Schrobenhausen

Harald Reisner: Zu viel Pflicht für mehr Kür?

Bürgermeister: Die Stadt hat aktuell viele Hausaufgaben zu machen – Infos gibt es bei den Bürgerversammlungen

22.09.2022 | Stand 22.09.2022, 5:00 Uhr

14 Millionen auf der Kante, aber kein Geld für die Stadthalle? Bürgermeister Harald Reisner (FW) schaut im Vorgriff auf die Bürgerversammlungen skeptisch auf das Vorzeigeprojekt. Foto: Haßfurter

Von Isabel Ammer

Schrobenhausen – In dieser Woche beginnen die Schrobenhausener Bürgerversammlung – und fast in jedem Ortsteil gibt es spannende Themen. Allerdings sind es viele Pflichtaufgaben, die die Stadt aktuell zu erfüllen hat, ob da noch allzu viel Spielraum für mehr Kür bleibt, wagt Bürgermeister Harald Reisner (FW) zu bezweifeln.

Eines der zentralen Themen, das die Stadt aktuell beschäftigt, ist die Kinderbetreuung. Das fängt an bei den An- und Neubauten bei AWO-Kindergarten und Lummerland, Zuschüsse in Höhe von mehreren Millionen Euro für den Comenius-Kindergarten – und dann plant man ja auch noch den Neubau einer Grundschule in Sandizell. Dazu kommen die Feuerwehrhäuser in Hörzhausen und Edelshausen sowie die Obdachlosenunterkunft, von der Reisner weiß: „Das ist etwas, das wir angehen müssen.“

Kür ist sicherlich die Landesgartenschau, die die Stadt ebenfalls finanziell binden wird in den kommenden Jahren. „Aber ich sehe den Mehrwert für die Stadt“, freut sich der Bürgermeister über den Zuschlag. Es sei wichtig, sich hier gut zu präsentieren, zudem sei das Projekt auf 25 Jahre angelegt und könne Schrobenhausen viel bringen. Aktuell gebe es ja in der Stadt beispielsweise keinen direkten Zugang zum Fluss, was sich durch die Landesgartenschau ändern könnte. Auch in Anbetracht dessen, dass Schrobenhausen immer urbaner werde, sei es wichtig, bleibende Park- und Naturflächen für die Bürger zu schaffen – ein Thema der Landesgartenschau. Natürlich, so Reisner, wäre in diesem Zusammenhang auch eine neue Stadthalle super. Doch er sieht das in den nächsten Jahren eher schwierig werden in Anbetracht der vielen Ausgaben, die bereits anstehen. „Und die Krise ist da“, fügt er hinzu. Man könne davon ausgehen, dass die Steuereinnahmen sinken werden, „wo soll das Geld noch herkommen?“

Nichtsdestotrotz gibt es in fast allen Ortsteilen gerade spannende Themen. In Sandizell (Donnerstag, 22. September, 19 Uhr im Gasthaus Schlicker) wird sicherlich die Erdaushubdeponie ein Thema sein, eventuell auch Photovoltaik und Windkraft, könnte sich Reisner vorstellen. Ebenso in Hörzhausen (Montag, 26. September, 19 Uhr im Sportheim), wo natürlich auch die Heubrücke zur Sprache kommen wird, ebenso der aktuelle Sachstand beim Feuerwehrhaus.

In Steingriff (Donnerstag, 6. Oktober, 19 Uhr im Schützenheim) könnte sich Reisner vorstellen, dass der angedachte Fahrradtunnel am Bahnhof Gesprächsthema werden könnte, außerdem eventuell die am Neuen Friedhof ins Auge gefasste Grundschule sowie die Gemeinschaftsunterkunft am Kartoffelkreisel. Keine großen Aufhänger sieht Reisner in Mühlried (Montag, 10. Oktober, 19 Uhr im Sportpark des SC Mühlried) – am ehesten noch die Ortsumfahrung, wie er sagt.

In Edelshausen (Donnerstag, 13. Oktober, 19 Uhr im Sportheim), werde es um die Brücke bei Linden gehen. „Ich hoffe, dass das Pfingsten erledigt ist“, sagt Reisner. Und um das Feuerwehrhaus, das in Planung ist. In der Kernstadt selbst (Mittwoch, 19. Oktober, 19 Uhr im Pavillon der städtischen Musikschule) könnte sich Reisner vorstellen, dass die Einbahnstraßenregelung in der Neuburger Straße noch einmal thematisiert werden könnte. Auch die fehlenden Gewerbeflächen – „wir sind dran“ – und die Südwest-Tangente könnten thematisiert werden.

SZ