Sanierung der Geländer. „Wenn wir die Fahrbahn richten, dann erledigen wir das gleich mit, um nicht später wieder anfangen müssen“, sagte Edith Kolarik. „So bleiben die Behinderungen auf ein Minimum  beschränkt.“
 
Der neue Fahrbahnbelag soll „lärmtechnisch optimiert“ sein, um die akustische Beeinträchtigungen für die Anliegergemeinden zu minimieren. Es geht aber nicht zuletzt darum, hier die Querneigung zu verbessern, damit Regen und Feuchtigkeit künftig besser ablaufen. „In dem Bauabschnitt liegen drei Unfallhäufungspunkte, die entschärft werden sollen, sodass verkehrsregelnde Maßnahmen entbehrlich werden“, schrieb die Autobahndirektion zuletzt an den CSU-Bundestagsabgeordneten Reinhard Brandl. 
 
Der Politiker wollte nicht ohne Grund über die Arbeiten informiert werden, denn der nun zur Sanierung anstehende Bereich gehört zu einem Abschnitt beginnend ab Gelbelsee, auf dem es wegen des überaus rutschigen Belags bei geringstem Niederschlag immer wieder zu schweren bis hin zu tödlichen Unfällen gekommen war. Allein 2016 waren dort sechs Menschen ums Leben gekommen und 75 verletzt worden. 
Erst als die Autobahndirektion die Fahrbahn abfräsen ließ, um sie griffiger zu machen, und das Tempo auf 120 beziehungsweise 80 bei Nässe begrenzte, ging die Zahl der Zusammenstöße drastisch zurück. Tote und Schwerverletzte gab es hier seither gar keine mehr. Die  Ortsfeuerwehren der Anliegergemeinden waren zuvor wegen der vielen Unfälle oft am Rande der Belastbarkeit gestanden.
 
Die Denkendorfer Bürgermeisterin Claudia Forster begrüßt daher die anstehende Fahrbahnerneuerung, „weil wir dadurch mehr Sicherheit bekommen“, sagte sie. „Meine Befürchtung ist aber, dass es danach wieder ,Freie Fahrt für freie Bürger’ heißt und das Tempolimit aufgehoben wird – „dann sind unsere Feuerwehren wieder draußen, wenn es  kracht, und müssen sich schreckliche Bilder ansehen.“ Allerdings weiß sie den Bundestagsabgeordneten Brandl an ihrer Seite, der bei diesem Thema nicht auslassen will. „Der Erfolg der Geschwindigkeitsbeschränkung hat uns Recht gegeben, es gibt kaum noch Unfälle. Ich werde mich dafür einsetzen, dass das Tempolimit  dauerhaft bleibt.“ Dafür kämpft auch Claudia Forster.
 
Die Autobahndirektion erklärte dazu gestern auf Anfrage: Geplant sei, die Griffigkeit des neuen Belags nach dem Winter 2018/19 zu prüfen. „Danach entscheiden wir, ob die Geschwindigkeitsbegrenzung von 120 km/h aufgehoben wird.“
Horst Richter
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