Nassenfels

Neuregelung des Wasserrechts

Marktrat Nassenfels beschließt Bau eines unterirdischen Rückhaltebeckens in Wolkertshofen

12.06.2022 | Stand 13.06.2022, 11:06 Uhr

Feuerwehrauto hat ausgedient: Die Nassenfelser Feuerwehr hat ihr altes Fahrzeug durch ein neues HLF20 ersetzt. Das LF16-Feuerwehrauto (im Bild) soll nun den Menschen in der Ukraine überlassen werden und dort Hilfe leisten, beschloss der Marktrat. Foto: Funk

Nassenfels – Im Wohngebiet Gartenäcker in Wolkertshofen ist nach 20 Jahren das Wasserrecht abgelaufen. Der Nassenfelser Marktrat bemühte sich um eine Verlängerung, wofür aufgrund mittlerweile geänderter Vorgaben jedoch einige Investitionen notwendig werden. Das beauftragte Ingenieurbüro Goldbrunner stellte dem Gremium in der jüngsten Sitzung verschiedene Lösungsansätze vor.

Das Baugebiet sei bei der Erschließung mit einem Trennsystem ausgestattet worden. Neben der Versickerung in einem Mulden-Rigolen-System wird ein Teil des Regenwassers über einen Graben abgeleitet. Um die Verlängerung des Wasserrechts zu erhalten, ist Vorgabe, dass ein dreijähriges Regenereignis für die Berechnungsgrundlage zugrunde gelegt werden muss. Zudem wurden die Vorgaben angepasst. Die Folge hieraus ist, dass etwa 70 Kubikmeter Stauraum fehlen.

Das Ingenieurbüro Goldbrunner erarbeitete vier Lösungsansätze, welche alle die notwendigen Vorgaben erfüllen würden. Zudem seien Baumaßnahmen auf Grundstücken, die im Besitz der Kommune sind, möglich. Die vier Optionen waren: ein Rückhaltebecken auf dem Grundstück gegenüber dem Feuerwehrhaus, ein Rückstaukanal in der südlichsten Siedlungsstraße, ein unterirdisches Rückhaltebecken auf dem Vorplatz des Feuerwehrhauses und ein eingegrabener Stauraum im Bereich des Spielplatzes.

Den einstimmigen Zuschlag erhielt Variante drei, die ein unterirdisches Rückhaltebecken auf dem Vorplatz des Feuerwehrhauses vorsieht. Alle anderen Optionen schieden wegen deutlich höherer Kosten oder des Verlusts von Gemeindeflächen wie gegenüber dem Feuerwehrhaus, wo oft Dorfveranstaltungen stattfinden, aus.

Weiter beschäftigte sich das Gremium mit dem Nassenfelser Wohngebiet Hallfeld, welches 2019 entstand. Bei der Planung wurde festgelegt, dass mit dem Abschluss der Erschließung gewartet wird, um Schäden während Bauarbeiten zu vermeiden und auf die Bedürfnisse der Grundstückserwerber besser eingehen zu können. Da nun bereits einige Baumaßnahmen abgeschlossen sind und zahlreiche Parzellen veräußert sind, soll die Erschließung durchgeführt werden. Zur Ausschreibung stehen Pflaster-, Anhumusierungs- und Bepflanzungsarbeiten. Ziel der Gemeinde ist es, im Frühjahr 2023 die letzten Erschließungsmaßnahmen fertigzustellen.

Normalerweise ist der erste Tagesordnungspunkt, die Feststellung des Protokolls aus der vorherigen Sitzung, reine Formsache. In der jüngsten Marktratssitzung gab es jedoch Diskussionsbedarf: Ursache war der Beschluss hinsichtlich des Bürgerentscheids zum Schutterpark. Die Projektgegner fanden, dass ein Satz nicht passe, deshalb wurde das Protokoll abgeändert. Die Projektgegner akzeptieren zwar das Ergebnis des Bürgerentscheids, dennoch seien sie nach wie vor gegen das Projekt – somit dürfe im Protokoll nicht stehen, dass sie für eine zügige Umsetzung sind.

Aus der Sitzung

Das LF16-Feuerwehrauto der Gemeinde Nassenfels wurde außer Dienst gestellt. Das letzte ausgemusterte Feuerwehrfahrzeug wurde an die rumänische Partnergemeinde Anina weitergegeben, wo es nach wie vor zuverlässig seinen Dienst tut. Die Partnergemeinde wurde angefragt, ob Bedarf für das LF16 vorhanden sei beziehungsweise, wie sie zu einer Weitergabe in die Kriegsregionen der Ukraine stehen. Der dortige Bürgermeister erklärte hierzu schriftlich, dass zwar auch in Rumänien Bedarf vorhanden sei, erkannte aber an, dass sie gerne zugunsten der Ukraine verzichten. Deshalb soll nun über Pfarrer Andriy Mykhaleyko ein Kontakt hergestellt werden und das alte LF16 in die Ukraine übergeben werden.

In den Jahren vor Corona organisierte die Marktgemeinde Nassenfels eine Buslinie zum Eichstätter Volksfest, welche sehr gut angenommen wurde. Aufgrund des großen Erfolgs soll das Angebot 2022 erneuert werden. An den beiden Volksfestsamstagen sowie am Mittwoch und am Donnerstag soll eine günstige Möglichkeit geschaffen werden, zum Fest zu kommen.

Neuer Vorstand: Die Dorferneuerung Wolkertshofen hat eine neue Führung gewählt: Reinhard Reißner, Hubert Rößler und Michael Sterner wurden als Mitglieder auserkoren; als Stellvertreter wurden Christian Gruber, Ludwig Banzer und Hubert Pfaffel gewählt. Neben dem Vertreter aus dem Amt für ländliche Entwicklung vervollständigt Bürgermeister Thomas Hollinger das Gremium.

EK