Mörnsheim
Rudger Huber aus Mörnsheim stellt Buch mit Fotografien und Geschichten über das Altmühltal vor

01.02.2023 | Stand 17.09.2023, 4:08 Uhr |

Die Sammlung alter Fotografien in dem neuen Werk von Rudger Huber aus Mörnsheim soll Einblicke in das Leben der Menschen vor vielen Jahren geben. Foto: Bader

Familienbilder und Firmenschilder, Badeszenen und Bauruinen, Hakenkreuze und Handwerker, Landkarten und Leiterwagen, Zeugnisse und Zeitungsartikel: Unzählige historische Aufnahmen finden sich in dem neuen Buch von Rudger Huber, das er „1001 Historische Photographien und Geschichten der Steinbrüche und des Altmühltals“ genannt hat.

Es ist bereits das zweite Werk des Mörnsheimers. In dem ersten Band, der vor rund 25 Jahren erschien, hat er sich ebenfalls dem Altmühltal, aber auch dem Gailachtal gewidmet. Jetzt legt er auf rund 200 Seiten sein Augenmerk auf die Geschichte und Entwicklung der Steinbrüche. In der zweiten, ebenfalls 200-seitigen Hälfte des Buchs, hat er Aufnahmen aus den Orten seiner Heimat gesammelt.

„Ich bin für die Bilder immer wieder von Haus zu Haus gegangen, habe nach alten Aufnahmen gefragt und mir sagen lassen, was darauf zu sehen ist“, sagt der heute 72-Jährige. Was ihn antreibt? „Ich bin halt ein bisschen ein Spinner, ich interessiere mich einfach für solche alten Sachen.“

Es ist im eigentlichen Sinn kein Heimatbuch, auch wenn sich jede einzelne Aufnahme um Hubers Heimat dreht. Vielmehr ist es eine oft auch unzusammenhängende Sammlung von Bildern, die wie in einem Kaleidoskop immer wieder einen neuen Blick auf die Region, auf die Dörfer, auf die Menschen und auf deren Leben wirft.

Trotzdem möchte Huber auch etwas Wissen vermitteln. So ging er zum Beispiel der Geschichte einer römischen Goldmünze von Kaiser Konstantin II. nach, die 1978 von einem zehnjährigen Mädchen am Hostberg nahe Mörnsheim gefunden wurde. „Und das ist eine echte Sensation“, sagt Huber. „Ist es jetzt abwegig, wenn man annimmt, dass hier germanische Steinbrecher für die Römerbauten in Weißenburg, Augsburg, Teilenhofen und all die Villen, die hier standen, Steine brachen?“, fragt er. Das alles nährt in ihm den Verdacht, dass es sich am Hostberg um einen römischen Steinbruch handelt, der im Auftrag der Römer von Germanen ausgebeutet wurde.

Und Huber möchte seinen Lesern zudem durch die Bilder zeigen, wie Menschen vor 50, 80 oder gar 100 Jahren gelebt haben und was sie angetrieben hat. Und das lässt sich auch durch das reine Betrachten der Aufnahmen erfahren, auch wenn nicht bei jedem Exemplar die genaue Geschichte bekannt ist.

cyb



Das 400-seitige Buch „1001 Historische Photographien und Geschichten der Steinbrüche und des Altmühltals“ von Rudger Huber ist unter anderem in der Eichstätter Buchhandlung Rupprecht, der Dombuchhandlung St. Willibald und beim Autor zum Preis von 69 Euro zu bekommen.