Laut sein

Anna Grillmeier aus Ortlfing veröffentlicht ein Lied über sexuelle Gewalt

„Ich war und ich bin schon immer mein“

16.08.2022 | Stand 16.08.2022, 14:51 Uhr

Der Text und das Cover ihrer neuen Single beschäftigen sich mit sexueller Gewalt. Fotos: Shootsnapper, Schmitt/DK-Archiv

Jede dritte Frau in Deutschland wird laut dem Familienministerium mindestens einmal in ihrem Leben Opfer von physischer und/oder sexualisierter Gewalt. Zahlen, die schockieren. Zahlen, die Anna Grillmeier aus dem Burgheimer Ortsteil Ortlfing zu ihrem Lied „Laut sein“ bewegten.



In der ersten Hälfte des Liedes singt Grillmeier ihre Textzeilen ruhig, fast schon leise – auch den Refrain: „Du hast mich niemals gefragt, ich hab nie ja gesagt, trotzdem hast du's getan.“ Während die Sängerin regungslos vor einem schwarzen Hintergrund steht, drückt eine Tänzerin aus, was im Inneren einer betroffenen Person vor sich geht. Verzweiflung, Trauer, Ratlosigkeit sind in ihren Bewegungen zu erkennen.

Cut – die zweite Hälfte des Lieds. Mit den Sätzen „Aber ich, mein Körper waren niemals dein. Ich war und ich bin schon immer mein“, kommt die Wut, die sie in die Welt hinaus schreit.

„Verstecke Dich nicht“

Ihre Beweggründe zum Lied beschriebt die nun in Köln lebende Sängerin wie folgt: „Es muss mehr Sensibilität für das Thema sexuelle Gewalt herrschen“, wie sie unserer Zeitung sagt. „Wenn man sich die Zahlen ansieht, wie viele Missbrauchsfälle es alleine in Deutschland gibt, sieht man, wie viel Arbeit auf diesem Gebiet vor uns liegt. Und die Zahlen dazu sind ja auch nur die gemeldeten Fälle. Die Dunkelziffer ist eine ganz andere und zeigt deutlich: Wir müssen aufhören zu schweigen.“

Das ist auch ihre Nachricht an die Zuhörerinnen und Zuhörer am Ende des Lieds, die ähnliches erlebt haben: „Bitte verstecke dich nicht, werde laut, traue dich, wir sind nicht allein.“



Dabei blickt sie mit ihrem ganzen Team in die Kamera – Frauen, aber auch Männer. Denn sexuelle Gewalt kann jeden treffen. „Das ist der tiefste Song, den ich jemals geschrieben habe“, darüber ist sich Anna Grillmeier sicher.

Mit ihr waren weitere 45 Personen an dem Projekt beteiligt. „Auch daran sieht man, wie vielen Menschen es wichtig ist, über dieses Thema zu sprechen“, so Grillmeier. Für ihr Team hat Anna Grillmeier eine bewegende Botschaft: „Danke, dass ihr da seid. Danke, dass ihr zuhört. Danke, dass ihr mir helft, laut zu sein.“

Das Lied samt Musikvideo ist unter youtube.com/AnnaGrillmeier sowie auf ihrer Website annagrillmeier.de abrufbar.

DK