Dietfurt

Auf den Hund gekommen

Patricia und Sebastian Steiger aus Dietfurt organisieren bundesweites Huskytreffen – Zeltlager mit rund 50 Welpen

28.09.2022 | Stand 28.09.2022, 15:58 Uhr

Im Labertal haben sich die Huskyfreunde getroffen.

Dietfurt – Nach zwei Jahren Corona-Pause haben die Husky- Züchter Patricia und Sebastian Steiger aus Dietfurt endlich wieder ein Welpentreffen organisieren können. Rund 70 Hundefreunde mit ihren Vierbeinern waren zum jüngsten Treffen ins Labertal an die Premerzhofer Quelle gekommen.

„Es war ein superspannendes Wochenende“, schwärmt Züchterin Patricia Steiger, die gemeinsam mit ihrem Mann Sebastian seit 2014 eine Hundezucht am Ortsrand von Dietfurt betreibt. Seit dieser Zeit haben schon viele Welpen auf der Huskyranch „Of Snow Wolf Valley“ das Licht der Welt erblickt. Mit den Welpentreffen hat das Paar eine Veranstaltung ins Leben gerufen, bei der sich die Huskyfreunde einmal im Jahr wie eine große Familie treffen können.

Hundebesitzer reisen bis aus Südtirol an

Nachdem die Besitzer aus ganz Deutschland und sogar aus Südtirol eingetrudelt waren, bauten alle zunächst gemeinsam das Zeltlager auf. „Insgesamt waren rund 50 Huskys da. Die ältesten unserer Welpen sind mittlerweile acht Jahre alt. Ich habe sie alle wiedererkannt“, erzählt Patricia Steiger. Nicht nur mit ihrem ehemaligen Wurfnamen, sondern sogar mit deren aktuellen Rufnamen kennt sie die Vierbeiner, obgleich es bereits 140 Welpen sind, die auf ihrer Ranch zur Welt gekommen sind. Nachdem sich die Zwei- und Vierbeiner begrüßt und beschnuppert hatten, brach man zu einem Spaziergang durch das Labertal auf.

Eine kränkelnde Hundedame, die nicht mehr so fit ist, wurde in einem kleinen Anhänger – wiederum von einem anderen Husky – mitgezogen. Die Steigers hatten einen Gaudi-Agility-Parcours aufgebaut, wo sich die Vierbeiner an Wippe, Tunnel, beim Slalomlaufen, am Wasserbecken und Hürdenspringen beweisen konnten. Die gewieftesten Hunde konnten Leckerli, selbst gemachte Leinen und Accessoires, die Patricia Steiger angefertigt hatte, ergattern. Am Lagerfeuer klang der Tag aus.

Die Steigers sind gefragte Fachleute in allen Fragen rund um den Hund. 27 Würfe haben sie aufgezogen und verfügen dementsprechend über einen reichen Erfahrungsschatz. Bevor ein Welpe ihre Ranch verlässt, durchläuft er ein umfangreiches Sozialisationstraining. „Wir machen mit den Kleinen Desensibilisierungsübungen, damit die Hunde im Alltag keine Angst mehr in bestimmten Situationen haben“, erklärt Sebastian Steiger. Das Geräusch von Motorsägen, Kindergeschrei, Feuerwerkskörper, Sirenen oder Signale von Einsatzwagen, die im Alltag der Hunde vorkommen können, werden ihnen vorgespielt. Auch im Seniorenheim, wo wiederum ganz andere Geräusche wahrzunehmen sind oder es Situationen gibt, in denen Rollatoren oder mobile Patientenbetten auftauchen, waren die Steigers schon mit ihren Welpen. Zudem befinden sich in den Welpen-Gehegen Gitterroste, wackelige Brücken, Rohre oder Schaukeln, die den Babyhunden die Angst vor neuen Herausforderungen und Umwelteinflüssen nehmen sollen.

Immer wieder kommt das Züchterehepaar mit besonderen Menschen in Berührung. Unlängst erst sei eine Autistin auf der Ranch „Of Snow Wolf Valley“ gewesen, weil ihr der Umgang mit den Hunden so gut tue. „Unsere Huskys haben ein unheimliches soziales Empfinden und stellen sich auf jeden Menschen individuell ein“, versichert Patricia Steiger. So konnten die Steigers auch den letzten Wunsch eines schwer kranken Menschen erfüllen. Der Patient hatte sich vor seinem Ableben gewünscht, noch einmal eine Ausfahrt mit den Schlittenhunden machen zu dürfen, und die Steigers fühlten sich sofort angesprochen und wollten helfen. „Eine solche Ausfahrt können sogar unsere stürmischsten Hunde machen, denn sie haben ein Gespür dafür, wie ein Mensch tickt, ob er krank ist oder Hilfe braucht“, so die Züchterin.

Unter all den Welpen gibt es mittlerweile auch einen Husky namens Nuka, der als Therapiehund zusammen mit seinem Frauchen, einer Psychologin, Menschen hilft. Dafür habe er vier Spezialprüfungen absolvieren müssen.

Mit den neuen Frauchen und Herrchen bestens vernetzt

Die Steigers sind mit all den Besitzern der Vierbeiner, die aus ihrer Zucht stammen, bestens vernetzt und stehen in engem Kontakt. Sollte es einmal vorkommen, dass sich ein neuer Besitzer aus Krankheits- oder persönlichen Gründen nicht mehr um seinen Hund kümmern könnte, so würde dieser nie im Tierheim landen. Die Steigers haben jedem Besitzer zugesagt, sich in diesem Fall um ein neues Zuhause für den Vierbeiner zu kümmern oder ihn im Ernstfall zurückzunehmen.

Mitte Oktober steht der nächste Wurf bevor: der zweite Wurf von Hündin Lumi. In den meisten Fällen gibt es eine Warteliste, da die Huskyzucht von Patricia und Sebastian Steiger mittlerweile zu einer der renommiertesten in ganz Deutschland zählt.

khr