Landkreis Roth

CSU-Landtagsabgeordneter Volker Bauer positioniert sich für das Muna-Gelände als Standort des ICE-Werks

21.11.2022 | Stand 21.11.2022, 17:06 Uhr

Die Abgeordneten Ralph Edelhäußer und Volker Bauer (von rechts) sehen sich mit Vertretern von Bahn und Bundesforst sowie Experten der Kampfmittelsondierung auf dem Muna-Gelände um. Foto: Nagl

Hilpoltstein/Feucht – Die Entscheidung, wo das geplante ICE-Werk der Deutschen Bahn AG (DB) gebaut wird, rückt näher – 2028 soll das Instandhaltungswerk bei Nürnberg stehen. Im laufenden Raumordnungsverfahren bei der Regierung von Mittelfranke, das in den nächsten Tagen beendet sein wird, steht neben den Standorten Harrlach und südlich der Feuchter Muna (Heeresmunitionsanstalt) auch die Fläche der Muna selbst im Fokus.

Um sich einen Überblick über den Stand der Dinge zu verschaffen, haben sich jetzt der Bundestagsabgeordnete Ralph Edelhäußer und der Landtagsabgeordnete Volker Bauer (beide CSU) auf dem Areal der ehemaligen Heeresmunitionsanstalt mit DB-Projektleiter Carsten Burmeister, dem Konzernbevollmächtigen der Bahn in Bayern, Klaus-Dieter Josel, und weiteren Vertretern von DB, Bundesforst und Experten der Kampfmittelsondierung.

Die Bahn lässt das Gelände aktuell auf Kontamination mit Kampfmitteln untersuchen. 35 Testfelder à 25 mal 25 Meter werden mit Sonde begangen, Bodenproben genommen, bis zu fünf Bunker untersucht und zusätzlich zu den bereits bestehenden rund 25 Grundwassermessstellen 15 weitere installiert. Chemische Kampfstoffe seien auf der Muna unwahrscheinlich, so die Fachkräfte der Sprengmittelbergung. „Aber ansonsten kann man hier mit allem rechnen, von Phosphor-Brandbomben bis Flak20-Splitterbomben.“

Von den Untersuchungen erhofft man sich umfassende Ergebnisse zu den Belastungen, wie etwa durch die Auswaschung von Kampfmitteln ins Grundwasser. „Dabei müssen wir jenseits der Bunkerruinen voraussichtlich keinen einzigen Baum fällen und agieren generell minimalinvasiv und in engster Abstimmung mit dem Umweltschutz“, sagte Burmeister. Unabhängig vom Ausgang des Raumordnungsverfahrens will die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben die Ergebnisse der Untersuchung auch den betroffenen Kommunen zur Verfügung stellen. Laut den Kampfmittelexperten der Bundesregierung ist eine Sanierung des Muna-Areals nach derzeitigem Kenntnisstand möglich.

„Das bayerische Umweltministerium sagt, dass Muna Nord durch potenziell grundwassergefährdende Kontamination keine intakte Natur ist“, so Volker Bauer. Die Staatsregierung habe den Bund bereits vor drei Jahren aufgefordert, kontaminierte Militärflächen rasch zu sanieren. Bauer: „Die Bundesregierung und Fachleute vor Ort sagen: Das ist sanierbar. Die Bahn sagt: Sanierungskosten sind erst mal kein Entscheidungskriterium und beim Betrieb eines ICE-Ausbesserungswerks werden die Grenzwerte eingehalten. Was spricht also rational dagegen, kontaminierte Fläche zu sanieren und damit „das Gewerbegebiet mit dem ICE-Instandhaltungswerk nach Süden zu erweitern“, anstatt andernorts intakte Natur zu zerstören?“

HK