2. Tischtennis-Bundesliga
TV Hilpoltstein nach nächster Pleite unter Druck – wird es im Abstiegskampf nochmal eng?

17.03.2024 | Stand 17.03.2024, 18:41 Uhr |

Alexander Flemming (hinten) und Juan Perez verloren ihr Doppel mit 0:3. Foto: Tschapka

Erneuter Rückschlag für den Tischtennis-Zweitligisten TV Hilpoltstein: Ohne Petr Fedotov, der bei den russischen Meisterschaften weilt und Matthias Danzer, der seit Wochen an einer Schulterverletzung laboriert, hatten die Franken beim TTC Sachsenring Hohenstein-Erstthal nicht den Hauch einer Chance und mussten sich mit 2:6 beugen.

Nur noch drei Punkte Vorsprung – Hoffen auf Pereira

Damit ist der einst komfortable Vorsprung auf Abstiegsplatz neun auf drei Punkte zusammengeschmolzen. Unter Hochdruck arbeiten die Verantwortlichen an einer Verbesserung der Personalsituation. „Wir gehen fest davon aus, dass unser Spitzenspieler Andy Pereira am Montag sein Visum erhalten und Hilpoltstein für die vier verbleibenden Spiele gegen Leiselheim, Köln, Berlin und Velbert zur Verfügung stehen wird. Damit sollten wir die nötigen Punkte zum Klassenerhalt holen“, sagt Abteilungssprecher Florian Seitz.

In Hohenstein-Ernstthal blieben aus der Stammformation nur noch Alexander Flemming und Juan Perez übrig. Als Ersatz traten Yhya Mosslly und Sebastian Hegenberger, die tags zuvor noch mit der 2. Mannschaft beim FC Bayern spielten (siehe Kasten rechts), die Reise zu den Ausläufern des Erzgebirges an. „Damit waren unsere Chancen sehr überschaubar“, gab sich Seitz keiner Illusion hin.

Eingangsdoppel verloren – Perez sorgt für Lichtblick

Direkt verloren die Hilpoltsteiner die Eingangs-Doppel: Das Duo der Ersatzmänner Hegenberger/Mosslly sowie Flemming/Perez hatten jeweils deutlich mit 0:3 das Nachsehen.

Trotzdem konnten die Hilpoltsteiner am Sonntag etwas für ihr Selbstbewusststein tun. Allen voran Perez, der für die Überraschung des Tages sorgte. Der Spanier, der ins vordere Paarkreuz aufgerückt war, wuchs gegen den 23-jährigen Taiwanesen Li Hsin-Yang förmlich über sich hinaus. Mit einem grandiosen Auftritt, den selbst die 339 Zuschauer in der „grünen Hölle“ von den Sitzen riss, zwang er den bis dato noch ungeschlagenen Mann aus Asien mit 3:2 in die Knie. Für Perez eine Art Bewerbungsschreiben für die Teilnahme an den Olympischen Spielen mit der spanischen Nationalmannschaft. Gegen den den ehemaligen polnischen Nationalspieler Jakob Kosowski hingegen verlor er danach deutlich mit 0:3. Kosowski wiederum erwies sich als Aufbaugegner für den zuletzt etwas schwächelnden Flemming (3:1).

„Brauchen einen fünften Spieler mit Zweitliganiveau“

Hegenberger rang Carlos Andres Mühlbach einen Satz ab – ein Teilerfolg bei seiner 1:3-Niederlage gegen den Antitop-Spieler, dessen Schwager Hermann vor zwei Jahren selbst noch in Hilpoltstein aufgeschlagen hatte. Nicht ganz so gut lief es für Mosslly, der sich im Match der Reservespieler Hohensteins Andrey Milovanov mit 0:3 geschlagen geben musste. Nach Flemmings Niederlage gegen Li (1:3) stand am Ende nicht nur das 2:6 zu Buche – sondern auch die Erkenntnis, dass eine Zweitliga-Begegnung nur in Bestbesetzung zu gewinnen ist. Ein Match also, das deutlich machte, wie wichtig ein breiter Kader ist. „Unsere Personaldecke ist zu dünn. Wir brauchen auf jeden Fall einen fünften Spieler mit Zweitliganiveau“, analysiert Hilpoltsteins Abteilungsleiter Ulrich Eckert. „Wir sind auf der Suche und haben auch einen Spieler im Auge“, ergänzt TV-Pressesprecher Seitz.

wwl