Nachhaltigkeit in der Region
Umweltbank errichtet in Nürnberg Bayerns höchstes Holzhaus

Nachhaltigkeitsgedanke spielt große Rolle: Gebäude wird aus Holz und Beton errichtet

20.11.2023 | Stand 20.11.2023, 19:00 Uhr |

Außen Holz, innen Beton: Die neue Firmenzentrale der Nürnberger Umweltbank wird in Holzhybridbauweise errichtet. Foto: Nikolas Pelke

Seit über 25 Jahren finanziert die Nürnberger Umweltbank nachhaltige Projekte. Für den neuen Firmensitz im Nürnberger Norden will das Geldinstitut daher mit klimafreundlichem Beispiel vorangehen und beim Bau auf nachwachsende Rohstoffe setzen. Um dem besonderen Nachhaltigkeitsanspruch gerecht zu werden, baut das Geldinstitut den Firmensitz auf dem ehemaligen Gelände der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) am Nordring in Holzhybridbauweise.

Über 50 Meter sollen die 13 Stockwerke bald in den Himmel ragen. Lediglich das Treppenhaus im Inneren des Hochhauses muss aus Gründen des Brandschutzes mit Beton gebaut werden. Rund herum sollen dicke Holzbohlen zum Einsatz kommen, um das bislang höchste Holzhochhaus in Bayern in den Himmel bauen zu können.

Bereicherung fürs Umfeld

Das Konzept des Gebäudes sei laut Architektin Ingrid Spengler auf eine „langfristige und somit nachhaltige Perspektive“ angelegt. „Wir haben die Chance, nicht nur das Haus mit seinen weitestgehend naturbelassenen Materialien, sondern auch die Arbeitsplatzqualität neu zu denken, fern von den ausgetretenen Pfaden des Schematischen und Altbekannten“, erklärte die Architektin die Idee hinter dem Gebäude, das mit seiner umweltbewussten Atmosphäre das gesamte Umfeld bereichern soll.

Neben den nachwachsenden Baumaterialien wird das Holzhochhaus auch ein nachhaltiges Energie- und Heizungssystem bekommen. Dabei setzt „Deutschlands grünste Bank“ beispielsweise zur Stromerzeugung auf Sonnenkollektoren auf dem Dach und der Fassade. Um das Hauptquartier auch umweltfreundlich heizen zu können, werden Erdwärme und Wärmepumpen zum Einsatz kommen.

Im Zusammenspiel soll der vor Ort gewonnene Strom aus Photovoltaik und Blockheizkraftwerk eine Wärmepumpe antreiben, die wiederum den Warmwasserkreislauf des Gesamtareals mit Heißwasser aus den bis zu 60 Meter tiefen Erdwärmesonden versorgen soll.

Der geplante Neubau wird „sinnbildlich für die Vision einer lebenswerten Welt für uns und kommende Generationen“ stehen, ist Umweltbank-Vorstand Bašić sicher. Wenn alles nach Plan läuft, können schon 2025 die rund 300 Beschäftigten der Umweltbank in die neue Firmenzentrale einziehen.

Neben der Öko-Bilanz soll auch die soziale Nachhaltigkeit mit gefördertem Wohnraum, Studenten-Apartments, Kindergarten und diversen Gemeinschafts- und Veranstaltungsräumen groß geschrieben werden.

Vorreiterrolle hat ihren Preis

„Wir werden ein ökologisches Highlight bauen, für uns und unsere neuen Nachbarn“, kündigte Bank-Vorstand Baši an. Diese Vorreiterrolle hat „natürlich“ ihren Preis. Allein schon die Holzhybridbauweise soll zusätzlich mit bis zu 25 Prozent auf die Kosten schlagen.

Zuletzt hatte das Geldhaus im Sommer die Prognose für das laufende Jahr gesenkt. Statt mit rund 20 Millionen Euro rechnet der Vorstand „nur“ noch mit einem Ergebnis in Höhe von einer Millionen Euro vor Steuern. Hauptgrund ist ausgerechnet das schwierige Marktumfeld in der Immobilienbranche. Geplante Veräußerungen von Beteiligungsprojekten seien laut Bank verschoben worden, um in Zukunft am Markt womöglich bessere Preise erzielen zu können.

Vor dem Hintergrund der reduzierten Prognose sei laut Umweltbank auch mit einem Ausfall der Dividende für das aktuelle Geschäftsjahr nach zuletzt 20 Ausschüttungen in Folge zu rechnen.

Mit dem neuen Holzhochhaus im Norden will die Nürnberger Umweltbank neben dem eigenen Prestige offensichtlich auch den eigenen Geldbeutel mehren. Die geplanten Wohnungen sollen ausschließlich vermietet werden und so wohl zur Refinanzierung der kostspieligen Investition in die nachhaltigen Zukunft beitragen.

HK