Roth

Rother Stadtrat kippt Radstreifen-Beschluss: Anwohner-Parkplätze in der Hilpoltsteiner Straße dürfen bleiben

28.09.2022 | Stand 28.09.2022, 19:00 Uhr

Nach einer Intervention der Anwohner, die sich für Parkplätze an der Hilpoltsteiner Straße in Roth stark machen, wurde der Stadtratsbeschluss zu Gunsten eines Radstreifens wieder gekippt. Foto: Meyer

Von Robert Schmitt

Roth – Die Beseitigung zahlreicher Parkplätze in der Hilpoltsteiner Straße, um stadteinwärts einen Fahrradfahrerschutzstreifen anzulegen, ist vom Tisch. Der Rother Stadtrat hat am Dienstag einen entsprechenden Beschluss des Verkehrsausschusses mit deutlicher Mehrheit aufgehoben. Gegen die Entscheidung hatte sich Protest der Anwohner gewendet. Per Bürgerantrag hatten 499 Personen einen Erhalt der Parkplätze gefordert. CSU und Wählergemeinschaft hatten daraufhin eine Behandlung im Plenum beantragt.

SPD und Grüne im Stadtrat haben sich in der Diskussion für den Beschluss des Verkehrsausschusses ausgesprochen. Immerhin war er damals auch mit den Stimmen der CSU-Mitglieder gefasst worden. „Es geht schließlich um die Mobilitätswende, für die wir vermehrt Anstrengungen leisten müssen“, meinte SPD-Fraktionssprecher Sven Ehrhardt. „Da hat Roth für sichere Radverkehrsverbindungen noch Nachholbedarf“, war er überzeugt. Richard Radle sah es ähnlich. „Wir dürfen nicht einknicken“, forderte der Fraktionsvorsitzende der Grünen. „Wir brauchen Raum für alle Verkehrsteilnehmer“, erklärte er. „Da müssen wir uns etwas trauen und nicht handeln wie vor 50 Jahren.“ Andrea Schindler (Grüne) vertrat die Auffassung, es gebe kein Recht auf einen Parkplatz vor dem eigenen Haus. Außerdem, so Richard Radle, würden trotz Schutzstreifen in der Hilpoltsteiner Straße genügend Parkplätze erhalten bleiben.

Daniel Matulla hatte im Verkehrsausschuss für die Verbesserung der Bedingungen für den Radverkehr gestimmt. „Das ist aber nicht die beste Lösung, sondern es gibt Alternativen über den Lohgartenweg und die Gartenstraße“, so der CSU-Fraktionssprecher. „Wenn man eine bessere Lösung erkennt, kann man sich gut korrigieren“, begründete er seinen Meinungswandel. Matulla wollte zwar auch „mehr sicheren Raum für Radfahrer“ schaffen, sah aber im Auto immer noch „den Kern der Mobilität“. Fraktionskollegin Daniela von Schlenk hielt den Begriff „Mobilitätswende“ für „ein großes Wort“, das auf den Sachverhalt nicht passe. Dennoch trat auch die CSU-Politikerin ihrem eigenen Abstimmungsverhalten im Verkehrsausschuss mit einem großen Wort entgegen. „Die Zeit ist nicht reif für eine Mobilitätswende auf dem Land“, fand von Schlenk. Auch FDP und Freie Wähler befürworteten die Rücknahme des Beschlusses.

In der gesamten Diskussion sind durchaus Alternativen für den sicheren Radverkehr von und nach Eckersmühlen vom Stadtrat erörtert worden. Gartenstraße und Lohgartenweg hatte Wolfgang Treitz (Freie Wähler) ins Spiel gebracht. In den Beschluss ist ihre Untersuchung jedoch nicht aufgenommen worden.

HK