Sperrung bis zum Abend

Schwerer Lkw-Unfall auf der A9 - Verkehrschaos rund um Ingolstadt

06.09.2022 | Stand 07.09.2022, 9:23 Uhr

Ein schwerer Unfall mit zwei Lkw und einem Auto mit Wohnanhänger hat sich auf der A9 bei Ingolstadt ereignet. Die Autobahn wurde komplett gesperrt. Foto: vifogra/Bauernfeind

Ein schwerer Unfall hat sich am späten Dienstagvormittag auf der A9 bei Ingolstadt ereignet. Drei Fahrzeuge waren daran beteiligt, zwei Lkw fingen Feuer. Die Autobahn war zeitweise in beiden Richtungen komplett gesperrt, in Richtung Nürnberg bis zum Abend.



Wie die Polizei berichtet, begann das Unheil gegen 11.15 Uhr mit einem Blechschaden an der Ausfahrt Ingolstadt-Nord in Richtung Nürnberg. Die Fahrerin eines Audi A1 und ein VW-Fahrer kollidierten auf dem Ausfädelungsstreifen miteinander. Der Fahrer eines nachfolgenden Audi A3 fuhr anschließend auf den A1 auf. In Folge dieses Unfalls kam es zu Stauungen, was die 60-jährige Fahrerin eines mit Sand beladenen Sattelkippers aus dem Landkreis Roth auf dem rechten Fahrstreifen fahrend zu spät erkannte. Sie fuhr laut Polizei auf einen vorausfahrenden Sattelzug mit Ingolstädter Zulassung auf. Der mit 20 Tonnen Stückgut beladene Lkw wurde durch den Aufprall auf ein vorausfahrendes Wohnwagengespann geschoben. Dieses wurde wiederum auf einen weiteren vorausfahrenden Sattelzug mit Nürnberger Zulassung geschoben.

Fahrerin aus brennendem Lkw gerettet

Durch den Aufprall des Sattelkippers geriet dessen Führerhaus und der Auflieger des Ingolstädter Zuges in Brand, wobei sich die 60-jährige noch schwer verletzt im Fahrzeug befand. Da sie mehrere Brüche erlitten hatte und sich nicht mehr bewegen konnte, musste sie von Ersthelfern und einer Polizeistreife aus ihrem brennenden Laster gerettet werden. Sie wurde anschließend mit dem Rettungshubschrauber in eine Klinik gebracht. Nach ersten Erkenntnissen wurde sie schwer, aber nicht lebensgefährlich verletzt. Der Fahrer des in Brand stehenden Sattelzuges, die Insassen des Zugfahrzeugs des Wohnwagens und der davor befindliche Fahrer des Sattelzugs aus Nürnberg blieben laut Polizei unverletzt. Der Gesamtschaden wird auf rund 270.000 Euro geschätzt.

Wegen den Löscharbeiten an den brennenden Lkws war die Autobahn in beiden Richtungen längere Zeit komplett gesperrt. Im Laufe des Nachmittags konnte die Autobahn in Fahrtrichtung München wieder freigegeben werden. Die Sperrung in Fahrtrichtung Nürnberg blieb bis zum Abend bestehen.

Deswegen dauert die Sperre so lange

Laut Pröll dauerte die Autobahnsperre so lange, da sich die Ladung der Lkw auf der Autobahn verteilt hatte. Das musste alles erst einmal weggeräumt werden, erst dann konnte die Bergung der beiden Lkw beginnen. Anschließend musste zudem die Fahrbahn gereinigt werden, weil Diesel ausgelaufen war.

Indes hat sich im Laufe des Nachmittags die Verkehrslage in und um Ingolstadt verschärft. Autos aus Richtung Süden wurden an der Anschlussstelle Ingolstadt-Süd ausgeleitet und suchten sich von dort ihren Weg Richtung Norden - das hatte lange Staus im Ingolstädter Stadtgebiet zur Folge. Extreme Verzögerungen gab es unter anderem in der Manchinger Straße: Auf zwei Kilometern gab es hier gegen 15.45 Uhr Verzögerungen von rund 25 Minuten. Auch die Verbindungsstraße zwischen Ingolstadt-Süd in Richtung Großmehring war am Nachmittag fast komplett dicht.

Auf der Autobahn selbst zeigten Verkehrsprogramme Zeitverzögerungen von fast drei Stunden in Fahrtrichtung Nürnberg an. In der Spitze erreichte der Stau eine Länge von über 20 Kilometern. Die Polizei empfahl am späten Nachmittag, frühzeitig von der Autobahn abzufahren, spätestens beim Autobahndreieck Holledau.

Schwerer Folgeunfall bei Manching

Es war nicht der einzige schwere Unfall an diesem Tag: Am Stauende auf der A9 bei Manching (Landkreis Pfaffenhofen) ereignete sich am frühen Nachmittag in Fahrtrichtung Nürnberg eine weitere, schwere Kollision. Dabei wurde nach ersten Erkenntnissen der Polizei eine Person schwer verletzt. Auch hier musste die Autobahn in Richtung Nürnberg zeitweise komplett gesperrt werden.

cav/dpa