Landkreis Roth

160 Gesellenbriefe an erfolgreiche Auszubildende im Handwerk übergeben

28.09.2022 | Stand 28.09.2022, 17:00 Uhr

Die Prüfungsbesten werden von Landratsstellvertreter Günter Obermeyer (links) sowie Kreishandwerksmeister Klaus Weber und dem Präsidenten der Handwerkskammer (v.r.) eingerahmt. Foto: oh

Hilpoltstein/Gunzenhausen – Bisher wurden die Auszubildenden für den Bereich Roth-Schwabach und Weißenburg-Gunzenhausen in getrennten Veranstaltungen freigesprochen und die Bäckerinnung hatte ihre eigene Freisprechungsfeier. Am vergangenen Samstag erhielten erstmals die Auszubildenden der Handwerksinnungen, die in Süd-Mittelfranken ihren Sitz haben, gemeinsam ihre Gesellenbriefe überreicht. So war der mit fast 500 Plätzen bestuhlte Saal der Stadthalle Gunzenhausen nahezu bis auf den letzten Platz gefüllt.

Kreishandwerksmeister Klaus Weber beglückwünschte die Absolventinnen und Absolventen, die nun in Praxis und Theorie ihre Leistungen erfolgreich unter Beweis gestellt hätten. Aber nicht nur er sei beeindruckt ob der teils hervorragenden Leistungen, auch weitere Gäste waren gekommen, um den Junghandwerkerinnen und Junghandwerkern zu gratulieren, darunter auch Handwerkskammerpräsident Thomas Pirner. Man müsse Termine nach Priorität sortieren, stellte Pirner fest, und deshalb habe er für den heutigen Abend eine Einladung zum Oktoberfest und zum Nürnberger Altstadtfest nicht wahrgenommen. Er freue sich umso mehr, so viele junge Kolleginnen und Kollegen um sich zu haben, sagte Pirner.

Nach Abschluss der Schule, blickte der Präsident zurück, hätte sich für die Absolventen eine neue Welt aufgetan: das Arbeitsleben. „Sie haben diese Zeit der Umstellung und die des praktischen und theoretischen Lernens bestens gemeistert“, lobte Pirner die angehenden Gesellinnen und Gesellen. Das Handwerk stehe aktuell vor großen Herausforderungen – die für Betriebe teils existenzbedrohende Ausmaße in Form von teurer Energie angenommen habe. Hinzu kämen der Fachkräftemangel, stark gestiegene Preise für Rohstoffe, Baumaterial und so weiter.

Gleichzeitig werde das Handwerk wird so sehr gebraucht wie selten zuvor. Ob Heizung, Dach- oder Fassadendämmung, Fenster und Türen, die PV-Anlage und die die KFZ-Technik, das seien nur einige Bereiche: „Ohne das Handwerk geht in Sachen Energieeinsparung und Energiewende nichts“. Pirner ermunterte die jungen Handwerkinnen und Handwerker darüber hinaus, stets neue Ideen einzubringen und sich auch ehrenamtlich sowie politisch zu engagieren.

Landratsstellvertreter Günter Obermeyer kritisierte die „Überakademisierung“ in der Gesellschaft und wünschte dem Handwerk mehr Anerkennung. „Dabei halten die Betriebe vor Ort auch die Bürger in den Gemeinden und arbeiteten so einer Landflucht entgegen“, sagte Obermeyer.

Vor der Zeugnisübergabe forderte Klaus Weber die Freizusprechenden auf, für das Handwerk zu werben, umso die manchmal kleinteiligen Strukturen vor Ort aufrechtzuerhalten. Anschließend wurden die Junghandwerker namentlich auf die Bühne gerufen und die Gesellenbriefe nach Gewerken vergeben. Die Prüfungsbesten erhielten jeweils einen vergoldeten Pflasterstein als Anerkennung. Zum Schluss sprach der Kreishandwerksmeister die Absolventen feierlich „aus den Bindungen des Lehrverhältnisses frei“, bevor es zum Stehempfang ins Foyer ging.

HK