Klatschen, winken, jubeln

Donau Classic begeistert Publikum und Teilnehmer

An zwei Tagen 540 Kilometer durch die Region

28.06.2022 | Stand 28.06.2022, 12:26 Uhr

Zielankunft am Samstag, es ist geschafft. Über 100 Fahrzeuge absolvierten die zwei Rallye-Tage und erreichten zum Schluss das Ingolstadt Village. Fotos: Enslein

Von Florian Enslein

Über 100 Fahrzeuge, 540 Kilometer absolviert und jubelnde Zuschauer: Die Donau Classic rollte am Freitag und Samstag durch die Region und begeisterte Fahrer und Zuschauer.



Auf dem Parkplatz des Ingolstadt Village herrscht beste Stimmung am Samstagnachmittag. Bei strahlendem Sonnenschein erreicht die Oldtimer-Rallye den Zielpunkt. Die Zuschauer begrüßen jedes Fahrzeug mit Klatschen und Winken bei der Zieldurchfahrt. Zwei Tage lang sind die Teilnehmer unterwegs gewesen. Die Strecke führte von Ingolstadt über Eichstätt und Neuburg bis nach Beilngries.

Wer sich unter der Donau Classic aber eine entspannte Kaffeefahrt vorstellt, liegt falsch. „Neben der Freude an den Oldtimern und der Landschaft steht der sportliche Wettbewerb im Zentrum der Rallye“, sagt Routenplaner Alexander Arold. Bei Wertungsprüfungen entlang der Strecke ist das Geschick der Fahrer mit dem Gaspedal gefragt. Festgelegte Abschnitte müssen innerhalb einer bestimmten Zeit zurückgelegt werden. „Mit Lichtschranken messen wir die Zeiten auf die hundertstel Sekunde genau“, erklärt Arold. Für Abweichungen gibt es Strafpunkte. Nach den beiden Tagen werden die Punkte schließlich aufsummiert. „Und wer die wenigsten gesammelt hat, gewinnt die Donau Classic.“

Das waren heuer Roland und Vera Wittmann, die bereits im vergangenen Jahr den ersten Platz belegt hatten. Sie konnten den Titel in ihrem Alfa Romeo Giulietta Sprint, Baujahr 1959, verteidigen.

Dass das keine Leichtigkeit ist, weiß Max Prem. Er nimmt zum wiederholten Male zusammen mit seiner Frau Karin an der Oldtimer-Rallye teil. „Bei den Prüfungen muss man hochkonzentriert sein. Natürlich darf man darüber hinaus den normalen Verkehr nicht außer Acht lassen“, sagt der Pfaffenhofener. Deshalb sei der Beifahrer genauso wichtig wie der Fahrer. „Es geht nur im Team. Der Beifahrer muss sagen, wo die Route langführt, er hat ein Auge auf die Zeit und zählt die Sekunden bei den Wertungsprüfungen.“ Viele Teams würden das intensiv üben und sich perfekt auf die Rallye vorbereiten. „Ganz so professionell gehen wir das aber nicht an“, meint Prem. Für ihn steht die Freude an den Fahrzeugen und die Gemeinschaft im Mittelpunkt.

Aus dem Grund habe Prem sich besonders über die Begeisterung der Zuschauer gefreut. „Was da zum Teil am Straßenrand los war, ist schon der Wahnsinn“, schildert er seine Eindrücke. An vielen Orten wurde den Teilnehmern zugewunken und sie wurden mit Fahnen begrüßt. Sein persönliches Highlight: „Bei einer Station haben die Leute ein Weißwurstfrühstück mitten im Ort organisiert. Unsere Durchfahrt war dann ein Event für die ganze Bevölkerung.“

Außerdem sei überall fotografiert und gefilmt worden. Prem zeige das, dass sich die Menschen noch immer für Oldtimer begeistern. Selbstverständlich findet er das nicht. Gerade vor dem Hintergrund des CO2-Ausstoßes der wenig umweltfreundlichen Fahrzeuge könne man das auch kritisch sehen. „Konsequenterweise müsste man die Oldtimer dann stehen lassen“, meint Prem. Für ihn sind die Fahrzeuge aber ein Stück Kultur und gerade bei einzelnen Events hält er es für vertretbar, die alten Motoren laufen zu lassen.

Dennoch findet er es gut, dass sich der Veranstalter Gedanken über das Thema macht und sich dieses Jahr erstmalig um einen CO2-Ausgleich bemüht. In Kooperation mit ASAP haben die Ausrichter den CO2-Ausstoß aller Oldtimer und Begleitfahrzeuge berechnet und unterstützen Projekte zur Aufforstung und zum Klimaschutz.

DK