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Stadträte überlegen überschaubare Innensanierung - Zieht der Verkehrsverein ein?

Das Obere Tor im Blickpunkt

Neuburg
erstellt am 14.05.2018 um 18:14 Uhr
aktualisiert am 18.05.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Neuburg (r) Das Obere Tor soll schöner werden.
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Das rote Tor am Stadtberg ist selten angetastet worden, doch beim Kanalbau 1973 erhielt die unterirdische Steinbrücke einen deutlichen Schlitz. 35 Jahre später ist die verbliebene Bruchsteinbrücke mit Beton und Stahlgewebe verschlossen worden, sodass eine spätere Rekonstruktion wohl nicht mehr möglich ist.
Das rote Tor am Stadtberg ist selten angetastet worden, doch beim Kanalbau 1973 erhielt die unterirdische Steinbrücke einen deutlichen Schlitz. 35 Jahre später ist die verbliebene Bruchsteinbrücke mit Beton und Stahlgewebe verschlossen worden, sodass eine spätere Rekonstruktion wohl nicht mehr möglich ist.
Fotos: Archiv/r
Neuburg
Stadträte und Oberbürgermeister besichtigten das Baudenkmal am Eingang zur Altstadt. Sie stellten vor allem in den Innenräumen einen Sanierungsbedarf fest - und erteilten einen entsprechenden Auftrag an das städtische Bauamt.

Für das leerstehende Denkmal aus Pfalzgraf Ottheinrichs Zeiten tun sich jetzt Nutzungsmöglichkeiten auf. Der Verkehrsverein "Freunde der Stadt Neuburg" mit den Stadtführern und die Pfadfinderschaft St. Georg haben Interesse gezeigt. Entsprechende Bewerbungen liegen vor, so Oberbürgermeister Bernhard Gmehling.

Er stellt sich vor, dass das Tor innen mit vertretbarem Aufwand "hergerichtet" werden kann. Bei der Besichtigung stellte sich heraus, dass der Westturm in einem ordentlichen Zustand ist, der Ostturm dagegen substanzielle Schäden aufweist. Eindringende Feuchtigkeit schadet dem Mauerwerk des Turms auf der Ostseite. Auch dieses Malheur will die Stadt mittelfristig beseitigen oder abschwächen. Einen formellen Beschluss dazu traf der Bauausschuss nicht.

Die "Frischkur" für das rote Tor geht auf die unermüdliche Initiative von Klaus Babel zurück. Der parteifreie Stadtrat mahnt immer wieder an, das Tor als eines der Wahrzeichen der Stadt besser zu pflegen. "Ich habe nie gesagt, dass das Obere Tor einsturzgefährdet ist", so Klaus Babel, "aber ich gebe keine Ruhe, bis es vernünftig saniert und genutzt wird. " Der Zustand des Ostturms "hat meine Befürchtungen bestätigt", so Klaus Babel.

Das Obere Tor, 1530 unter Pfalzgraf Ottheinrich erbaut, bildete im Fürstentum den bewachten Zugang zur Residenz. Das Wappen zeigt Ottheinrich und Philipp als Steckenreiterkinder - ein Symbol für die Gründung des Fürstentums Pfalz-Neuburg im Jahr 1505. Zu diesem Zeitpunkt waren die beiden Brüder noch Kleinkinder.

Ein zweites Tor vor der "Aussicht" ist später abgerissen worden. Auch am roten Tor gab es Veränderungen. Den Stadtgraben, über den eine steinerne Brücke führte, ließ der Magistrat 1899 endgültig verfüllen - die Brücke war nur noch Straße. 1973/74 erhielt die Altstadt endlich eine zeitgemäße Kanalisation, und im Zuge der Arbeiten riss der Bautrupp eine Lücke in die Brücke, um Kanalrohre unterzubringen. Diese Beschädigung nahm man 2008 zum Anlass, die Stabilität der ganzen Straße anzuzweifeln. Der Stadtrat erteilte den Auftrag, im Zug der Neupflasterung der Straße die alte Brücke massiv einzubetonieren. Damit dürfte der unterirdische Teil des Denkmalensembles unwiderbringlich verloren sein. Aber das rote Tor mit Giebel und Türmen ist immerhin geblieben.
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