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Augsburger Bischof weiht am Sonntag zwei Familienväter - Papst gewährt Ausnahme vom Zölibat

Verheiratete Männer werden katholische Priester

Augsburg
erstellt am 23.10.2018 um 22:01 Uhr
aktualisiert am 08.11.2018 um 03:34 Uhr | x gelesen
Augsburg (DK) Eine Sondererlaubnis des Papstes macht es möglich: Der Augsburger Bischof Konrad Zdarsa weiht am Sonntag zwei verheiratete Männer zu katholischen Priestern.
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Der vierfache Familienvater André Schneider und Andreas Theurer, Vater von zwei erwachsenen Söhnen, sind zum Katholizismus übergetreten. Die beiden waren früher evangelische Pfarrer. Schneider wirkte in der Selbstständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) in Thüringen, Theurer in der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.

Schneider stammt aus einer evangelischen Familie, war getauft und konfirmiert; Religion habe allerdings keine Rolle gespielt, sagt er. Mit 16 Jahren habe er dann "durch Freunde zu Glaube und Kirche zurückgefunden". Er habe sich ein "sehr katholisches, liturgisch-sakramentales Luthertum" zurechtgelegt und mit der Zeit als evangelischer Geistlicher gemerkt, dass er die "lebendige Gemeinschaft mit der katholischen Kirche und ihrem Oberhaupt braucht". Sein Kollege Theurer erklärt, dass er gemerkt habe, dass "zur vollmächtigen Spendung der Sakramente tatsächlich eine Priesterweihe nötig ist". Daher habe er sich entschieden, in die katholische Kirche einzutreten. Der Weihegottesdienst findet in der Rektoratskirche St. Sebastian in Augsburg statt.

Es ist das erste Mal seit über zwei Jahrzehnten, dass im Bistum Augsburg wieder verheiratete Männer in den Klerusstand erhoben werden, aber die beiden Männer sind keine Einzelfälle. In den vergangenen Jahren haben immer wieder evangelische Pfarrer die Konfession gewechselt und bekamen von Papst Franziskus "Dispens", nicht zölibatär leben zu müssen.

Das geschah erstmals 1951: Damals gewährte Papst Pius XII. einem Mainzer evangelischen Pfarrer diese Ausnahme. Die kann in der katholischen Kirche nur Geistlichen gewährt werden, die aus anderen Konfessionen kommen. Erst im Juli hatte der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer einen verheirateten Mann zum Priester geweiht, im Bistum Eichstätt liegt die letzte derartige Weihe elf Jahre zurück: Sie empfing damals Hans-Tilman Golde. Der Erzbischof von Bamberg, Ludwig Schick, betonte unlängst in einem Interview, dass er sich diese Sondererlaubnis auch für bewährte katholische Männer vorstellen könne, ohne den Zölibat grundsätzlich aufgeben zu müssen.
Marco Schneider
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