Für die Wunschgemeinde

Gemeinsamer Workshop: Stammhamer Heranwachsende wollen Raum für Begegnung

06.05.2022 | Stand 06.05.2022, 10:00 Uhr

Ein Gemeinschaftswerk: Die Mädchen und Jungen kombinierten ihre Ideen für Stammham und fertigten daraus ein Plakat. Foto: Gemeinde Stammham

Von Laura Schabenberger

Stammham – Damit Jugendliche bekommen, was Jugendliche brauchen, hat die Gemeinde Stammham eine besondere Veranstaltung ins Leben gerufen: Alle Heranwachsenden waren eingeladen, zusammen mit Bürgermeisterin Maria Weber und anderen Verantwortlichen der kommunalen Jugendarbeit über ihre Visionen für den Ort zu sprechen.

„Wir haben Postkarten in allen Geschäften im Ort ausgelegt, manche persönlich angesprochen und Werbung über Facebook und Instagram gemacht“, schildert Weber. 17 Mädchen und Jungen waren schließlich zusammengekommen. Für Weber war die Aktion, die in Kooperation mit der Kommunalen Jugendarbeit des Landkreises Eichstätt möglich wurde, damit ein voller Erfolg. „Zwischen 11 und 17 Jahren war alles vertreten. Und es hat mich sehr gefreut, dass sich viele getraut haben, auch alleine zu kommen.“

Die Zusammenarbeit unter den Jugendlichen habe trotz des Altersunterschieds gut funktioniert – gerade die Vorstellungsrunde habe das Eis brechen lassen, beschreibt Weber. Und auf dieser Basis ließen die Heranwachsenden dann in verschiedenen Gruppen ihre Traumgemeinde entstehen. Am Ende der Gemeinschaftsaktionen stand ein Plakat, das das – aus Jugend-Sicht – perfekte Stammham zeigt.

Während die Jugendlichen beispielsweise mit den Radwegen und den Sitzmöglichkeiten in Stammham zufrieden waren, sahen sie an anderen Stellen Handlungsbedarf: So wünschen sie sich laut Weber Begegnungsräume. Für dieses Anliegen setzen sich nun vier Jugendliche ein, die Räume in der Alten Schule in Appertshofen wieder nutzbar machen möchten. „Wir haben dort schon einmal einen Jugendraum gehabt, der aber die letzten sechs, sieben Jahre nicht mehr genutzt wurde.“ Auch in Stammham selbst soll es einen Treffpunkt für Jugendliche geben. Bevor klar ist, ob zum Beispiel das ehemalig Rathaus saniert werden und Platz für einen Jugendtreff bieten kann, steht ein Teil des Pfarrsaals zur Verfügung. Darauf verständigte sich laut Weber die Kirchenverwaltung.

Zusätzlich war der Bau einer Halfpipe Thema. „Wir müssen schauen, der Skatepark ist vom Platz her momentan ausgereizt.“ Doch vielleicht lasse sich ein anderer Standort in Stammham finden, um das Projekt umzusetzen.

Ein weiteres Anliegen kommt von Weber selbst: Damit die Heranwachsenden ein noch größeres Angebot bekommen, wünscht sich die Bürgermeisterin einen kommunalen Jugendpfleger. „Unsere Jugendarbeit in den Vereinen ist wichtig“ – aber ein solcher Posten würde eine zentrale Anlaufstelle schaffen.

Für Weber ist es ein entscheidender Schritt, alle diese Wünsche der Jugendlichen zu kennen. „Man kann für sie nur etwas tun, wenn man sie abholt und nicht an ihnen vorbei handelt.“ Dass so viele Jugendliche das Angebot annahmen, machte die Bürgermeisterin stolz. „Es ist so schön, wie viele uneigennützig für ihre Generation das Optimum gestalten möchten.“

DK