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Alle Generationen unter drei Dächern vereint

erstellt am 14.10.2009 um 18:34 Uhr
aktualisiert am 01.02.2017 um 07:34 Uhr | x gelesen
Schrobenhausen (jsp) Eine alte Industriebrache in Schrobenhausen wandelt sich zum Modellprojekt. Auf dem ehemaligen Schupik-Gelände soll ein so genannter Allgenerationen-Wohnpark entstehen. Die Mitgliedern des Bauausschusses waren angetan und stimmten einmütig für das Projekt.
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Kräftig gearbeitet wird derzeit am Modellprojekt Allgenerationen-Wohnpark in Schrobenhausen. Auf dem ehemaligen Schupik-Gelände am Rande der Altstadt sollen künftig ältere Menschen in Senioren-Wohngemeinschaften zusammenleben. - Foto: Haßfurter
Dort, wo an der Peripherie der Schrobenhausener Altstadt vor sieben Jahren noch edle Hölzer zu noch edleren Inneneinrichtungen umgewandelt wurden, soll nun ein einzigartiges Projekt entstehen. Auf dem Gelände der 2002 in Insolvenz gegangenen Möbelfabrik Schupik entsteht ein Wohnpark, der alle Generationen unter einem Dach vereinen will.

Oder besser gesagt – unter drei Dächern. Im Haus eins am Mühlrieder Weg, so Architekt Peter Mießl in der jüngsten Sitzung des Schrobenhausener Bauausschusses, sollen auf drei Geschossen Wohngemeinschaften für Senioren entstehen. Unten soll es noch Hausaufgabenhilfe für Schulkinder und Betreuungsangebote für Jugendliche geben. Das zweite Haus auf dem ehemaligen Fabrikareal soll ausschließlich dem betreuten Wohnen älterer Mitbürger vorbehalten bleiben. Das ebenfalls am Rollgraben gelegene Haus drei soll insgesamt acht Wohnungen beherbergen.

"Das ist schon eine intensivere Bebauung als das, was bisher vorgesehen war", blickt Stadtbaumeisterin Tanja Damson auf den ersten Entwurf eines Bebauungsplanes, der noch von Ein- und Mehrfamilienhäusern auf dem Gelände ausging. Dennoch kann sich die Architektin die drei Häuser mit den drei Vollgeschossen durchaus gut auf dem Schupik-Gelände vorstellen. Aus städtebaulicher Sicht seien die Häuser "absolut verträglich".

Das bezieht Günther Schalk (FW) nicht ausschließlich auf die Bauplan. Auch die Intention, die dahinter steckt, gefalle ihm gut. Es handele sich auf jeden Fall um eine Aufwertung, verglichen zu dem, was sich bislang auf den Areal befinde. "Ich kann mir das gut vorstellen", meint Schalk.

In das gleiche Horn bläst auch Günther Rief (SPD). Der Schrobenhausener AWO-Vorsitzende ist sich sicher, dass die geplanten Senioren-Wohngemeinschaften das Modell der Zukunft sein werden. "So werden Menschen künftig zusammenleben", redet der Pensionär seinen Ausschusskollegen ins Gewissen. Er sei froh darüber, so Rief weiter, dass in Schrobenhausen mit der Umsetzung eines solchen Modelles begonnen werde. So könnte von der Stadt ein Signal ausgehen. Rief ist sich sicher, dass noch weitere Senioren-Wohngemeinschaften hinzu kommen werden.

Lob für das Vorhaben gibt es auch von Seiten der Christsozialen. "Das ist eine gute Sache, die wir gerne unterstützen", meint der stellvertretende CSU-Fraktionssprecher Gerhard Winter. Sozialreferentin Inge Eberle (CSU) muss das gute Konzept auch loben. Allerdings hat sie auch ein wenig Kritik parat. "Mir fehlt ein bisschen der Wohngebietscharakter", moniert die stellvertretende Bürgermeisterin die enge Bebauung und die 60 Parkplätze auf dem Gelände des künftigen Wohnparks. Die Freiflächen seien ihr mit zu vollgepflastert.

Planer Mießl erteilt aber dem ursprünglichen Vorhaben, eine Tiefgarage zu bauen, nicht nur aus Kostengründen eine Absage. Das nahe gelegene Hochwassergebiet entlang der Paar und der Rollgrabens machten eine Tiefgarage ebenfalls nicht möglich.

Von Jürgen Spindler
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