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Die Rohrbacher Firma Trob hat sich weltweit einen Namen als Hersteller von Präzisionsbauteilen gemacht

Fachpersonal als größtes Kapital

Rohrbach
erstellt am 12.08.2015 um 18:28 Uhr
aktualisiert am 31.01.2017 um 22:15 Uhr | x gelesen
Rohrbach (PK) Im Rohrbacher Gewerbegebiet sitzt mit Trob ein hoch spezialisiertes Unternehmen, das für namhafte Firmen wie Bosch, Siemens, Osram, Audi und BMW Präzisionsbauteile herstellt. Was vor über 30 Jahren mit einer Idee, zwei Maschinen und drei Männern begann, ist heute ein gut situiertes mittelständisches Unternehmen mit 40 Mitarbeitern.
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Rohrbach: Fachpersonal als größtes Kapital
Für den diesjährigen Betriebsausflug lud Johann Tröstler die Belegschaft für vier Tage nach Mallorca ein - Foto: Michael Tröstler
Rohrbach

Präzisionsfertigung – damit hat es Johann Tröstler, Gründer und Geschäftsführer der Firma Trob, zu etwas gebracht. Doch was sich genau hinter diesem Begriff verbirgt, ist in einem Satz nicht erklärt. Um ein für den Laien anschauliches Beispiel zu finden, muss der Unternehmer auch eine Weile überlegen. Da kommt ihm ein Bauteil für die Medizintechnik in den Sinn: Trob hat kürzlich ein Werkzeug entwickelt, mit dessen Hilfe sich filigrane OP-Nadeln zum Wundverschluss herstellen lassen.

„Die Kunden kommen immer mit sehr speziellen Anfragen zu uns“, so Tröstler. Trob ist zudem in der Lage, unterschiedlichste Werkstoffe zu verarbeiten, auch schwer Zerspanbare wie Keramik und Hartmetalle. Die Präzisionsbauteile können ganz klein oder sehr groß ausfallen: Das kleinste Erzeugnis war ein Hartmetallteil mit einem Durchmesser von 0,6 Millimetern, das größte eine zwei Meter lange Flügelvorderkante für einen Raumgleiter.

Dementsprechend breit gefächert ist der Kundenkreis. „Wir beliefern rund 300 Kunden aus unterschiedlichen Branchen, von der Automobilindustrie über die Medizintechnik bis zur Raumfahrt“, sagt Johann Tröstler. Diese breite Kundenstreuung sieht Johann Tröstler als entscheidenden Vorteil: „So machen wir uns nicht von ein paar wenigen Kunden abhängig.“ Die Marktposition bezeichnet der Geschäftsführer als „sehr gut“. Dank der starken Spezialisierung hätte sich Trob über die Jahre in Deutschland und darüber hinaus einen guten Namen gemacht, führt er weiter aus. „Wir machen keine 0815-Teile, sondern immer das Komplizierte.“

An den heutigen Erfolg hat Johann Tröstler in den Anfängen nicht geglaubt. „Geträumt ja, geglaubt nein“, bekennt der Unternehmer. Trob – das Akronym für Tröstler & Oberbauer – wurde 1984 von Johann Tröstler und dem 2012 verstorbenen Leonhard Oberbauer in Winden am Aign gegründet, und zwar mit drei Mitarbeitern und zwei Maschinen. Heute beschäftigt Trob 40 Mitarbeiter und verfügt über eine Produktionsfläche von 2100 Quadratmetern. 1987 folgte der Umzug nach Rohrbach in die Rudolf-Diesel-Straße. „Wir waren übrigens das zweite Unternehmen im Rohrbacher Gewerbegebiet“, berichtet Johann Tröstler. Über die Jahre hat Trob in immer neue Technologien investiert und sowohl den Mitarbeiterstamm als auch den Maschinenpark stetig ausgebaut.

Wenn der Wolnzacher auf die Firmengeschichte zurückblickt, ist er auf eines besonders stolz: „Unsere Personalfluktuation ist gleich null.“ Die meisten Mitarbeiter seien seit vielen Jahren an Bord. Darin investiert Johann Tröstler: So wurde die gesamte Belegschaft zum diesjährigen Betriebsausflug vier Tage nach Mallorca eingeladen. „Das ist es mir wert, denn qualifiziertes Fachpersonal ist unser größtes Kapital“, ist er sich sicher. „Und jeder Chef hat die Mitarbeiter, die er verdient.“ Dass er zu seiner Belegschaft ein gutes, fast kumpelhaftes Verhältnis hat, nimmt man dem sportlichen 60-Jährigen, der gerne Jeans und Sneakers trägt, auf Anhieb ab. Da qualifizierte Mitarbeiter schwer zu finden sind, bildet Trob seit jeher aus und zieht sich so die eigenen Fachleute heran.

Auch wenn Trob seit Jahren stetige Gewinnzuwächse verzeichnet, ist es nicht Ziel, „ohne Ende zu wachsen“, wie Johann Tröstler betont. Seinem Sohn möchte er in ein paar Jahren „ein gesundes Unternehmen übergeben, das auf soliden Füßen steht.“ Sohn Johannes studiert aktuell noch Maschinenbau und soll nach seinem Abschluss Anfang 2016 in das Familienunternehmen einsteigen. Der 23-Jährige freut sich auf die Herausforderung und plant, Trob im Sinne des Vaters weiterzuführen. „Besser als mein Vater kann man das nicht machen“, sagt der Sohn nicht ganz ohne Stolz.

Von Stefanie Grindinger
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