Beilngries

Mit Eichenholz und Blattgold

Der neue Altar für die Kevenhüller Kirche ist da – Enthüllt wird er erst bei der Weihe am 19. Juni

12.06.2022 | Stand 12.06.2022, 18:32 Uhr

Ein Blick auf die einzelnen Elemente des neuen Altars wird bereits gewährt. Wie sich dieses sakrale Kunstwerke, angefertigt von Konrad Risch (hier im Bild), letztlich aber in voller Komposition darstellen wird? Das bleibt noch bis zum 19. Juni ein Geheimnis, der Altar wurde nach dem Aufbau verhüllt. Foto: F. Rieger

Von Fabian Rieger

Kevenhüll – Das große, weiße Tuch liegt an diesem Samstagmittag nicht ohne Grund in einer der Kirchenbänke. Noch ist es zusammengefaltet – aber später wird es zum Einsatz kommen. Es soll helfen, das Geheimnis zu wahren, das am 19. Juni in der Kevenhüller Pfarrkirche St. Ulrich feierlich gelüftet wird: Wie sieht er aus, der neue Volksaltar?

Wie berichtet, findet die Innen-Renovierung des Gotteshauses in dem Beilngrieser Ortsteil mit der Altarweihe am kommenden Sonntag ihren krönenden Abschluss – die noch ausstehenden Arbeiten an der Orgel einmal ausgeklammert. „St. Ulrich erstrahlt in prächtigem Glanz“, hatte unsere Zeitung vor einigen Tagen getitelt, als Kirchenpfleger Johann Bauer durch das Gotteshaus führte – mit einer Einschränkung: Die Neugestaltung des Altarraums wird erst kurz vor dem großen Festtag erfolgen.

Am Samstag war es nun so weit. Der Gaimersheimer Bildhauer-Künstler Konrad Risch kam nach Kevenhüll – und „im Gepäck“ hatte er den neuen Altar. Die komplette Anordnung samt neuem Ambo und Sedilien ist erfolgt. Wie der Altarraum nun aussieht, bleibt selbst für die Gottesdienstbesucher aber noch ein Geheimnis, besagtes weißes Tuch dient der Verhüllung. Am kommenden Sonntag darf aber dann jeder sehen, was sich der Künstler – in Abstimmung mit den Kirchenverantwortlichen und allen weiteren beteiligten Stellen – für das Kevenhüller Gotteshaus überlegt hat.

Vier Holzelemente bilden den neuen Altar

Einige Einblicke wurden bei einem Besuch unserer Zeitung am Samstag bereits gewährt. So wird der Volksaltar aus vier miteinander verbundenen Elementen bestehen. Das Material? Holz, in Verbindung mit Messing und Blattgold. „Etwas anderes“, als manch einer beim ersten Blick auf einen Altarraum erwarten mag, das könne durchaus sein, so der Kirchenpfleger. Aber eben genau passend für das Gotteshaus St. Ulrich – und ein echtes Schmuckstück in einem Schmuckstück, als das sich die Kevenhüller Kirche nun wieder präsentiert, davon sind die Beteiligten überzeugt.

Etwa drei Jahre habe der Entstehungsprozess umfasst, berichtete Risch. Die Kernidee: „In Anlehnung an den Kirchenpatron St. Ulrich findet sich das Ulrichskreuz mit seinen gleichlangen und schräg zulaufenden Kreuzbalken in der Gestaltung von Altar und Ambo wieder“, wie es in einem Konzeptschreiben zur Altarraumgestaltung heißt. Der Altar bildet den Mittelpunkt, die vier keilförmigen Holzelemente mit ihren mit Blattgold versehenen Innenflächen gruppieren sich zur runden Einheit – sie formen den Stamm nach, aus dem sie hervorgegangen sind. Am vorderen Spalt ist in einer hinter Glas sichtbaren Silberdose das Reliquiengrab eingesetzt. Und obenauf befindet sich die Altarplatte aus Messing – oval, um die bereits in der Kirche vorherrschenden Formen aufzunehmen. Eine ganz besondere Wirkung dürfte der Altar mit den Gold-Elementen bei Dunkelheit und entsprechender Beleuchtung entfalten, erwartet Risch.

Die Grundträger für den Ambo, der mit Blick auf den Altarraum in der linken Hälfte angebracht ist, bilden zwei in Keilform gesetzte Metallplatten. Eine Holzstele soll den Bezug zum Altar herstellen.

Eine weitere Neuerung ist der Standort des Taufsteins, wie Kirchenpfleger Bauer erläutert. Er befindet sich nun vor dem rechten Seitenaltar und ist somit Bestandteil der Altarraumgestaltung.

Vorfreude auf die Altarweihe am kommenden Sonntag

Ja, es gäbe noch viel zu sagen zum neu gestalteten Herzstück der Kevenhüller Kirche. Ein paar Details und vor allem der optische Gesamteindruck sollen aber wirklich dem 19. Juni vorbehalten bleiben. Um 9 Uhr beginnt dann der Festgottesdienst mit dem Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke, bei dem die feierliche Altarweihe erfolgt. Anschließend findet eine weltliche Feier im Kevenhüller Schützenhaus statt. Dort wird es einige Ansprachen geben, es sind Ehrengäste geladen. Danach geht man zum gemütlichen und kulinarischen Teil des Tages über mit einem gemeinsamen Mittagessen sowie Kaffee und Kuchen am Nachmittag – und guten Gesprächen, sicherlich auch das ein oder andere Mal über das dann gelüftete Geheimnis um den neugestalteten Altarraum der Kevenhüller Pfarrkirche St. Ulrich.

DK