Zwei Tote aus Ingolstadt
Tragödie auf der B20 bei Traitsching: Schwerer Einsatz für Rettungskräfte

Bei Frontalzusammenstoß kamen zwei Menschen aus Ingolstadt ums Leben – Fünf Schwerverletzte

10.12.2023 | Stand 11.12.2023, 8:11 Uhr |

In der Nacht zum Samstag stießen die beiden Fahrzeuge bei Traitsching frontal zusammen. Foto: Bastian Schreiner

Schrecklicher Verkehrsunfall auf der B20: Zwei Ingolstädter kamen ums Leben, fünf weitere Menschen wurden schwer verletzt. Bei Traitsching (Landkreis Cham) waren in der Nacht auf Samstag zwei Autos frontal zusammengeprallt. Die Unfallursache ist noch unklar. Indes gibt es neue Details zum schwierigen Einsatz.



Kurz nach Mitternacht fuhr ein 27-jähriger Mann aus dem Landkreis Freising mit seinem Audi auf der B20 Richtung Cham. In dem Audi saßen laut Polizei neben dem Fahrer eine 37-jährige Frau und ein 29-jähriger Mann, die beide aus dem Landkreis Landshut stammen. Auf Höhe Traitsching kam der Audi-Fahrer aus bislang noch ungeklärter Ursache auf die Gegenfahrbahn und prallte dort frontal mit einem Hyundai zusammen. An dessen Steuer saß ein 59-jähriger Mann aus dem Landkreis Pfaffenhofen. Er war mit einer 34-jährigen Frau aus dem Landkreis Eichstätt sowie einem 53-jährigen Mann und einer 54-jährigen Frau aus Ingolstadt in Richtung Straubing unterwegs.

Durch die Wucht des Aufpralls kam das Heck des Audi auf der Leitplanke der Fahrbahn in Richtung Straubing zum Stehen. Der 53-jährige Mann und die 54-jährige Frau aus Ingolstadt erlitten bei der Kollision so schwere Verletzungen, dass sie noch an der Unfallstelle starben. Die fünf weiteren Personen in den beiden Fahrzeugen wurden mit schweren Verletzungen in Krankenhäuser gebracht.

Personen eingeklemmt – Temperaturen um den Gefrierpunkt

Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt und Schneeregen alarmierte die Leitstelle ein Großaufgebot an Rettungskräften. Unter dem Stichwort „THL4 – mehrere eingeklemmte Personen“ eilten die Feuerwehren Traitsching, Sattelpeilnstein, Sattelbogen, Höhhof, Loifling sowie Cham mit dem Rüstzug zur Unfallstelle. Auch Kreisbrandrat Michael Stahl, Kreisbrandinspektor Marco Greil und Kreisbrandmeister Thomas Wittmann waren vor Ort. Beim Eintreffen bestätigen sich die Befürchtungen: Mehrere Personen waren noch in den Fahrzeugen eingeklemmt. Die Aktiven befreiten die Personen – teilweise mit schwerem technischen Gerät – und der Rettungsdienst übernahm die Versorgung der sieben Personen. Für zwei von ihnen kame jede Hilfe zu spät.



Wie stellvertretender Rettungsdienstleiter Tobias Muhr informierte, waren acht Rettungswagen, drei Notärzte und ein Krankenwagen vor Ort. Aufgrund der Tragweite des Unfalls wurde auch die Unterstützungsgruppe Sanitäts-Einsatzleitung eingesetzt. Die beiden reanimationspflichtigen Patienten seien noch an der Unfallstelle gestoben. Zwei der fünf Schwerverletzen waren eingeklemmt und mussten laut Muhr mit einer technischen Rettung befreit werden. Da aufgrund der Wetterlage kein Hubschrauber in ganz Bayern starten konnte, wurden die fünf Personen mit dem Rettungswagen in Kliniken nach Regensburg, Cham, Straubing, Viechtach und Deggendorf gebracht. „Die Verteilung erfolgte unter widrigsten Bedingungen mit Blitzeis“, so Muhr.

Kriseninterventionsteam für Rettungskräfte

Aus einem der Autos stieg Rauch auf, so dass die Feuerwehrleute den Motorraum mit Wasser kühlten, um eine Entzündung zu vermeiden. Zudem leuchteten sie die Einsatzstelle aus und banden auslaufende Betriebsstoffe. Da der anhaltende Regen auf der Fahrbahn immer wieder gefror, musste Streusalz ausgebracht werden. Mit dem TWH Cham wurde der Straßenabschnitt mehrere Stunden gesperrt. Die Ermittlungen hat die Polizei Cham übernommen. Der Schaden an den beiden Autos wurde auf 55.000 Euro geschätzt.

Da der Einsatz auch für die Rettungskräfte herausfordernd und belastend war, wurde ein Team der Krisenintervention zum Unfallort gerufen.