Bergheim
Die Notzeit beginnt jetzt

Tobias Gensberger und die Bergheimer Jäger rufen zu Fallobstspenden auf – Trockenheit wird für Wild zum Problem

17.08.2022 | Stand 22.09.2023, 6:44 Uhr |

Für die Notzeit im Winter will Tobias Gensberger für das Wild vorsorgen. Deswegen startet er schon am Samstag mit der Herstellung von Silage. Foto: DK-Archiv

Von Nicole Gigler

Bergheim – Heiß, heißer, Sommer 2022. Was für viele Menschen nach einem perfekten Ferienwetter aussieht, entwickelt sich für Wildtiere zu einem Kampf ums Überleben. Deswegen ruft Tobias Gensberger (Foto, DG), Bürgermeister von Bergheim und Vorsitzender der Jagdgenossenschaft, zu Fallobstspenden auf.

„Das habe ich in meinen 37 Jahren noch nicht erlebt“, sagt Gensberger über die Trockenheit in den Wäldern. Wild würde dadurch kein saftiges Futter finden. Und auch die Versorgung für die Notzeit im Winter steht auf der Kippe: Die Silage kann nicht, wie normalerweise, im September vorbereitet werden.

Wie Gensberger erklärt, werden für eine Silage Getreide und Apfeltrester, die Pressrückstände eines Apfels, gebraucht. „Wenn die Äpfel im September reif sind, wird der Mais komplett ausgetrocknet sein. Und trockener Mais siliert nicht.“

Deswegen müssen nun die Äpfel in Form von Fallobst her – und zwar schnell. „Wir müssen vorbauen. In 14 Tagen oder drei Wochen gibt es keinen Mais mehr“, sagt Gensberger.

Bis Freitagabend kann man deswegen Fallobst zur Spedition Gensberger in den Fährenweg 26 in Bergheim bringen. Mit der Verarbeitung wird am Samstag gestartet. Äpfel, die nicht für die Silage gebraucht werden, will Gensberger jetzt schon in den Wald bringen. Denn: „Für die Tiere ist es gerade so schlimm, wie bei wochenlangen Minus 20 Grad.“

DK