Donnerstag, 15. November 2018
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Manfred Basel und Eva Zwack und ihre ganz besondere Art des Hochzeitstages – Weitere Aufführungen

Das Spiel auf dem erlöschenden Vulkan

Neuburg
erstellt am 31.03.2014 um 19:29 Uhr
aktualisiert am 31.01.2017 um 18:11 Uhr | x gelesen
Neuburg (lm) Ist doch lieb, sich zum 50. Hochzeitstag ein neues Spiel zu schenken. Noch immer nämlich tanzen die Zwei ihr „Spiel auf dem Vulkan“.
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Neuburg: Das Spiel auf dem erlöschenden Vulkan
Auch das Spiel auf dem Vulkan kann nach 50 Ehejahren etwas ermüdend sein: Eva Zwack und Manfred Basel als feuriges Paar an seinem 50. Hochzeitstag fügen sich eben ihrem Schicksal - Foto: Heumann
Neuburg

Nur, dass er ein notorischer Nichttänzer ist, was schon einiges über die Grundbefindlichkeit in diesem jüngsten Paarstück des Neuburger Boulevardtheaters aussagt. Jawohl, Eva Zwack ist bühnentechnisch auf den Partner gekommen, was jedenfalls auf den Premierenbesuch schon mal ausgesprochen beflügelnd wirkte. So proppenvoll waren Zwack-Premieren in der Vergangenheit eher nicht. Mitspieler ist schließlich auch nicht irgendjemand, sondern mit Manfred Basel ein Schwergewicht der regionalen Szene, der von seinem Kabarett Sammelsurium her den Umgang mit dominanten Frauen durchaus gewohnt ist.

50 Jahre Eheleben passieren Revue. Und das ist ganz geschickt gemacht, einzelne Situationen festgezurrt an zumindest in ihren Kindheitsreizen verblichenen Stationen der Oberen Altstadt. Als die Stadtpolizei noch im Rathaus untergebracht war und es in ihren Reihen noch richtig menschelte, die Herrenstraße sich schon mal in einen Bolzplatz verwandelte und das Wettbieseln vom alten Brunnengitter auf dem Karlsplatz herunter bestimmt keine bloße Theatererfindung war. Der legendäre Malprofessor aus dem Schloss, der angeblich sein weibliches Modell blank allem gemalt haben soll, beflügelte frühpubertäre Fantasie. Die Donau war noch ein Fluss, an dessen Gestaden auch jugendhafte Liebe reifen konnte. Und Wellenreiten vor der Schilchermühle? Beides ist längst verschwunden, die Mühle und die Wellen!

So vermengen sich Lebensbeichte und liebevolle Neuburg-Reminiszenz, gespickt auch mit allerhand strahlenden Persönlichkeiten. Mit etwas Stadtkenntnis ein echter Spaß, ohne wird zumal im ersten Teil einiges eher nebulös bleiben müssen. Part zwei nach der Pause bringt dann vor allem zwei Soli. Und ein bisschen spürt man schon, dass es zwei Solisten sind, die diesen Abend bestreiten, der Bühnenehe täte ein wenige Paartherapie in Form eines Regisseurs nicht schaden.

Feuer versprüht dieser Vulkan nicht gerade, aber auch ruhende Vulkane züngeln stets gefährlich dräuend. Ihnen nahe zu kommen, ist freilich gestattet.

Das nächste Mal finden Aufführungen am Freitag und Samstag, 4. und 5. April, im Seminartheater in Neuburg statt.

Von Gerda Enghuber
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